Michael Gees

Michael Gees

Michael Gees ist Pianist, Liedgestalter, Komponist und Improvisateur. “Alte Meister” erklingen bei ihm im oft extemporierten Dialog mit der Moderne. Damit geht er alte neue Wege. Seit 2009 lehrt er Vokale Improvisation und Liederfindung an der Kölner Hochschule für Musik und Tanz.

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© Photo Michael Gees

Schuberts “Winterreise” war der Auslöser – Interview mit Anna Herbst

Die Natur und das Leben in der Natur schenken Erfahrungen, die sich dann auf der Bühne wiederholen.

Schuberts “Winterreise” war der Auslöser – Interview mit der Sopranistin Anna Herbst

Wir haben Sie gerade mit den „Liedern in Bildern“ von Markus Schönewolf hier im Bahnhof Belvedere gehört, einem Projekt, das für Sie völlig neu war. Wie kam es denn dazu, dass Sie sich auf das Wagnis eingelassen haben, eine Stunde Neue Musik in nicht einmal sechs Wochen einzustudieren?

Ich habe das eigentlich schon öfter gemacht. Ich bin mit Neuer Musik groß geworden, so dass sie mir auch recht vertraut ist. Ich arbeite sehr gerne mit Komponisten zusammen, die noch leben. Als Sabine Krasemann mich für dieses Projekt ansprach und mir die Noten zusandte, gefiel mir die Musik von Markus Schönewolf auf Anhieb sehr gut, sehr gesanglich und es schien mir für mich zwar anspruchsvoll, aber durchaus machbar zu sein. Andernfalls hätte ich das Projekt auch zugesagt, mir jedoch mehr Zeit erbeten.

Die „Lieder in Bildern“ sind aus dem Wandern heraus entstanden – welchen Bezug haben Sie zum Wandern?

Ich würde es zwar nicht richtig wandern nennen, aber ich gehe sehr gerne spazieren. Ich liebe den Kontakt zur Natur und beim Spazierengehen wird man zu einem Teil der Natur. Wahrscheinlich auf eine Art und Weise, wie man es sonst kaum erfahren kann.

Gerade das Kunstlied ist zumeist sehr stark von den Naturbildern geprägt, die wiederum für innere Vorgänge stehen – denken Sie, dass eine gewisse Naturverbundenheit Ihnen als Sängerin bei der Interpretation hilft?

Ja, unbedingt! Das Singen auf der Bühne ist eine Wiederholung des eigenen Lebens bzw. eigener Erfahrungen. Die Natur und das Leben in der Natur schenken Erfahrungen, die dann auf der Bühne noch einmal wiederholt werden. Was man nicht zumindest in der Vorstellung erlebt hat, kann man auch nicht überzeugend interpretieren. Natürlich muss man nicht jede Erfahrung selber gemacht haben, aber man muss zumindest in der Lage sein, sich bestimmte Dinge vorzustellen.

Was war Ihre erste Begegnung mit der Gattung Lied und wann?

Daran kann ich mich noch sehr gut erinnern! Es ist ungefähr 20 Jahre her und meine Mutter hatte mich in die Kölner Philharmonie mitgenommen, wo Matthias Goerne die „Winterreise“ sang.

Schuberts Musik traf genau meine Gedanken und Gefühle

Das war für mich der Grund, Sängerin zu werden: Dieses Konzert hat mich emotional völlig mitgenommen. Ich saß dort, heulte fast das ganze Konzert und dachte mir nur: „Was macht der Mann da auf der Bühne mit mir?“ Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, diese Gefühle, von denen Goerne da sang, genau zu kennen. Nur hatte ich es als Kind nie geschafft, dies in Worte oder Töne zu fassen. Ich fühlte mich so verstanden – Schuberts Musik traf genau meine Gedanken und Gefühle, nur war ich nicht in der Lage, es auszudrücken. Von dem Abend an war für mich klar, dass ich das auch machen würde.

Sie haben sich aber nicht nur für die Laufbahn als Sängerin entschieden, sondern auch für den Werdegang der freien Sängerin, was natürlich gewisse Risiken birgt. Wieso also diese bewusste Entscheidung?

