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Winnaarsrecital

21. Mai, 16:00 - 18:00

„Cette nuit, j´ai rêvé…“ – „Heute Nacht habe ich geträumt…“ 

Mit dieser Ankündigung einer sinnlichen Traumerzählung aus Pierre Louÿs berühmtem Gedichtzyklus „Bilitis“ ist das LiedDuo-Programm überschrieben. Erklingen werden allerdings nicht die berühmten Vertonungen durch Claude Debussy, sondern die ihrerzeit erfolgreichen, doch in Vergessenheit geratenen Lieder der französischen Komponistin Rita Strohl. Im Rausch der Liebe der Nymphe Bilitis zu ihrem Geliebten sind die Grenzen aus Wirklichkeit und Phantasie so fließend wie letztlich unbedeutend. Traumartig wirken auch die luftigen, teils abstrakt visionären Lieder von Olivier Messiaen, die außerdem ein weiteres Grundthema des Programms verkörpern – die Einheit von Mensch und Natur im Tanz der Elemente, symbolisch und assoziativ in der Verschmelzung von Mann und Frau, Himmel und Erde, Kopf und Herz.

Träume guten, bösen und ungewissen Ausgangs spielen auch bei Heinrich Heine eine übergeordnete Rolle; von der berühmten, phantastischen Lorelei-Gestalt zur nur (noch) im Traum erreichbaren Liebe hat Clara Schumann zur Vertonung nicht gerade die optimistischsten Traumsequenzen ausgesucht. Nach einem kurzen, optimistischen Exkurs zu Joseph von Eichendorff (in einer „Glück!“-Vertonung von August Bungert, die in ihrem gelösten Schwung mit etwas – Achtung! – Phantasie auch aus Robert Schumanns Liederjahr stammen könnte) schließt sich in der ewigen Suche nach Antworten (Heine /Bungert: Warum sind denn die Rosen so blass / Messiaen: Pourquoi?) der Kreis mit Heines Prosa-Gedicht „Reinigung“, dessen ebenfalls naturgebundenen Erlösungsgedanken Bungert mit beinahe  wagnerianischem Pathos zelebriert. Hier gilt es, einem „wahnsinnigen Traum“, einen Dämon, einer Erscheinung aus der Meerestiefe des Unbewussten zu entkommen.

Die Kraft der lyrischen Traumwelt bleibt auch trotz oder wegen Freud, Jung & Co. faszinierend vielschichtig, sinnlich, reich an Bildern, Auswegen und parallelen Realitäten – na dann, gute Nacht!

Karola Pavone, sopraan
Boris Radulović, piano

 

PROGRAMM

Clara Schumann (1819 – 1896)
Lorelei (Heine)
Sie liebten sich beide  op. 13/2 (Heine)
Ich stand in dunklen Träumen op. 13 nr. 1 (Heine)

Rita Strohl (1865-1941)
aus: Bilitis (Louys)
Le sommeil interrompu
La flute de Pan
La Chevelure
Le Serment

Olivier Messiaen (1908 – 1992)
La fiancée perdue (aus: Trois mélodies; Messiaen)
Bail avec Mi (aus: Chants de terre et de ciel; Messiaen)
Pourquoi? (aus: Trois mélodies; Messiaen)

August Bungert (1845-1915)
Warum sind denn die Rosen so blass?  op. 11/1 (aus Junge Leiden, Heinrich Heine)
Glück  op. 4/6 (Eichendorff)
Reinigung  op. 12/2 (Heine)

 

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Details

Datum:
21. Mai
Zeit:
16:00 - 18:00
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