Archiv der Kategorie: 11an

“11 Fragen an…” – Eva Marti

“11 Fragen an…” – Eva Marti

 

Was machen Sie tagsüber?

Üben, proben, essen, spazieren gehen… Ich lebe! Mit alledem, was dazu gehört.

Ihr heißer Literatur-Tipp?

“Jane Eyre” von Charlotte Brontë
“La Peste” von Albert Camus
“Walk through walls” von Marina Abramovic
“The empty space” von Peter Brook
“Angela’s Ashes” von Frank Mccourt
“Possession” von Antonia Byatt

Ihr liebstes Kinderlied?

Es ist kein richtiges Kinderlied, aber ein Lied was ich als Kind total geliebt habe: “The boxer” von Simon&Garfunkel. Ich wusste überhaupt nicht worum es ging, aber ich habe das Refrain so geliebt und immer volle Kanne gesungen.

Gehen Sie gerne wandern? Wo? Warum?

Ja, es tut mir sehr gut in der Natur zu sein (wem nicht?). Es kann so anstrengend sein, und dadurch extrem befreiend für den Kopf. Was das Wo angeht: überall wo es schön ist! Am liebsten Wanderwege die direkt am Meer entlang sind.

Ihre größte Freude beim Lied-Musizieren?

Zusammen mit dem Pianisten unsere eigene Chefs zu sein. Anders als in der Oper zum Beispiel, wo man von so vielen verschiedenen Elementen/Menschen abhängig ist.

Graben Sie gerne in Archiven?

Ich sollte wahrscheinlich JA sagen, um eine respektierte Lied-Interpretin zu sein, aber die Antwort ist: Nein…Ich bin ziemlich faul was das angeht!

Ein Bild oder eine Skulptur das ein Lied verdient?

Gemälde: “Die Metamorphose des Narziss” von Salvador Dalì
Skulptur: irgendeine von Alik Cavaliere

Ihr Lieblingsort für einen Liederabend?

Überall wo das Publikum aufmerksam ist und die Akustik angenehm ist.

Thrilling Story behind – Ihr spannenstes Lied-Fundstück?

Ihr Ritual vor jedem Auftritt? Womöglich: Ausschlafen, Liebe machen, Duschen und Haare waschen, gut frühstücken und mich immerwieder ein bisschen einsingen im Laufe des Tages. .Ca 2-3 Stunden vor dem Auftritt ganz viel Pasta essen!

Gucken Sie Fußball?

Nur bei EM oder WM.

Ein unvergessliches Konzerterlebnis?

Mit meinem Kinderchor auf dem Hauptplatz von Bethlem am Weihnachtsabend 1999 in Welt-Live-Übertragung zu singen.

Ihre favorisierte Lied-Aufnahme?

Konrad Jarnot/Reinild Mees: Korngold
Friz Wunderlich/Hubert Giesen: Dichterliebe von Schumann
Sarah Connolly/Eugene Asti: King David von Howells

Und sonst fast alles was von Julius Drake und Hans Eijsackers gespielt wird….

Ihr letzter Ohrwurm?

“In einer kleinen Konditorei…” Meine Mitbewohnerin hat angefangen (als einzige Deutsche) in dem japanischen Chor in Düsseldorf zu singen, und hat mich mit diesem deutsch/japanischen Lied angesteckt.

Was würde uns in einer Zeit ohne das Lied verloren gehen?

Eine der letzten Arten der narrativen Erzählung (mindestens in der erwachsenen Welt), in der einen direkten Kontakt zwischen Erzähler und Zuhörer entsteht.

Vervollständigen Sie: “Jeden Morgen ein Lied…

…macht mich wach und lieb.“

 

Photo © Eva Marti | Julia Hausmann

“11 Fragen an…” – Andreas Durban

“11 Fragen an…” – Andreas Durban

 

Was machen Sie tagsüber?

