Alle Beiträge von Sabine Kraseman

Liedsommer 2020

 

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Sommer-Highlights rund um’s Kunstlied

Auch 2020 ist wieder unser sommerliches Kaleidoskop der Liedkunst im Rheinland zu erleben. Das Festival Liedsommer präsentiert Künstlerinnen und Künstler des Netzwerks Liedwelt Rheinland an ausgesuchten Orten zwischen Ende April und Ende September 2020.

Dabei erklingen auf Orte und Anlässe abgestimmte Programme.

Das Festival Liedsommer und das Netzwerk Liedwelt Rheinland werden auch 2020 von zahlreichen Partnern unterstützt.

 

Yuhao Guo

Yuhao Guo

Wir begrüßen Yuhao Guo in der Liedwelt Rheinland und freuen uns auf die Zusammenarbeit!

Hier entsteht in Kürze eine Liedwelt-Biographie. Untenstehend finden Sie weiterführende Informationen.

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Photo © Liedwelt Rheinland | Sebastian Herzog-Geddes

Ober- und unterhalb der Meeresoberfläche

Ober- und unterhalb der Meeresoberfläche

Eintauchen und Auftauchen – Wasser als die Musik inspirierendes Element

Das Meer ist seit der Antike ein „Ort der Seele”, an dem Menschen sich körperlich und mental heilen können. Es ist ein Ort der Faszination, aber auch der Geheimnisse und der Sehnsucht. Wie vielleicht sonst nirgendwo, wird der Mensch am Meer mit dem Gefühl der Unendlichkeit konfrontiert, und mit dem Bewusstsein der eigenen Wenigkeit und Endlichkeit. Andererseits wirken viele Eigenschaften der Meereslandschaft extrem inspirierend für den menschlichen Geist. Das Meer wird dann der Ort, der die Fantasie beflügelt und an dem alle Möglichkeiten offenstehen.

Dank dieser reichen Bandbreite der Gefühle und Perspektiven, ist das Meer seit jeher und in jeder Kultur ein beliebtes Objekt der Künste gewesen. Generationen von Malern haben sich bemüht, den flüchtigen Meeresspiegel zu malen.

In die Stücke eintauchen: Blaue Meeresstimmungen
Debussy und Bellini

Nach dem Schiffbruch
Händel 

Das Meer, der beste Freund des Menschen
Rachmaninov und Nyström 

Jenseits des Meeres
Ravel 

Im Wasser entschwinden
Chausson 

Dazu Kompositionsaufträge für Klänge mit Meer- und Wassergeräuschen

Die Künstlerinnen

Eva Marti, Mezzosopran, Dramaturgie
Martha Van Damme, Klavier
Linda Weidmann, Projektionen

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Das Copyright für das Konzept liegt bei Eva Marti.

Photo: Emil Nolde, Meer und dunkle Wolken (1935) © Liedwelt Rheinland | Sabine Krasemann

 

Männer sind …. und Frauen auch …. Loriot-Programm

Männer sind …. und Frauen auch …. Loriot-Programm

Jeder kennt diesen Satz aus Loriots „Papa ante Portas“. Sagt er nicht alles aus, was die Beziehung zwischen Männern und Frauen betrifft? Jedem von uns macht es Freude, bei Filmen, Büchern und auch in der Kunst, Figuren zu beobachten, die einander necken, sich streiten und am Schluss dann doch zueinander finden. In der Musik stellen wir uns diesem Verhältnis immer wieder.

Das Programm umfasst Lieder und Arien diverser Epochen und Sprachen und bringt neben bekannten Duetten aus Oper und Musical auch viele unbekanntere Werke zum Vorschein. So werden die Keller-Lieder von Hugo Wolf, russisches Liedgut Rachmaninoffs und Lieder des englischen Komponisten Vaughan Williams ebenso zu hören sein wie Stücke aus Musicals wie Carousel, Duette aus der Zauberflöte und Arien von Wagner und Nicolai. Humorvoll führen die drei Musiker mit Hilfe von Gedichten, Anekdoten und selbstgeschriebenen Texten durch den Abend. Die Eigensinnigkeit, das Werben um die Gunst des Anderen, die Annäherung, der Streit und zu guter Letzt das liebevolle „Lippen schweigen… s’flüstern Geigen“, wenn man sich endlich gefunden hat, zeigen dem Publikum genau das, was Loriot aussagt: Männer sind… und Frauen auch… überleg’ dir das mal!

