Archiv der Kategorie: Aktuelles

Dreimal Zwei

v.l.n.r: Linda Leine, Pia Salome Bohnert, Andreas Durban

Dreimal Zwei

Gestern, am 6. Februar 2019, waren drei Liederabende im Kölner Zentrum zu hören, die geballt die Vielgestaltigkeit dieses Genres zeigten.

Ab 15 Uhr gab es zunächst zwei Master-Abschlusskonzerte Liedgestaltung in der Aula der Hochschule, zwei Lieder-Nachmittage also:

Durchwachte Nächte – freundliche Morgen

Gleich im ersten knapp einstündigen Konzert wurde klar wie wichtig doch die Liedgestaltung durch den Partner oder die Partnerin am Klavier ist. Die Absolventin Atsuko Ota bot ein wunderschön durchsichtiges Spiel, dazu ein wahres Kaleidoskop an Farbigkeit in einem klugen Programm, das zahlreiche innere Bezüge spannungsvoll verband. So klangen Klassiker wie “Die junge Nonne” oder “Der Zwerg” von Schubert frisch und waren ganz neu gehört. Kongeniale Partner am Stimmband waren für die Absolventin die Sopranistin Anna Christin Sayn, die das Publikum mit ihrer Interpretation von  vier Liedern nach Brentano op. 68 von Richard Strauss ebenso begeisterte wie der Bass-Bariton Clarke Ruth, dessen Wolf-Lieder geradezu erschreckend plastisch waren.

v.l.n.r: Atsuko Ota, Clarke Ruth, Anna Christin Sayn

Das zahlreich erschienene Pulikum applaudierte begeistert und bereitete sich auf das zweite Konzert vor:

The Sound of Silence

Die Absolventin Emeline Archambaoult hatte ein Konzept rund um den Klassiker von Simon und Garfunkel entwickelt: Dieses innige Lied, das die beiden Sängerinnen Julia Spies und Manon Blanc-Delsalle in perfektem Duo-Sound zelebrierten, sorgte dafür, dass alle mitträumen konnten. Stille auch in der Klassik: Dies korrespondierte mit dem ebenfalls berühmten Pendant “4’33” von Cage, konzentriert inszeniert mit Pflicht zum Innehalten, und dies musste auch sein, denn die Gruppen, in die sich die restlichen Lieder formierten hatten es in sich!

Das Programm startete mit Schumanns bekanntem “Liederkreis”, in dem der Bariton Benjamin Hewat-Craw die Zuhörerschaft sogleich für sich und das gesamte Konzert komplett einnahm. Die souveräne Meisterin am Klavier verstand es, durch ihre Interpretationen galant die einzelnen Puzzle-Teile des Konzepts zu verbinden: Welche Unbegreiflichkeiten, Abgründe das Lied auch bieten kann zeigten nicht nur die Lieder von Kurtág oder Berg, auch das Verschweigen (Wolf, Verschwiegene Liebe) und Verstummen (Duparc) kam zur Sprache.

Die Liedwelt Rheinland gratuliert beiden Damen ganz herzlich zu dem erfolgreich bestandenen Abschluß!

v.l.n.r: Emeline Archambault, Julia Spies, Manon Blanc-Delsalle, Benjamin Hewat-Craw

Auf der Suche nach der Rose

Keine zwei Stunden später gab es in der renommierten Lied-Reihe “Im Zentrum LIED” im Thyssen-Auditorium am Neumarkt das nächste Konzept zu erleben. Auch hier bewegte die Mannigfaltigkeit aus einem konzentrierten thematischen Ansatz heraus: Die Suche nach der Rose. Andreas Durban verstand es, gekonnt mit literarischen Exkursionen und historischen Kurzberichten sehr unterhaltsam diese Annäherung zu eskortieren. Gespannt wurde ein großer doppelter Bogen: Es korrespondierten Crumb- und Messiaen-Lieder zu Anfang und zum Ende. Ergänzt wurde diese Idee durch zwei “Brückenpfeiler” – kurze Klavier-Solo-Passagen, die dem Publikum Zeit zur Reflexion und zum Innehalten gaben.