Projekte auf den Weg bringen, Moderationen oder Opernfassungen schreiben – und manchmal: auf meiner Klarinette Brahms spielen… was dazu führt, dass die Arbeit in den Abend rutscht.

Ihr heißer Literatur-Tipp?

Alles von Michel Houellebecq.

Ihr liebstes Kinderlied?

„Der Jäger aus Kurpfalz“ (im Kindergarten haben wir dazu getanzt).

Mein persönliches Lied-Steckenpferd

Alles von Joseph Marx

Was ich der Welt mit dem Lied sagen möchte…

…verdichte dein Leben.

Gehen Sie gerne wandern? Wo? Warum?

Vor meiner Haustür, in der Eifel könnte ich es, ich komme einfach nicht dazu! Aber in Köln-Mühlheim spazieren zu gehen, hat auch etwas…kontraststarke Atmosphärenbrüche….

Graben Sie gerne in Archiven?

Sehr gerne. Lied und auch Chor- und Ensemblewerke entdecken, das ist einfach spannend und aufregend

Ihre größte Freude beim Lied-Musizieren?

Mit meinen Studenten und Studentinnen die philosophische und musikalische Botschaft eines Liedes herauszuarbeiten.

Graben Sie gerne in Archiven?

Mittlerweile ist ja unser aller Archiv das Internet, da grabe ich gerne für meine Moderationstexte aber hauptsächlich in meinen Bücherregalen!

Das schönste Volkslied?

Maria durch ein Dornwald ging (und dazu bitte die Muttergottes in der Rosenlaube von Stefan Lochner anschauen, hängt im Wallraf-Richartz-Museum, Köln).

Ein Bild oder eine Skulptur das ein Lied verdient?

Skulpturen von Joseph Boys könnte man ja mal vertonen.

Ihr Lieblingsort für einen Liederabend?

Das Thyssen-Auditorium am Neumarkt besticht ästhetisch durch die gelungene Innenarchitektur aber faszinierend finde ich auch Orte, die mit dem Thema des Liederabends korrespondieren. Extremes Beispiel: klassische Lieder über Wiedergänger, Geister, Vampire etc. im Hörsaal der Rechtsmedizin in Köln, inklusive Führung durch die Seziersäle. Das war ein schön-gruseliges und ausverkauftes Konzert im Rahmen des Festivals „Musik in den Häusern der Stadt“.

Thrilling Story behind – Ihr spannenstes Lied-Fundstück?

Chopin: Zwei Leichen op. 74 Nr. 11…… wer hätte gedacht dass Chopin auch etwas für Negrophile komponiert hat….

Ihr Ritual vor jedem Auftritt?

Als Moderator: in meinem Texten streichen, streichen, streichen….

Gucken Sie Fußball?

Ich war einmal als sechsjähriger Junge in München mit meiner Großmutter im Olympiastadion und habe Franz Beckenbauer spielen gesehen, seitdem schaue ich kein Fussball mehr…

Ein unvergessliches Konzerterlebnis?

Ein Mauricio Kagel-Abend in der Kölner Philharmonie:
Während eines Musikstücks ging eine koreanische Frau mit der Sammelbüchse durchs Publikum, so stand es in der Partitur: das Gerassel des Geldes in der Büchse erfolgte auf genaue Taktzeiten, es hätte aber sicher auch eine Deutsche Frau oder ein Französischer Mann etc. machen können…

Ihre favorisierte Lied-Aufnahme?

Da ich regelmäßig Liedgestaltung unterrichte, genieße ich lieber live.

Was wollten Sie als Kind später einmal werden?

Tierpfleger im Affengehege – später habe ich Psychologie studiert, da mag man Parallelen sehen.

Ihr letzter Ohrwurm?

Lied der Mignon von Franz Schubert.

Was würde uns in einer Zeit ohne das Lied verloren gehen?

Die Dimension Poesie und Musik in zarter Berührung.

Wie stellen Sie sich das perfekte Liederabend-Publikum vor?

Von Jung bis alt, möglichst alle Generationen!