DIE KÜNSTLER

Katharina Diegritz, Sopran
Benjamin Hewat-Craw, Bariton
Yuhao Guo, Klavier

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Das Copyright für das Konzept liegt bei den Künstlern.

Photo © Liedwelt Rheinland | Sebastian Herzog-Geddes

 

Laura Pitz

 

Laura Pitz

Laura Pitz, geboren 1992, erhielt ihren ersten Klavierunterricht im Alter von sechs Jahren. Daneben erhielt sie auch Unterricht im Violin- und Oboenspiel.

Nach dem Abitur begann sie im Jahr 2012 ihre pianistische Ausbildung an  der Hochschule für Musik und Tanz Köln bei Josef Anton Scherrer. Ein Studienjahr absolvierte sie zudem an der Universität Mozarteum in Salzburg, wo sie von Cordelia Höfer-Teutsch unterrichtet wurde. Im Rahmen von internationalen Meisterkursen erhielt sie weitere Impulse u.a. von Manfred Aust, Matthias Kirschnereit, Olivier Gardon, Henri Sigfridsson und Markus Bellheim.

Laura Pitz war bereits im Jugendalter sowohl solistisch als auch in verschiedenen kammermusikalischen Besetzungen in Konzerthäusern wie der Essener Philharmonie, der Bochumer Jahrhunderthalle, dem Cuvilliés-Theater München sowie beim Schleswig-Holstein-Musikfestival zu hören. Mehrfache 1. Bundespreise des Wettbewerbs „Jugend musiziert“ zeichnen sie aus. Sie wurde zudem mit Sonderpreisen der Deutschen Stiftung Musikleben sowie der ZONTA International/Union deutsche ZONTA Clubs ausgezeichnet. Laura Pitz ist Preisträgerin des Westfälischen Klavierwettbewerbs „ Van Bremen“ und des Rotary Klavierwettbewerbs  und  erhielt den 2. Trimborn-Förderpreis NRW.

Gefördert wurde Laura Pitz als Stipendiatin der Deutschen Stiftung Musikleben, des DAADs und der Gisela und Erich-Andreas Stiftung.

Im Laufe ihres Studiums hat sie eine besondere Leidenschaft für das Kunstlied entwickelt und absolviert in diesem Zuge derzeit das Master-Studium „Liedgestaltung“ bei Ulrich Eisenlohr an der Hochschule für Musik und Tanz Köln. Sie ist eine gefragte Duo-Partnerin und Korrepetitorin bei nationalen und internationalen Wettbewerben und konzipiert regelmäßig Liederabend-Programme mit verschiedenen Sängerinnen und Sängern. Sie arbeitete mit namhaften Liedinterpret*innen wie Anne le Bozec, Pauliina Tukiainen, Ingeborg Danz und Jan Philipp Schulze zusammen.

Seit April 2019 wird Laura Pitz vom Verein Live Music Now Köln e.V. gefördert.

Neben der künstlerischen Tätigkeit ist ihr die Musikvermittlung ein großes Anliegen. Sie lehrt seit Anfang 2018 Klavier an der Kreismusikschule in Viersen; ihre Schüler erhielten bereits mehrfach erste Preise beim Wettbewerb „Jugend musiziert“.