Die Pianistin Linda Leine tauchte in diesen beiden Solo-Passagen noch tiefer in ihre pianistische Vielfalt ein und kommentierte so beispielsweise in dem Lilientanz von Prokofiev die Rosen-Bilder, griff hier aber auch auf kompositorische Elemente aus dem Auftragswerk “Verwelktes Blühen” von Anna Mikolajková zurück.

Während des gesamten Abends erfreute Pinda Leine in dieser innigen Duo-Partnerschaft. Mit dieser Partnerin konnte die Sopranistin Pia Salome Bohnert scheinbar spielend leicht das Publikum in den Bann ziehen: Zwischen den beiden das Konzept rahmenden Crumb-Stücken aus “Apparition” schlug sie den großen Bogen ihrer sängerischen Ausdrucksmöglichkeiten, sei es im ersten Teil als phantastisch erzählende “Shéhérazade” in Ravels Werken oder in den berühmten “Mädchenblumen” von Richard Strauss. Nach dieser Annäherung an die Rosen-Thematik “von Außen” ging das Liedduo im zweiten Teil in die Nahaufnahme. Bohnert und Leine berückten in einem kaleidoskopartigen Annähern an die Rosen-Symboliken im zweiten Teil: So erklang Erschreckendes (Gubaidulina), Lustiges (Pfitzner), Betörendes (Piafs berühmtes La Vie en Rose) und Verblüffendes (Mikolajková). Für die Zugabe hatten die beiden Künstlerinnen sich Faurés berühmt-betörendes Lied “Les Roses d’Ispahan” aufgehoben, um mit einem wissenden Lächeln die Zuhörer zu entlassen.

So bot der Liederabend “Auf der Suche nach der Rose” einen “ätherisch-französischen” Abschluss dieses Mittwoch-Liedmarathons.

Bericht + Photos: Sabine Krasemann

Silke Hartstang

Silke Hartstang

„Lied ist für mich musikalisch und künstlerisch ein intimes und ungekünsteltes Kleinod, eine kleine dramatisch und emotional ausgestaltete „Oper“, im miteinander agierenden, manchmal rivalisierenden, aufeinander reagierenden, sich widersprechenden und ergänzendem Spannungsfeld zwischen vertonter Lyrik, der „Melodie mit Worten“ im Gesang und instrumentaler Komposition, der „Melodie ohne Worte“ in der Begleitung.“

Silke Hartstangs Liebe zum Lied machte sich schon früh bemerkbar, so dass sie bereits während des Studiums zahlreiche Liederabende aller Epochen, von der Renaissance über Barock, Klassik, Romantik, Spätromantik bis zur neuen Musik für Lied-Solo, -Duett- sowie -Ensemble mitgestaltete und den Grundstein für ein umfangreiches Liedrepertoire legte.

Mit der Pianistin und Liedbegleiterin Elnara Ismaillova, mit der sie seit 2002 intensiv zusammenarbeitet, gründete sie das Duo „Due passioni“ und initiierte mit ihrer Duo-Partnerin die Liedreihe „In memoriam“ sowie zahlreiche Themenkonzerte, so etwa den 2018 aufgeführten Lieder- und Klavierabend „Weltempfinden – zwischen Rückbesinnung und Aufbruch zu Neuem – Industrie-Kultur und ihre Wirkung auf Gesellschaft, Musik und Kunst“  im Rahmen des Kultursommers Rheinland-Pfalz. Aserbaidschanisches Liedgut führte das Duo unter anderem ins Rote Rathaus nach Berlin oder auch ins Fernsehen (Kanal Avrupa = Kanal Europa, TRT-Avaz (Sendereihe „Baśarli hayatlar“).