Welchen Rat würden Sie jeder/jedem jungen Liedstudent/in mitgeben?

Die Frage beantworten, wie ist das Publikum unter dreißig zu begeistern?

Was schätzen Sie an der Szene der Lied-Liedhaber?/span>

Die Lust auf das Leise.

Vervollständigen Sie: “Jeden Morgen ein Lied …/span>

…ist noch viel besser als jeden morgen ein Gedicht.“

Photo © Andreas Durban, privat

“11 Fragen an…” – Fabian Hemmelmann

“11 Fragen an…” – Fabian Hemmelmann

 

Ihr heißer Literatur-Tipp?

Volker Hagedorn “Bachs Welt” über die Zeit vor Bach, Ulla Hahns Trilogie über ihre Kindheit und Studienjahre im Rheinland und die Krimis von J.K. Rowling alias Robert Galbraith

Ihr liebstes Kinderlied?

“Es führt über den Main eine Brücke von Stein” dicht gefolgt von “Die Blümelein sie schlafen”

Mein persönliches Lied-Steckenpferd

Volkslieder, Brahms, Wolf,  Britten

Was ich der Welt mit dem Lied sagen möchte…

Hört hin auf die Zwischentöne, die kleinen Momente, wie ein Wort klingen kann

Gehen Sie gerne wandern? Wo? Warum?

Sehr gerne, da komme ich ganz bei mir an, durchatmen, den Blick schweifen lassen, Ruhe genießen. Gerne im Siebengebirge oder an der Sieg, auch manchmal am Rhein, da ist es aber fast schon zu laut, oder einfach auf dem Bonner Venusberg.

Ihre größte Freude beim Lied-Musizieren?

Der Dialog mit dem Pianisten

Graben Sie gerne in Archiven?

Sehr gerne. Lied und auch Chor- und Ensemblewerke entdecken, das ist einfach spannend und aufregend

Das schönste Volkslied?

“Die Gedanken sind frei”

Ihr Lieblingsort für einen Liederabend?

Ein intimer Raum mit Nähe zum Publikum und einer Kulisse, die die Fantasie anregt (z.B. Insel Hombroich, Scheune)

Ihr Ritual vor jedem Auftritt?

Beine hoch, dann eine Avocado und eine Lutschdroge einwerfen – und los geht’s!

Gucken Sie Fußball?

Na klar, seit der Kindheit bin ich Fan vom SV Werder Bremen…

Ihre favorisierte Lied-Aufnahme?

Bryn Terfel “The vagabond” – Anne Sofie von Otter “Nuits d’été” – Gerhaher Schumann-Lieder

Was wollten Sie als Kind später einmal werden?

Schriftsteller

Ihr letzter Ohrwurm?

“Paroles paroles” Dalida und Alain Delon

Was würde uns in einer Zeit ohne das Lied verloren gehen?

Sensibilität für die Feinheiten des gesungenen Wortes

Wie stellen Sie sich das perfekte Liederabend-Publikum vor?

Aufmerksam und emotional beteiligt, zugewandt und neugierig

Welchen Rat würden Sie jedem jungen das Lied Studierenden mitgeben?

Sei du selbst!

Was schätzen Sie an der Szene der Lied-Liedhaber?

Es sind oft stille Wasser, die unglaublich tief sind.

Vervollständigen Sie: “Jeden Morgen ein Lied …

… und die Morgenstund hat Gold im Mund!”

Photo © Liedwelt Rheinland | Sebastian Herzog-Geddes

“11 Fragen an…” – Boris Radulovic

“11 Fragen an…” – Boris Radulovic

Ihr heißer Literatur-Tipp?

Louis Vierne: „Spleens et détresses”.

Ihr liebstes Kinderlied:

Musik aus dem Aladin „A whole new world“.

Was ich der Welt mit dem Lied sagen möchte:

Durch Vielseitigkeit in Kunst vereint!

Ihr Lieblingsort für einen Liederabend:

Wigmore Hall London.