 

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Photo © Laura Pitz  | Minna Kettunen

Silke Weisheit

 

Silke Weisheit

Der Zauber des Wortes in der Melodie – Gedichte haben mich immer schon fasziniert, besonders in der Verbindung mit Musik”

Die Mezzosopranistin Silke Weisheit legt neben ihrer Tätigkeit als freischaffende Konzertsängerin ihren Schwerpunkt auf die Gestaltung von Liederabenden mit Rezitation, die sie gemeinsam mit ihrem Mann, dem Schauspieler und Sprecher Philipp Schepmann, veranstaltet. Eine Auswahl aus den Abenden:

  • „Ich weiß nicht, was soll es bedeuten“ – ein Abend mit Heine-Texten mit Kompositionen von Robert und Clara Schumann, Johannes Brahms und Franz Liszt
  • “Goethe-Texte” und Kompositionen von Robert Schumann und Carl Friedrich Zelter, begleitet mit Konzertharfe
  • “Biblische Texte” mit Kompsitionen von Johannes Brahms und Antonin Dvorak
  • “Goethe in Neapel” – Eine musikalische Reise mit Kompositionen von Robert Schumann und Felix Mendelssohn Bartholdy

Im Entstehen sind Abende zu den Themen „Mond-Nacht“, „Nacht-Liebe“, „Phantastische Nacht“ und „Die Liebe hat gelogen“.

Biographie

Bereits während ihres Studiums an der Hochschule für Musik und Tanz Köln bei Prof. Claudio Nicolai und Prof. Hans Sotin faszinierte Silke Weisheit die Gestaltung von Liedern besonders.

Seit einigen Jahren vertieft sie dies durch wertvolle Impulse von Ingeborg Danz und dem Pianisten Tobias Krampen.

Auf der Opernbühne verkörperte Silke Weisheit Rollen wie Cherubino / 3. Knabe / 3. Dame (Mozart), La Cenerentola (Rossini) und Prinzessin Linetta (Prokofjew).

Im Konzertfach sang sie die Alt-Partien der Oratorien, Passionen und Messen von J.S. Bach, Brahms und Verdi wie auch Kompositionen von Hening Frederichs und Martin Palmeri.

Eine besondere Liebe hegt die Sängerin zu Orchesterliedern, von denen sie die „Kindertotenlieder“ von Gustav Mahler und die „Wesendonck Lieder“ von Richard Wagner zu Gehör brachte.

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Photo © Silke Weisheit | Andreas Biesenbach

Die Musik als Schicksal – Interview mit Susanna Kadzhoyan

 

Die Musik als Schicksal – Interview mit Susanna Kadzhoyan

Die Pianistin Susanna Kadzhoyan begann im Alter von vier Jahren mit dem Klavierspielen. Ihr Talent wurde bereits im Kindergarten entdeckt und doch hat sie ihre Leidenschaft für die Musik niemals verloren. Ein Blick auf ihren Werdegang, ihre wichtigste Lebensentscheidung und ihr anstehendes Konzert.

„Die erste Klaviermusik hörte ich vermutlich schon im Mutterleib“, erzählt Susanna Kadzhoyan. Denn auch ihre Mutter ist Pianistin und nahm sie mit zur Arbeit und zu ihren Proben. „Trotzdem wollte sie nicht, dass ich den gleichen beruflichen Weg einschlage“, erzählt Kadzhoyan. „Vermutlich, weil sie genau wusste, was dann auf mich zukommen würde.”

Die ersten Fähigkeiten am Klavier brachte ihre Mutter Kadzhoyan dennoch bei und schließlich wurde im Kindergarten erstmals ihr großes Talent entdeckt. „In der Sowjetunion war es üblich, dass Musikschulen ihre Lehrer an die Kindergärten schickten, um Nachwuchstalente zu finden“, erzählt die russische Pianistin. Obwohl sie mit sechs Jahren eigentlich noch zu jung für die Schule war, bestand sie die Aufnahmeprüfung und besuchte ab ihrem sechsten Lebensjahr die Musikschule.