Die Vorliebe Silke Hartstangs, neben der Gestaltung von Liederabenden mit Liedgut beziehungsweise Liedzyklen großer bekannter Komponisten wie Giuseppe Verdi („Sei Romanze“), Richard Wagner („Wesendonck-Lieder“), Antonin Dvorak („Biblische Lieder“ Op. 99), Alban Berg („Sieben frühe Lieder“), Robert Schumann (Maria-Stuart Lieder, Op. 135), Franz Schubert, Felix Mendelssohn-Bartholdy, Johannes Brahms („Zigeunerlieder“ Op. 103), Hugo Wolf, Richard Strauß („Drei Lieder der Ophelia“ Op. 67), Sergei Rachmaninoff oder Arnold Schönberg („Gurre-Lieder“), gilt vor allem der Aufführung und Wiederentdeckung von national und international relativ unbekanntem und wenig musiziertem Liedgut in unterschiedlichen Sprachen.

Hierzu gehören etwa Lieder des Rheinländers August Bungert, oder George Enesco (Rumänien), Paul Ben Haim (Israel), Lieder der Komponistinnen Ella Adaiewsky (Russland), Sofie Lidgi Hermann (Israel), oder spanischsprachige Kompositionen von Isaac Albeniz, Manuel de Falla, Joaquin Turina Pérez, Fernando Obradors (alle Spanien), Carlos Buchardo Lopez, Astor Piazolla (Argentinien), wie auch dem zeitgenössischen Berliner Komponisten Fred Syman.

Neben Liedern für Gesang und Klavier, wirkte die Mezzosopranistin auch als Solistin bei der Aufführung von Orchesterliedern (so in den „Sea pictures“ von Edvard Elgar), oder bei kammermusikalischen Konzerten mit (Gustav Mahler „Lieder eines fahrenden Gesellen“, „Das Lied von der Erde“ in der Bearbeitung von Arnold Schoenberg).

Die national und international tätige Mezzosopranistin und Preisträgerin des GEDOK Liedwettbewerbs für Frauenstimmen, Silke Hartstang (Beste Pop-Sängerin Deutschlands 1995, DRMV) absolvierte ihr Gesangsstudium sowie ihr Konzertexamen zur Opern- und Konzertsängerin (Oper / Lied / Oratorium) an der Staatlichen Hochschule für Musik Köln bei Prof. KS Reinhard Leisenheimer und Prof. Klesie Kelly-Moog (Gesang) sowie in der Liedklasse von Prof. Jürgen Glauß. Darüber hinaus besuchte sie Meisterkurse für Lied bei Michael Gees.

Als Diplom-Musiklehrerin Gesang (Johannes-Gutenberg Universität Mainz) ist sie freiberuflich als Gesangsdozentin an der Universität zu Köln sowie der Universität Koblenz-Landau tätig.

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Photo © Silke Hartstang | Stefan Adam Photography

Liedsommer 2019

Sommer-Highlights rund um’s Kunstlied

Erstmals ist 2019 ein sommerliches Kaleidoskop der Liedkunst im Rheinland zu erleben. Das Festival Liedsommer präsentiert Künstlerinnen und Künstler des Netzwerks Liedwelt Rheinland an ausgesuchten Orten wie dem Domforum oder dem Frauenmuseum Bonn.

Dabei erklingen Programme zum 200. Geburtstag von Clara Schumann und Jacques Offenbach oder Portrait-Konzerte zu Alma Mahler und William Shakespeare, aber auch Klang-Experimente und Neue Vokalmusik. Als ein besonderes Highlight zeigt der Liedsommer zudem die 2 x 2 – zwei Liedduos: Preisträger internationaler Lied-Wettbewerbe 2018 aus der Talentschmiede der Hochschule für Musik und Tanz Köln.

Partner des Festivals sind unter anderem Im Zentrum LIED e.V. Köln, ProKlassik e.V. Königswinter, KlangKöln e.V. und die Casa Sinopoli Frankfurt sowie die Städte und Gemeinden des Rheinlands.

 

 

Schubert total

Schubert total im Pierre Boulez Saal Berlin

Berlin +++ 28.1.2019 +++ Ein schicker Kammermusiksaal im Herzen der Stadt – diesen Traum träumt man in Bonn, Köln und Düsseldorf nach wie vor. In Berlin hat sich innerhalb gefühlten fünf Minuten der “Boulezsaal” am Konzertmarkt etabliert – das Gefühl hinterlassend er sei eigentlich schon immer dagewesen.