Ein unvergessliches Konzerterlebnis:

Sehr schwierig sich für eines zu entscheiden … Deswegen mehrere: Radu Lupu Schubert-Abend in der Kölner Philharmonie. Graham Johnson und Robert Holl mit der Winterreise in Zeist, Holland und Christiane Karg und Wolfram Rieger mit Debussy, Wolf, Strauß und Schönberg während des Heidelberger Frühlings.

Ihr Ritual vor jedem Auftritt:

Meditieren

Ihre favorisierte Lied-Aufnahme:

Die Interpretation von Schuberts „Die Junge Nonne” von Elisabeth Schwarzkopf.

Was wollten Sie als Kind später einmal werden?

ein Millionär … Deswegen mach’ ich so viel Lied!

Gucken Sie Fußball?

NEIN, ich schaue TENNIS!

Gehen Sie gerne wandern? Wo? Warum?

Established in 2018 … Davor war ich ein Asphaltliebhaber … Taragebirge in Serbien. Ein Wunder der Natur. Warum? – Es ist so geworden, ohne dass ich das bemerkt habe, vielleicht, weil es eindeutig besser riecht als in der Stadt … Ausserdem sieht es auch schöner aus. Nicht desto trotz, Asphalt umarmen mach ich immer noch ab und zu!

Ihr letzter Ohrwurm?

Gabriel Fauré “En sourdine”.

© Photos: Boris Radulovic | Michael Staab

“11 Fragen an…” – Martin Wistinghausen

“11 Fragen an…” – Martin Wistinghausen

Was machen Sie tagsüber?

komponieren, üben, essen…

Ihr heißer Literatur-Tipp?

Thomas Bernhard: Die Berühmten

Mein persönliches Lied-Steckenpferd

Schubert und immer wieder Schubert – aber auch die Musik unserer Zeit in all ihrer Vielfältigkeit zu präsentieren ist mir ein großes Anliegen.

Gehen Sie gerne wandern? Wo? Warum?

Sehr gern – z. Bsp. im fränkischen Fichtelgebirge. Es tut einfach gut.

Graben Sie gerne in Archiven?

Ja

Das schönste Volkslied?

“Der Mond ist aufgegangen”

Gucken Sie Fußball?

Ab und zu

Ein unvergessliches Konzerterlebnis?

In meiner Schulzeit habe ich zeitweise sehr viele Konzerte besucht, eine ganze Reihe davon sind mir noch in guter Erinnerung.

Was wollten Sie als Kind später einmal werden?

Zunächst Mönch, später dann Sänger

Was würde uns in einer Zeit ohne das Lied verloren gehen?

Diese Zeit werde ich hoffentlich niemals erleben…

Wie stellen Sie sich das perfekte Liederabend-Publikum vor?

Offen und neugierig

Photo © Liedwelt Rheinland | Sebastian Herzog-Geddes

“11 Fragen an…” – Markus Schönewolf

“11 Fragen an…” – Markus Schönewolf

Was machen Sie tagsüber?

Komponieren, viel ‚administrative Arbeit‘, unterrichten.

Ihr heißer Literatur-Tipp?

Rüdiger Safranski, „Schopenhauer und Die wilden Jahre der Philosophie“.

Ihr liebstes Kinder- und Volkslied?

„Kein schöner Land in dieser Zeit“. Junge Forschungen zeigen, dass der Text das Bergische Land meint.

Mein persönliches Lied-Steckenpferd

Lied-Komposition.

Was ich der Welt mit dem Lied sagen möchte…

In einem Buch las ich jüngst den Satz, das Lied trage die Chance in sich, ein Sinnganzes zu spüren. Diese Chance sollten wir alle – Sänger, Liedbegleiter, Publikum, Komponisten – nutzen.

Gehen Sie gerne wandern? Wo? Warum?

Bei uns zu Hause im Bergischen Land. Nur beim Wandern finde ich neue Ideen für Kompositionen.

