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Die Welt vor 100 Jahren

4. Juni, 19:30 - 21:00

Satire – Ironie – Tiefere Bedeutung
Musik und Lyrik der 1920er Jahre in Industriekultur-Räumen

Gerade jetzt, zu Beginn „unserer“ 20er Jahre lohnt der Blick 100 Jahre zurück: Damals war man furchtbaren Katastrophen entronnen, zeitgleich mit der Endphase des 1. Weltkriegs hatte eine Pandemie – die Spanische Grippe – die Welt heimgesucht. Wie reflektierte die Musik in den 1920er Jahren dies? Mit Satire, Ironie, Spott, Glamour, Expression, Sachlichkeit, vor allem aber: kein Rückfall in gefühlsduselige Romantik bitte! So entstand eine ungemein lebendige Musikwelt, die uns auch heute mitreißt, bezaubert und in Atem hält. Nehmen wir – in Zeiten von Corona – Paul Hindemiths Unheimliche Aufforderung an, die Zeitläufte musikalisch zu reflektieren.

Wie so oft in dieser Zeit geht es in den Werken hochaktuell her: Dabei findet oft als Gesellschaftskritik, als Aufruf oder auch als Scherz die Umkehrung ins Gegenteil statt. Verballhornungen, deren Zusammenhänge manchem Zuhörer damals gleich klar waren, die aber heute als Spiel mit dem Wort, als An-spielungen meist einer kurzen Hintergrund-Erläuterung bedürfen, damit neben einem gewissen Hang zu Aufruhr und zum Klamauk auch die eigentlich inneliegende Kritik an den Zuständen der 1920er Jahre klar werden.

Der heutige Konzertbesucher wird nun allerdings von der Aktualität der Texte, der Szenerien und der Entstehungsumstände schier überwältigt. Ihn erwartet ein brandaktuelles moderiertes Kammerkonzert mit Bezügen zu Literatur, bildender Kunst und zum Zeitgeschehen der 20er Jahre des 20. Jahrhunderts.

 

Programm

Paul Hindemith, Ouvertüre zum „Fliegenden Holländer“, wie sie eine schlechte Kurkapelle morgens um sieben am Brunnen vom Blatt spielt

Paul Hindemith, „Die Serenaden“ – Kleine Kantate nach romantischen Texten op. 35 –: „Barkarole“, „Nur Mut“, „Der Abend“, „Der Wurm am Meer“

Paul Hindemith, „Musikalisches Blumengärtlein und Leyptziger Allerley“: Nr. 1, Nr. 2 („Priere d’une vierge dans la Tonart mixolydique“), Nr. 4 („Kanon zum Schießen“), Nr. 6 („Marsch der Löwenreichswehr, Oberst W. gewidmet“), Nr. 8 („Die Gebetsmühle im Schwarzwald“, Charakterstück)

Erwin Schulhoff, aus Fünf Sätze für Streichquartett: Alla Valse viennese, Alla Tarantella

Stefan Wolpe, Suite im Hexachord für Oboe und Klarinette, daraus: 1. Satz, Sostenuto 

Paul Hindemith, „Unheimliche Aufforderung“, Lied mit großer Orchesterbegleitung im Stile Richard Strauss’, Text aus einer Imkerzeitung

Paul Hindemith, aus Fünf Stücke für Streicher op. 44,4: Nr. 3 (Lebhaft), Nr. 4 (Sehr langsam)

Kurt Weill, „Youkali“ (arr. für Sopran, Streichquartett und Kb)

Dazu Texte, Gedichte und „Manifeste“ von Tristan Tzara, Hugo Ball, Hans Arp, Georg Heym, Jakob van Hoddis

 

Mitwirkende

Elisabeth Menke, Sopran

Sibylle Hahn, Oboe

Thomas Meyer, Klarinette

Albert Rundel, Violine

Gudrun Höbold, Violine

Chiho Takata, Viola

Martin Burkhardt, Violoncello

Thomas Falke, Kontrabass

Gerhard Anders, Künstlerische Leitung und Konzept

 

Tickets

Eintritt: 28,00 Euro (reduzierte Preise auf Anfrage)
Infos und Kartenreservierung: info@lichtturm-solingen.de
Voraussetzung: aktuell geltende Coronaregeln

 

In Kooperation mit

 

Mit Unterstützung von

Details

Datum:
4. Juni
Zeit:
19:30 - 21:00
Veranstaltungskategorien:
,

Veranstaltungsort

Lichtturm Solingen
Lützowstraße 340
Solingen, 42653 Deutschland
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