Nun fand dieses Jahr erstmals eine Schubert-Workshop-Woche in Zusammenarbeit mit der Festival Akademie des Internationalen Musikfestivals Heidelberger Frühling unter Federführung von deren Künstlerischen Leiter Thomas Hampson statt. Die Meisterklassen-Teilnehmer haben eine Schubert-Intensivkur Backstage absolviert und ihre Arbeit in mehreren öffentlichen Konzerten präsentiert.

Bravo-Rufe in der Konzertmitte für den “Zwerg” mit Johannes Leander Maas und Toni Ming Geiger

„Musik kann man immer wieder neu entdecken in der live-Interpretation und das ist hier zum Besten zu erleben,“ so Hampson in der Begrüßung der knapp 300 Gäste. Die Liedwelt Rheinland freut sich sehr, dass Netzwerk-Mitglied Toni Ming Geiger einer der drei Pianisten des Nachmittags auftrat und mit seinen bis ins Detail ausgefeilten Interpretationen und auf den Punkt gebrachten Nuancen das Publikum beigeisterte.

Insgesamt acht Sänger und drei Pianisten gestalteten jeweils kurzweilige Prismen mit zwei oder drei Schubert-Liedern, die einen stimmigen dramaturgischen Bogen entwickelten, der angesichts der „Problematik“ so viele hervorragende Künstler in ein sinnvolles Gesamtprogramm zu bringen erstaunlich überzeugend gelang. Viele bekannte Stücke waren darunter, so dass der Leitsatz Bekanntes neu zu hören vom Publikum in der Tat nachvollzogen wurde. Höhepunkt war der gruselige Dauerbrenner „Der Zwerg“ – positioniert kurz hinter der Programm-Mitte. Am Ende für alle Beteiligten Bravo-Rufe und begeisterter Applaus. In der dritten Januarwoche 2020 gibt es ein „Wiedersehen“.

Das Publikum verlies bei dem schlechten Wetter den Saal und das einladende Foyer zögernd und viele zogen es vor, über Entdeckungen, Ideen und das Erlebte insgesamt sich noch auszutauschen.

Konzert am Samstag, den 26. Januar 2019, 16 Uhr

Photos + Text Sabine Krasemann

Großer Applaus für alle!

Domforum

Domforum

Das Domforum ist Informations- und Begegnungszentrum der Katholischen Kirche Köln und das Besucherzentrum des Kölner Domes. Aufgrund seiner zentralen Lage ist das Haus ein vielgefragter Veranstaltungsort mit Podiumsdiskussionen und Lesungen, Vorträgen zu gesellschaftsrelevanten Fragen, religiösen Impulsen, Konzerten, Kino- und Theater-Veranstaltungen.

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Konzert am 8.5.2019
Konzert am 11.4.2018

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Esther Valentin

 

Esther Valentin

 

„Große Worte intim erzählt. Es duftet, strahlt, es streichelt und erschüttert uns… wir hören ein Lied.“

Neben der Opern- und Konzerttätigkeit als freiberufliche Sängerin widmet sich Esther Valentin seit vielen Jahren mit besonderer Leidenschaft dem Kunstlied und gibt regelmäßig Liederabende. Im April 2014 war sie Stipendiatin der Liedakademie des Heidelberger Frühlings.

2015 gewann sie mit der Pianistin Rie Akamatsu den ersten Preis des hochschulinternen Liedwettbewerbs der HfMT Köln sowie den Festival Vocallis Preis im November 2016. Im Mai 2017 folgte die Produktion einer CD, auf der sie Lieder von Schubert und Eisler gemeinsam mit Rie Akamatsu am Hammerklavier und modernen Flügel interpretierte.

Den ersten Preis, sowie den Publikumspreis des Internationalen Schubert-Wettbewerbs Dortmund gewann sie im September 2018 mit der Pianistin Anastasia Grishutina. 2019 werden zahlreiche Liederabende der beiden Künstlerinnen sowie eine CD Produktion bei dem Label GWK Records als Co-Produktion mit dem SWR Baden-Baden folgen. Im Oktober 2018 gab sie ihr Debüt in der Kölner Philharmonie mit einem ausgewählten Liederprogramm.