Ihre größte Freude beim Lied-Musizieren?

Menschen emotional und geistig in Tiefenschichten anrühren, wie es nur die Musik im Allgemeinen und das Lied im Besonderen vermögen.

Graben Sie gerne in Archiven?

Ja, ich liebe es, Handschriften im Original zu bestaunen, da sie die Aura des Komponisten und die Signatur ihrer Zeit in sich tragen. Von mehreren Komponisten stehen Handschriften (Noten, Briefe …) vollständig digital zur Verfügung.

Ein Bild oder eine Skulptur das ein Lied verdient?

Jedes Werk, das den Rilke’schen Imperativ „Du mußt dein Leben ändern“ in sich trägt.

Ihr Lieblingsort für einen Liederabend?

Kleine, intime Orte, in denen das Publikum tatsächlich Teil des Geschehens ist.

Ein unvergessliches Konzerterlebnis?

Bachs Hohe Messe in h-Moll mit John Eliot Gardiner.

 

© Photo: Markus Schönewolf | Franz Hamm

 

“11 Fragen an…” – Irene Kurka

“11 Fragen an…” – Irene Kurka

Was machen Sie tagsüber?
Üben, Kontakte pflegen, Yoga, Spazierengehen, Freunde treffen und vieles mehr

Ihr heißer Literatur-Tipp?
Ich lese sehr viel und es gibt so viele tolle Bücher, z.B.: Peter Sporck: Der zweite Code, Will Bowen: Complainte Free World (gibt es auch auf deutsch), Gerhard Hüther: Etwas mehr Hirn, bitte

Ihr liebstes Kinderlied?
Schneeflöckchen, Weißröckchen

Mein persönliches Lied-Steckenpferd:
Auch das zeitgenössische Liedgut zu singen

Graben Sie gerne in Archiven?
Ja, obwohl es heutzutage eher im Internet ist.

Ihr Lieblingsort für einen Liederabend?
Carnegie Hall in New York.

Thrilling Story behind – Ihr spannendstes Lied-Fundstück?
Das Liederschaffen von Moritz Eggert, welches ich auf der CD „Ohrwurm“ mit dem Komponisten eingespielt habe.

Ihr Ritual vor jedem Auftritt?
Ausreichend schlafen.

Ein unvergessliches Konzerterlebnis?
Die 70-jährige junggebliebene Meredith Monk in der Kölner Philharmonie 2016.

Was wollten Sie als Kind später einmal werden?
Schauspielerin, Sängerin, Psychologin

Wie stellen Sie sich das perfekte Liederabend-Publikum vor?
Neugierig, zahlreich und begeistert

Photo © Liedwelt Rheinland | Sebastian Herzog-Geddes

“11 Fragen an …” Karola Pavone

„11 Fragen an…“ – Karola Pavone

 

Ihr heißer Literatur-Tipp?

Robert Seethaler: “Ein ganzes Leben”; Agatha Christie.

Mein persönliches Lied- Steckenpferd?

Ironische, augenzwinkernde Lieder. Balladen. Und alles, was mit Sehnsucht zu tun hat.

Gehen Sie gerne wandern? Wo? Warum?

Ja, sehr. Im Wald, am Berg, am Wasser. Weil es mich „erdet“, den Kopf befreit; mich damit den Themen des Liedes näher bringt und meistens Platz für halbwegs gute Ideen schafft. Und es ist einfach schön.

Thrilling Story behind – Ihr spannendstes Lied- Fundstück?

Schubert/Mayrhofer: Atys. Ernest Chausson/Verlaine: Le chevalier malheur. August Bungert/Heine: Reinigung

Ihr Ritual vor jedem Auftritt?

Yoga, nicht zuviel, nicht zuwenig essen, etwas frische Luft. Dann kurz Panik schieben, dann ausatmen.

Ein unvergessliches Konzerterlebnis?

Mit Boris Radulovic live im serbischen Fernsehen. Schräg und schön.