„Die ersten Jahre liefen noch recht hobbymäßig ab, bis ich mit neun Jahren an einem Wettbewerb teilgenommen habe.” Dort erhielt sie nicht nur den dritten Platz, sondern auch ein Angebot für ein spezielles und renommiertes Musikgymnasium. Ihre Eltern hatten für Susanna eigentlich bereits eine Schule mit Sprachenschwerpunkt ausgesucht und stimmten dem Vorschlag nicht sofort zu.

„Aber schließlich war es dann wie Schicksal”, erzählt Kadzhoyan. „Ich bin mit meinen Eltern spazieren gegangen und wir kamen an genau dieser Schule vorbei. Meine Mutter sagte, dass man sie sich ja wenigstens einmal von Innen anschauen könne. Also gingen wir hinein und genau an diesem Tag fanden Prüfungen für das nächste Schuljahr statt. Die Frau, die meine Eltern bereits nach dem Wettbewerb angesprochen hatte, erkannte mich. Sie nahm mich an die Hand, ich durfte die Aufnahmeprüfung spontan absolvieren und wurde genommen.” Von da an absolvierte Susanna Kadzhoyan ihre weitere Klavierausbildung bei Tamara Popovich an der „Uspenskij Musikschule für musikalisch hochbegabte Kinder“ in Taschkent.

Eine bewusste Entscheidung

Schließlich ließ ihr Vater die damals Zehnjährige selbst entscheiden, welchen Weg sie gehen möchte: „Er hat mir aufgezählt, was für Möglichkeiten ich mit der Musik hätte, aber auch, worauf ich verzichten müsste.” Susanna entschied sich gegen die Sprachschule und für das Klavierspielen: „Seit diesem Tag steht außer Frage für mich, was ich machen möchte.“ Selbst als sich in ihren Kindheitstagen ihre Freunde zum Spielen verabredeten, war der angehenden Pianistin stets klar, dass erst das Üben ansteht. „Aber meine Eltern haben mich nie gedrängt. Vielleicht habe ich auch deswegen nie die Lust am Musizieren verloren.“

Mittlerweile lebt Susanna Kadzhoyan seit zehn Jahren in Deutschland und begeistert ihr Publikum weltweit. „Die größte Herausforderung zu Beginn war das Erlernen der Sprache. Doch durch die Musik konnte ich trotzdem Kontakte knüpfen und lernte an der Kölner Hochschule Elisabeth Menke kennen – sie ist noch heute meine Lied-Duo-Partnerin”, erzählt die Pianistin. Eigentlich sollte Köln damals nur eine zweijährige Station während eines Stipendiums sein. „Doch ich habe gemerkt, wie viele Möglichkeiten ich hier habe und es war toll, endlich mehr Konzerterfahrungen zu sammeln.“

Dank der Professorin für Klavier an der Hochschule für Musik und Tanz, Nina Tichman, hat Susanna Kadzhoyan im Anschluss an ihr Vorspiel die Chance bekommen, an der Kölner Hochschule für Musik und Tanz zu studieren und Tichmans Klasse zu besuchen. Schließlich absolvierte sie 2012 den Master of Music Klavier mit Auszeichnung und schloss 2014 ihr Konzertexamen sowie den Master in Kammermusik erfolgreich ab.

Im Anschluss unterrichtete Kadzhoyan drei Jahre „Klavier-Kammermusik“ an der Hochschule für Musik in Freiburg. Daraufhin übernahm sie die künstlerische Leitung der Konzertreihe „Bechstein Young Professionals“ in Köln, dozierte bis zum Jahresbeginn 2019 am Klavier an der Hochschule für Musik und Tanz Köln und ist mittlerweile selbstständig als Konzertpianistin tätig. Nun lebt sie in Düsseldorf.