Ebenfalls mit Anastasia Grishutina wurde sie nach der Teilnahme an einem Meisterkurs der Landesakademie Ochsenhausen im Sommer 2018 von der Bruno-Frey-Stiftung ausgewählt und mit dem Bruno-Frey-Preis in Höhe von 6.000 € ausgezeichnet. Das Liedduo war im November 2018 für eine Rundfunkaufnahme mit deutschen und französischen Liedern beim SWR Baden-Baden zu Gast.

Die junge Mezzosopranistin Esther Valentin studierte an der Hochschule für Musik und Tanz Köln in der Gesangsklasse von Prof. Mario Hoff. In einer Musikerfamilie aufgewachsen tritt sie seit ihrer Kindheit regelmäßig auf. Großen Einfluss auf ihren stimmlichen Werdegang hatte der Unterricht zunächst bei ihrem Vater Michael Valentin und später bei der Sopranistin Monica Pick-Hieronimi. Neben der studentischen Ausbildung erhält sie wertvolle Impulse vor allem spezialisiert auf den Liedbereich unter anderem von Brigitte Fassbaender, Thomas Quasthoff, Wolfram Rieger, Michael Gees, Axel Bauni, Ruth Ziesack, Stefan Irmer, Birgit Remmert, Klesie Kelly-Moog, Anne Le Bozec sowie Ulrich Eisenlohr. Zuletzt wurde Esther Valentin stimmlich von der Sopranistin Christiane Oelze betreut.

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Photo © Esther Valentin | Janine Kühn

Anastasia Grishutina

 

Anastasia Grishutina

„Wollte ich Liebe singen, ward sie mir zum Schmerz. Und wollte ich wieder Schmerz nur singen, ward er mir zur Liebe.” (Franz Schubert)

Anastasia Grishutina widmet sich sehr erfolgreich und mit besonderer Intensität dem Kunstlied. Es ist ihr auch ein großes Anliegen russisches Liedrepertoire in Deutschland aufzuführen und dem hiesigen Publikum besser verständlich zu machen.

Im September 2018 gewannen die Mezzosopranistin Esther Valentin und Anastasia Grishutina den 1. Preis und den Publikumspreis beim Internationalen Schubert-Wettbewerb Dortmund (III. LiedDuo Wettbewerb 2018). Außerdem wurde Anastasia Grishutina der Sonderpreis für die beste Liedpianistin verliehen.

Im August 2018 hat das Duo Valentin/Grishutina an einem Meisterkurs der Landesakademie Ochsenhausen teilgenommen. Daraufhin wurden sie von der Bruno-Frey-Stiftung ausgewählt und mit dem Bruno-Frey-Preis in Höhe von 6.000 € ausgezeichnet.

Zuvor wurde Anastasia Grishutina im November 2016 mit dem Begleiterpreis beim Brigitte-Kempen-Wettbewerb in Aachen ausgezeichnet. 2017 gewann sie zusammen mit dem Bariton Woongsu Kim den 2. Preis des International Student LiedDuo Competition in Groningen, sowie den 3. Preis des Hochschulinternen Lied-Duo-Wettbewerb der Hochschule für Musik und Tanz Köln.

2019 CD-Produktion mit Esther Valentin bei dem Label GWK-Records als Co-Produktion mit dem SWR Baden-Baden.

2018 nahm Anastasia Grishutina beim SWR Baden Baden mit Esther Valentin ausgewählte Lieder von Schubert, Wolf, Debussy und Poulenc auf. Bereits 2013 und 2015 hat  sie CDs mit Liedern von Medtner und Mussorgsky mit der Sopranistin Irina Egorova aufgenommen.

Anastasia Grishutina gastiert auf zahlreichen Festivals wie dem „Festival Klavier“ im Brucknerhaus Linz, „Con Bravura” im Kunstmuseum Villa Zanders in Bergisch Gladbach, beim „Forum Deutscher Musikhochschulen” in der Mathias-Jakobs-Stadthalle in Gladbeck, beim „Peter de Grote Festival” und beim „Antiqua Musica Nova” in Groningen, sowie beim Schubert-Fest in Dortmund. 2018 gab sie mit Woongsu Kim ein Lunch-Konzert in der Dutch National Oper & Ballett Amsterdam und es folgte ihr Debut in der Kölner Philharmonie.