Als Zuhörer: Frans Helmersson und Pavel Gililov mit Brahms und Rachmaninow, außerdem Claudio Abbado nach einem phantastischen Konzert in Wien kennengelernt zu haben.

Ihre favorisierte Lied- Aufnahme?

Dichterliebe mit Fritz Wunderlich und Hubert Giesen. Vier Letzte Lieder mit Jessye Norman und Kurt Masur.

Was wollten Sie als Kind einmal werden?

Meeresbiologin. Hat super funktioniert! Es bleibt eine große Vorliebe für Lieder, die im/am/unter/vom Wasser handeln, und das „Abtauchen“, wenn auch in andere Welten.

Was würde uns in einer Zeit ohne das Lied verloren gehen?

Schönheit. Empathie. Große und kleine Gefühle. Achtsamkeit. Alles!

Wie stellen Sie sich das perfekte Liederabend-Publikum vor?

Offen, interessiert, humorvoll, leidenschaftlich, selbstverständlich gutaussehend und stinkreich 🙂

Welchen Rat würden Sie jeder/jedem jungen Liedstudent/in mitgeben?

Sing soviel Du kannst; Einatmen, Ausatmen; Üben, Üben, Üben.

Wer mitgezählt hat, merkt es gleich: Karola Pavone hat sich als erste an die Zahl 11 gehalten 😀

Photo © Karola Pavone | Photograph: Roman Kuryliv

“11 Fragen an…” – Anna Herbst

“11 Fragen an…” – Anna Herbst

Was machen Sie tagsüber?
Arbeiten!

Was ich der Welt mit dem Lied sagen möchte…
ist genau das, was nur das Lied sagen kann!

Ihre größte Freude beim Lied-Musizieren?
Eine innige, intuitive und spontane Kommunikation zwischen Musikern und Publikum.

Ihr Lieblingsort für einen Liederabend?
Am Strand!

Thrilling Story behind – Ihr spannendstes Lied-Fundstück?
„Les Quatrains Valaisans“ von Jean-Philippe Dartois.

Ihr Ritual vor jedem Auftritt?
Pasta! e basta 🙂

Ein unvergessliches Konzerterlebnis?
Als Sängerin – mein Debut in der Kölner Philharmonie. Als Zuhörerin: Matthias Goerne mit der Winterreise.

Ihre favorisierte Lied-Aufnahme?
Ian Bostridge und Julius Drake „The English Songbook“

Was wollten Sie als Kind später einmal werden?
Lied-Sängerin!

Wie stellen sie sich das perfekte Liederabend-Publikum vor?
Zahlreich und begeistert!

Was schätzen Sie an der Szene der Lied-Liebhaber?
Den Mut zum Feinsinn.

Photo © O-Ton Michael Zerban

“11 Fragen an…” – Patricia Radeck

“11 Fragen an…” – Patricia Radeck


Was machen Sie tagsüber?

Arbeiten. Wenn ich zu Hause bin, singe ich, übe Texte, bereite Konzerte vor. Wenn dann noch Zeit ist, handarbeite ich. An freien Tagen fotografiere ich sehr gerne.

Literatur Tipp?
Ich liebe Gedichte von Erich Fried. Goethes “Die Leiden des jungen Werther” und Hesse “Das Glasperlenspiel” gehören auch zu meinen Liebsten.

Lieblingskinderlied?
Ich liebe die Oper “Hänsel und Gretel” von Humperdinck, da sind neben der grandiosen Hexenpartie wundervolle Kinderlieder vertont, Reger hat  ebenfalls Kinderlieder komponiert, die nicht so oft zu hören, aber wunderschön sind.

Persönliches Lied-Steckenpferd?
Habe ich nicht wirklich. Ich höre, was mich berührt und das singe ich auch, sofern es zu meiner Stimme und Persönlichkeit passt.