Die Freude an den Proben

„Es gibt so viele Dinge, die ich an der Musik liebe! Ich kann einerseits tolle Musik spielen, kann dank der Noten Neues erlernen und nachdem ich intensiv geprobt habe, anspruchsvolle Werke erklingen lassen – das macht extrem zufrieden”, schwärmt Kadzhoyan noch heute, wenn man sie nach ihrer Leidenschaft fragt. „Außerdem ist es ein Mittel, um sich auszudrücken, wenn man etwas nicht selbst in Worte fassen kann. Durch das Proben kann ich mir immer wieder neue Energie holen.“ Vor Konzerten spielt sie bis zu zehn Stunden täglich. Durchschnittlich sind es zwischen vier und acht Stunden. „Aber bereits als Kind habe ich täglich vier Stunden gespielt, das ist einfach total drin und Normalität für mich.“

Außerdem macht ihr das Üben mindestens genauso viel Spaß, wie das Konzerterlebnis: „Es gibt viele, die hassen das Üben. Aber mir macht es sehr viel Spaß – deswegen unterrichte ich bestimmt auch so gerne”. Kadzhoyan wünscht sich, künftig einmal ihre eigene Klasse zu haben.

Aktuell bereitet sie sich mit der Sopranistin Elisabeth Menke auf das Konzert am 1. September 2019 vor. Unter dem Titel „Musik als Lebenselixier“ präsentieren Menke und Kadzhoyan Werke von Grieg, Schubert, Schumann und R. Strauss. „Wir präsentieren schöne Musik, die dennoch in die Tiefe geht und bestimmt Stoff zum Nachdenken mit nach Hause gibt.“

Am Lied faszinieren die Musikerin besonders zwei Aspekte: „Es ist einerseits toll zu sehen, wie Komponisten die Vertonung in Musik umsetzen und den gleichen Gedichten mit verschiedenen musikalischen Mitteln Ausdruck verleihen.“ Weiter sei es faszinierend, wie kurze Lieder so viel beinhalten können: „In wenigen Zeilen wird etwas gesagt, für das man sonst eine ganze Seite benötigen würde. Es passiert so viel in den Liedern und das ist eine absolute Besonderheit dieser Gattung.“

Das Gespräch führte Elena Sebening.

Photo © Susanna Kadzhoyan | Mischa Blank

Zwischen Verfeinerung und Schlichtheit

“Es wäre toll, wenn die Neue Musik es schafft, einen größeren Kreis zu erreichen.” – Interview mit Christoph Maria Wagner

Christoph Maria Wagner ist Pianist, Komponist und Dirigent. Er studierte Komposition und Dirigieren an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln und unterrichtet dort selbst seit 1995. Im Interview erzählt er von dem geplanten „Etwas anderen Liederabend“ und verrät, was für ihn das Kunstlied zu etwas Besonderem macht.

Wagners Wunsch ist es, mit seinen Stücken und auf Konzerten nicht nur spezielle Expertenkreise anzusprechen, sondern stets auch weitere Menschen für das Kunstlied und seine Facetten zu begeistern. „Es wäre toll, wenn die Neue Musik es schafft, einen größeren Kreis zu erreichen“, sagt Christoph Maria Wagner. Gemeinsam beschäftigten er und die weiteren Kölner Komponisten Ralf Soiron und Stefan Thomas sich mit Texten von Hermann Broch, Robert Gernhardt und Charles Bukowski und komponierten Stücke für die Veranstaltung „Der etwas andere Liederabend“, die am Freitag, 30. August 2019 erklingt.

Ergänzend werden Stücke von Ursula Mamlok zu hören sein, darunter die „Four German Songs“ nach Texten von Hermann Hesse sowie kurze Klavierstücke, die im Rahmen der ganzheitlichen Konzeption des Abends sowohl Augenblicke der Reflexion und des Innehaltens darstellen als auch Übergänge zwischen den Liederzyklen schaffen.

Kultur als verbindendes Element

Als verbindendes Element zwischen der Komponistin Ursula Mamlok und dem Schriftsteller Charles Bukowski werden biografische Überschneidungen der Künstler genannt: Beide wurden in Deutschland geboren und lebten dennoch die meiste Zeit ihres Lebens in Amerika. Mamlok stammte aus einer in Berlin lebenden jüdischen Familie und Bukowski war Sohn eines in Andernach stationierten Soldaten. Sie beide hatten stets eine intensive Beziehung zur deutschen Kultur, wenngleich ihre Umsetzung oftmals nicht unterschiedlicher hätte sein können.