Anastasia Grishutina bekam ihren ersten Klavierunterricht mit sieben Jahren an der Skrjabin Schule für Musik. Stets bekam sie musikalische Impulse von ihrer Mutter Ljudmila Borisowskaja. 2003 bis 2007 hat sie am Gnessin Kolleg für Musik Klavier und Pädagogik in der Klasse von Andrej Chitruk studiert. 2007 bis 2013 hat sie am Staatlichen Tchaikowsky-Konservatorium Moskau Klavier, Cembalo und Hammerklavier in den Klassen von Slava Poprugin, Ekaterina Derzhavina, Olga Martynova, Olga Filippova, Alexey Schewtschenko, sowie 2014 – 2016 Klavier Solo an der Hochschule für Musik und Theater München bei Prof. Adrian Oetiker studiert. Seit 2016 studiert sie Liedgestaltung an der Hochschule für Musik und Tanz Köln bei Prof. Ulrich Eisenlohr und Prof. Stefan Irmer. Dort korrepetiert sie in den Gesangsklassen.

Bei zahlreichen Meisterkursen erhielt sie unter anderem von Alexej Ljubimow, Homero Francesch, Dirk Mommertz, Anne Le Bozec und Jan Philip Schulze, Erik Bataglia, Wen Sinn Yang, Werner Bärtschi, Bart van Ort, Elizabeth Joyé und Wolfgang Brunner, Ella Sevskaya, Bob van Asperen, Ruth Ziesak, sowie Christoph Pregadien und Michael Gees Impulse und Inspirationen für ihren musikalischen Werdegang.

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Photo © Anastasia Grishutina | Un Lee

 

Konstantin Paganetti

Konstantin Paganetti

Wir begrüßen Konstantin Paganetti in der Liedwelt Rheinland und freuen uns auf die Zusammenarbeit!

Hier entsteht in Kürze eine Liedwelt-Biographie. Untenstehend finden Sie weiterführende Informationen.

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Interview mit Peter Bortfeldt

“Mich fasziniert die einzigartige Verbindung von Text und Musik” – Interview mit Peter Bortfeldt

Wie sind Sie zum Klavier gekommen?

Das hat sich bei mir eigentlich durch die Familie ergeben – ich hatte sehr viele Musiker in der Familie, auch den ersten Klavierlehrer von Robert Schumann, Johann Gottfried Kuntsch. Insofern lag das Klavierspiel also in der Familie. Mein Vater hat mich wiederum sehr an die Literatur herangeführt. Ich bin also mit Musik und Literatur aufgewachsen, so dass sich der Weg für mich ganz natürlich ergab. Bereits vor Beginn des Studiums habe ich mich sehr für Kammermusik und das Lied interessiert, so dass sich dort schnell ein inhaltlicher Schwerpunkt herauskristallisiert hat.

Wie sind Sie dann letzten Endes zum Lied gekommen?

Ich war sehr viel als Korrepetitor bei Meisterkursen dabei, so dass sich zunehmend Kontakte zu tollen Sängern ergeben haben. Auf diesem Wege habe ich letzten Endes sogar meine Frau kennengelernt, die Sängerin ist und die ich bei einem Opern-Workshop in San Francisco kennengelernt habe. Die Entscheidung, dass sie nach Deutschland zieht, hatte auch mit der hiesigen Kulturszene zu tun.

Was macht für Sie als Pianisten die besondere Faszination der Gattung Lied aus?

Mich fasziniert am Lied die Mischung der Inhalte und die einzigartige Verbindung von Text und Musik. Ich finde mich im romantischen Lied mit der Naturverbundenheit und seiner spezifischen Dichtungswelt selber wieder: Für mich wird die romantische Dichtungswelt im Lied zur Realität und ich war auch immer schon gerne und viel draußen, gehe viel spazieren und wandern.