Was will ich der Welt mit dem Lied sagen?
Vor allem mit dem Lied, aber grundsätzlich mit klassischer Musik, dass Musik und musizieren eben nicht bedeutet, Radio zu hören,  sich von U-Musik benebeln zu lassen und loszuträllern. Professionelles Singen bedeutet vor allem Disziplin, viel Arbeit, Empathie und Freude an dem, was man macht, dann kommt das, was man dem Zuhörer sagen möchte, auch an.

Gehen Sie Wandern? Wo? Warum?
Wandern, Spaziergänge, je nach Zeit und Muße, ich liebe alte Friedhöfe, Wälder, Berge, das Meer oder schöne Seen, aber ich entdecke gerne auch Städte, das ist ganz unterschiedlich, aber immer werden dabei Foto geschossen. 😁

Was ist Ihnen die größte Freude beim Liedmusizieren?
Lied, Oper oder Sakralkonzert, das Allerbeste ist das gemeinsame Aussuchen, Austesten, was passt, was geht, die Grenzen ein Stück weiter legen, zusammen mit meinen beiden Lehrern ein neues Programm erstellen und in den Wochen des Einstudierens fallen manche Stücke wieder weg und andere werden ins Programm aufgenommen. Spannend ist dann, wie es sich am Ende entwickelt hat.

Graben Sie gern in Archiven?
Auf jeden Fall, wenn auch eher im Web als in Bibliotheken.

Ein Bild, eine Skulptur, das / die  ein Lied verdient?
Viele und noch mehr Gedichte hätten es verdient, vertont zu werden. Eines meiner Lieblingsgemälde ist auf jeden Fall “Der erste Kuss” von William Adolphe Bouguereau.

Ihr Lieblingsort für einen Liederabend?
Oh, ganz viele, natürlich die ganzen Konzerträume, in denen man so singt, wäre man berühmt. In Florenz, im Garten einer Villa habe ich mal ein Konzert gehört, das würde mir gefallen.

Spannendstes Liedfundstück
Alle Lieder, die ich für mich entdecke, sind spannend. Mein momentanes Lieblingslied ist von Schubert, Totengräbers Heimweh, das kann morgen schon wieder anders sein.

Ritual vor jedem Auftritt?
Einfach und sicher, ich bete.

Gucken Sie Fußball?
Ja, WM und EM wenn unsere Mannschaft spielt.

Favorisierte Liedaufnahme?
Natürlich die Mozart/ Mendelssohnlieder und Regerlieder, gesungen von Barbara Schlick, “Winterreise” mit Ian Bostridge und alle Lieder, die Christian Gerhaher eingespielt hat.

Was wollten Sie als Kind später werden?
Sängerin, eigentlich Operettensängerin, weil meine Mutter nur Operette hörte. Alternativ dazu Krankenschwester oder Paramentenstickerin.

Was würde uns in einer Zeit ohne das Lied verlorengehen?
Beim deutschen Lied ganz klar unsere Geschichte, die es ja viel länger gibt als unsere traurige nationalsozialistische Geschichte, auf die wir leider immer wieder reduziert werden. Die ganzen wunderbaren Dichter, Komponisten und Maler gerieten noch mehr in Vergessenheit. Schöne Momente mit schöner Musik und schönen Stimmen gingen verloren, dem Zuhörer und Künstler, ein Stück der eigenen Fantasie.

Wie stellen Sie sich das perfekte Liederabend-Publikum vor?
Neugierig, offen für Neues und empathisch . Schafft man es, einen Zuhörer zu begeistern, hat man viel erreicht.

Ihr Rat für junge Studenten?
Musizieren und Kunst machen zu dürfen, ist ein großes Privileg, es gibt viele große Talente auf der Welt, die niemand kennt, weil sie durch persönliche Umstände, im falschen Land geboren zu sein, kein Geld  vorhanden ist usw. nicht ihrer großen Leidenschaft nachgehen können. Umso wichtiger ist es, dass die, die Musik machen dürfen, professionell und respektvoll mit diesem großen Geschenk umgehen.