„Die Texte von Bukowski sind gleichermaßen kultig wie deftig, einfach ein wenig anders“, sagt Wagner. Nach einer intensiven Auseinandersetzung mit seinen Werken – von den Kurzgeschichten über die Romane und Gedichte – schrieb der Komponist Stücke für Bariton und Klavier, die er in diesem Liederabend präsentiert werden. Besonders mit den gewählten „Bukowski-Songs“ möchte Wagner zeigen, dass der Schriftsteller mehr war, als viele annehmen: „Es gibt eine Verbindung von der oberflächlichen Rauheit und dem empfindsamen Inneren.“

Weiter führt der Komponist aus: „Bei der Vorbereitung auf den Abend haben wir uns bewusst gegen das Konventionelle entschieden und sind dem Genre des Klavierliedes trotzdem treu geblieben.“ In dieser selbstgewählten Beschränkung etwas Neues und Abwechslungsreiches zu entdecken, ist die Besonderheit des zusammengestellten Programms. „Es ist für mich persönlich sehr reizvoll, mich so eines altehrwürdigen Genres zu bedienen und gleichermaßen damit zu überprüfen, wie es in der Gegenwart noch funktioniert.“

Die Kunst der Verfeinerung

Eine ganz besondere Balance aus Verfeinerung und Schlichtheit macht für ihn ein kunstvolles Lied aus. Als persönlichen Höhepunkt benennt er darin die Lieder von Robert Schumann. Die Intimität des Kunstliedes sei eine weitere Besonderheit der Gattung. „Das ist kein Genre für die ganz große Bühne, sondern für einen kleineren Kreis – so war es schon immer“, erklärt der 52-Jährige. Im 20. Jahrhundert kippte die Balance zwischen Schlichtheit und Verfeinerung vielfach auf die Seite des Verfeinerten, Zerbrechlichen: „Es ist eben stets eine Gratwanderung zwischen diesen Polen“.

Umso mehr strebt Christoph Maria Wagner für den anstehenden Liederabend musikalische Direktheit an. Bewusst hätten er und seine Kollegen daher die Stücke in deutscher Sprache ausgewählt, um so für alle Zuhörer den Inhalt zugänglich zu machen.

Lieder für die heutige Lebenswelt

Der Komponist Ralf Soiron beispielsweise präsentiert „Lieder des Bewusstseins“ nach Texten von Georg Heym, Ernst Stadler und Günter Kunert für Frauenstimme und Klavier sowie Lieder nach Gedichten von Hermann Broch für Bariton und Klavier. Stefan Thomas präsentiert Lieder nach Texten des Satirikers Robert Gernhardt für Sopran und Klavier. Die Gesangssolisten sind Pia Davila (Sopran) und Peter Paul (Bariton).

Für den Komponisten Christoph Maria Wagner ist Musik in jeder Hinsicht etwas Besonderes: „Beim Komponieren passiert ganz viel der Arbeit im Kopf, bei Konzerten wiederum gibt es eine ganz andere Form des Glücksgefühls. Die Musik gibt einem die Möglichkeit, etwas Schönes zu schaffen, sich selbst und andere in Schwingungen zu versetzen.“

Mit seinen Lied-Kompositionen wünscht sich Wagner, innerhalb des Genres auf neue Art zu überzeugen. „Wenngleich viele ältere Stücke wunderschön sind, sind sie teilweise doch sehr weit entfernt von unserer heutigen Lebenswelt.“ Er erhofft sich, dass eine direktere Ebene, wie sie auch bei dem Liederabend erzeugt werden soll, den Einstieg in die Kunstform erleichtert.

Das Gespräch mit Christoph Maria Wagner führte Elena Sebening.

Photo © Christoph Maria Wagner