Der Blick vom Drachenfels bietet die Realisierung von Robert Schumanns Lied-Ästhetik

Ich sehe auch durch meine Frau, die ja Amerikanerin ist, wie sehr wir als Musiker in Deutschland in das Lied reingeboren und reingewachsen sind. Man merkt immer wieder, wie sehr wir in dieser Liedtradition verankert sind, vor allem auch im Rheinland, das ja viele Dichter und Komponisten in ihren Werken beschrieben haben. Als meine Frau beispielsweise zum ersten Mal auf dem Drachenfels war und die Aussicht von dort oben runter auf den Rhein sah, sagte sie bloß: „Das ist Schumann.“ Und in der Tat fühle ich mich sehr den Liedern Robert Schumanns und Franz Schuberts verbunden.

Sie sind als Lehrbeauftragter sowohl in Köln als auch in Frankfurt tätig. Wie vermitteln Sie jungen Pianisten, wie man Lied gestaltet?

Wichtig ist vor allem, zu verstehen, was beim Sänger passiert und was dieser braucht, was natürlich eine große Herausforderung ist und weit über das rein technische Können hinausgeht. Man muss technisch mindestens genauso fit sein wie ein Pianist, der solistisch auftritt, um seine ganze Energie auf das Zuhören verwenden zu können. Ein Liedpianist muss ein wahrer Kammermusiker sein und in den musikalischen Partner, in dem Fall eben kein Instrumentalist, sondern ein Sänger, hineinhorchen und vorausschauend agieren.

Drei wichtige zentrale Dinge der Liedgestaltung

Bei der Liedgestaltung kommen drei wichtige Dinge zusammen, die ich als Pianist berücksichtigen muss: den Fluss der Musik, den Atem des Sängers und natürlich auch den Text mit seinen Inhalten auf den verschiedenen Ebenen, den ich natürlich zunächst selbst intensiv lesen und verstehen muss. Heutzutage gibt es zunehmend Studierende, die den Text nicht mehr verstehen. Entweder weil sie internationale Studierende sind, die im Rahmen des Studiums gerade erst Deutsch lernen oder aber auch bei deutschen Studenten, die aus der Schule heraus andere Voraussetzungen haben als dies bei uns der Fall war.

Heute werden kaum noch Gedichte gelesen, geschweige denn interpretiert. Insofern ist die Beschäftigung mit den Texten fast der schwierigste Teil meiner Arbeit an der Hochschule. In den letzten Jahren hat die Tendenz, sich auf das Technische in der Musikerausbildung zu konzentrieren, leider stark zugenommen. Aber die Texte im Kunstlied sind in der Regel sehr poetisch und oft auch sehr verschlüsselt. Damit können die Studierenden zunächst kaum etwas anfangen.

Für mich ist das Textverständnis von zentraler Bedeutung

Ein Beispiel: In der romantischen Dichtung galt der Zypressenzweig als Symbol für Ewigkeit und wurde oft bei Beerdigungen verwendet. Dieses Wissen bringen heutige Studierende nicht mehr mit, wenn sie mit dem Studium beginnen. Hierfür gibt es auch kein Extrafach an der Hochschule, obwohl das eine sinnvolle Überlegung wäre. Ein solches Textverständnis zu vermitteln zählt daher meiner Meinung nach daher zu einem guten Lehrer.

Die Realität an der Hochschule sieht heute auch so aus, dass die Vielzahl internationaler Studierender außer der Problematik Sprachverständnis und Aussprache auch noch deren ganz andere Mentalitäten, die Studierende aus völlig anderen Kulturkreisen mitbringen. Da merkt man sehr, dass das Lied bis heute eine sehr deutsch geprägte Gattung ist.

In Amerika ist die Lied-Szene inzwischen wesentlich aktiver als noch vor einigen Jahren habe ich beobachtet. Dort gibt es auch immer mehr Komponisten, die sich der Gattung zuwenden.

Wir haben im letzten Jahr bereits über die Idee gesprochen, auch Laienpianisten für die Liedgestaltung zu gewinnen. Welche Situationen, welche Chancen sehen Sie hier?

Ich denke, dass sich sehr viele Pianisten sehr schnell auch einsam fühlen und mit großer Freude mit anderen gemeinsam musizieren würden. Es ist jedoch schwierig, mit Sängern ein gleiches Level zu finden. Ein Sänger hat – rein vom Notentext her – ein einfaches Strophenlied schneller drauf als ein Pianist. Die große Herausforderung gerade für den Laienpianisten liegt eben darin, den Notentext zu kennen, das aber so gut, dass er sich ganz auf das Zuhören konzentrieren kann. Es braucht also sehr viel Geduld und in der Konstellation wird der Pianist immer mehr üben müssen als der Sänger.

Ich würde mit einer kleinen Keimzelle beim Hobby-Pianisten anfangen, maximal acht Takte

Wenn wir einen Wochenendworkshop „Liedgestaltung für Laienpianisten“ planen würden, dann würden wir vermutlich mit einem kleinen Ausschnitt eines Lieds beginnen. Acht Takte, die technisch nicht schwierig sind und die man recht schnell in den Fingern haben kann. Daran könnte vermittelt werden, wie der Prozess des Zusammenarbeitens zwischen Sänger und Pianist dann aussieht, denn dieser Austausch ist ja der eigentlich spannende Teil beim Lied. Ein solcher Workshop könnte vielleicht eine Initialzündung für den ein oder anderen Hobby-Pianisten sein, sich nicht mit einem befreundeten Geiger zur Hausmusik zusammenzutun, sondern auch einmal mit einem Sänger.

Seit letztem Jahr haben Sie gemeinsam mit dem Bariton Aris Argiris und seiner Frau, Guadalupe Larzabal, Opernsängerin und Chorleiterin in Bonn ein neues Studio, das Agora Artists Studio in Bonn. Was ist das Besondere an diesem Ort?

Wir haben uns schon vorher ein Studio geteilt zum Üben und Unterrichten, hatten aber dann die Idee, das so auszubauen, dass sich der Raum auch für Veranstaltungen eignet, vor allem natürlich für Konzerte, aber auch Ausstellungen. Über Guadalupe Larzabal ist natürlich ein starker Bezug zu Südamerika vorhanden. Der Chor „Voces de las Américas“, den sie leitet, probt hier und gibt natürlich dann auch Konzerte hier, die Ausstellungen sind oft von südamerikanischen Künstlern und es finden Tangokurse statt. Mit den Veranstaltungen haben wir gerade erst angefangen, hoffen aber natürlich sehr, dass diese gut angenommen und auch mehr werden und sich eine Kontinuität entwickelt. Ideen sind auf jeden Fall reichlich vorhanden! Und da freuen wir uns natürlich sehr, wenn wir gemeinsam mit der Liedwelt Rheinland hier etwas bewegen können.

Das Interview führte Verena Düren. [April 2018]
© Photo: Peter Bortfeldt | privat

“11 Fragen an…” – Martin Wistinghausen

“11 Fragen an…” – Martin Wistinghausen

Was machen Sie tagsüber?

komponieren, üben, essen…

Ihr heißer Literatur-Tipp?

Thomas Bernhard: Die Berühmten

Mein persönliches Lied-Steckenpferd

Schubert und immer wieder Schubert – aber auch die Musik unserer Zeit in all ihrer Vielfältigkeit zu präsentieren ist mir ein großes Anliegen.

Gehen Sie gerne wandern? Wo? Warum?

Sehr gern – z. Bsp. im fränkischen Fichtelgebirge. Es tut einfach gut.

Graben Sie gerne in Archiven?

Ja

Das schönste Volkslied?

“Der Mond ist aufgegangen”

Gucken Sie Fußball?

Ab und zu

Ein unvergessliches Konzerterlebnis?

In meiner Schulzeit habe ich zeitweise sehr viele Konzerte besucht, eine ganze Reihe davon sind mir noch in guter Erinnerung.

Was wollten Sie als Kind später einmal werden?

Zunächst Mönch, später dann Sänger

Was würde uns in einer Zeit ohne das Lied verloren gehen?

Diese Zeit werde ich hoffentlich niemals erleben…

Wie stellen Sie sich das perfekte Liederabend-Publikum vor?

Offen und neugierig

Photo © Liedwelt Rheinland | Sebastian Herzog-Geddes