Meine Stimme ist sehr vielseitig und ich mag das ganze Breitenspektrum, das sich mir durch meine Stimme bietet. Ich genieße es, diese Vielfalt und Flexibilität zu nutzen, die mir zu eigen sind. Natürlich birgt das auch gewisse Risiken – man hat natürlich kein festes Gehalt und muss physisch und psychisch sehr auf sich achtgeben.

Sie widmen sich gerne sowohl der Alten als auch der Neuen Musik – was fasziniert Sie an den beiden Zeitabschnitten, was verbindet und was unterscheidet sie?

Beide Zeitabschnitte faszinieren mich sehr. Die Zeitgenössische Musik kommt von Menschen, die dieselbe Welt erleben wie ich. Das macht die Musik so unmittelbar und authentisch.

Seelenverwandtschaft trotz zeitlichen Abstands

Ich empfinde es so, dass meine Wurzeln in der Alten Musik liegen. Hier geht es um Situationen und Emotionen von Menschen, die vor langer Zeit gelebt haben. Und trotz des Abstands fühle ich mich diesen Menschen, ihren Werten und ihrem Menschenbild sehr verbunden und empfinde es als eine Art Seelenverwandtschaft. Unser Blick auf die Welt ist ähnlich und ich freue mich sehr, dass es damals Menschen gab, die eine ähnliche Sichtweise hatten wie ich heute. Wenn ich Alte Musik interpretiere, hole ich diese Weltanschauung in die heutige Zeit.

Sie sind auf der Opernbühne und als Konzertsängerin zu erleben – was fasziniert Sie an der Gattung Lied?

Das Lied ist im positivsten Sinne relativ alltäglich. Das Lied ist für mich die menschlichste und direkteste Art des Gesangs, was man ja auch schon daran sieht, dass das Lied auch der Form nach recht einfach gestaltet ist. Hinzu kommt meine große Liebe zur Lyrik. Ich habe immer schon gerne Lyrik gelesen – für einen dicken Roman bin ich viel zu ungeduldig (lacht). Es ist die höchste Kunst, wenn man Wesentliches in einer kurzen Form wie zum Beispiel in einem Gedicht oder einem Lied ausdrücken kann. Und für mich ist das Lied eine besonders schöne Art, mit wunderbarer Lyrik umzugehen.

Sie sind in Bensberg geboren und haben in Köln und Lübeck studiert. Haben Sie für sich den Eindruck, dass es eine besondere Verbindung zwischen dem Lied und dem Rheinland gibt?

Die inhaltlichen Verbindungen sind ja ganz offensichtlich – denken Sie bloß an die zahlreichen Vertonungen von Rhein-Gedichten oder auch Texten von Heinrich Heine. Ich habe einmal ein ganzes Programm zum Thema Loreley konzipiert und durfte einen Liederabend im Beethovenhaus geben mit Liedern von Beethoven, begleitet auf seinem Hammerklavier. Grundsätzlich finde ich – gerade wenn ich das Rheinland zum Beispiel mit Lübeck vergleiche –, dass die Rheinländer schon eine besonders gesangliche Sprachmelodie haben. Vielleicht liegt ja bereits hierin eine Affinität der Rheinländer zum Singen und zum Lied.

Das Interview führte Verena Düren.
Photos © Anna Herbst | Chara Kyriasoglou

Zum Bericht über die Konzerte im Bahnhof Belvedere am 10. und 11.8.2017

Im Volkston – 90 Lieder in “Die Woche”

Im Jahr 1903 richtete die Berliner Wochenzeitschrift “Die Woche” einen Kunstlied-Wettbewerb aus. Die berühmtesten deutschen Komponisten der Zeit, von Pfitzner bis Humperdinck, von Schillings bis Reinecke, waren gebeten worden, neue “Lieder im Volkston” zu schreiben. Die meisten dieser Titel wurden nun erstmals überhaupt aufgenommen und auf CD veröffentlicht.

Mehr zu den Hintergründen finden Sie hier.

Die CD ist bei Oehms Classics erschienen und kann hier bestellt werden.

Thilo Dahlmann

Thilo Dahlmann

Nach seinem Gesangsstudium bei Ulf Bästlein, Berthold Schmid, Guido Baehr und Wolfgang Millgramm an der Essener Folkwang-Hochschule, wo er 2007 sein Konzertexamen mit Auszeichnung ablegte, war der Bassbariton Thilo Dahlmann Mitglied des Internationalen Opernstudios des Zürcher Opernhauses. Wichtige Impulse erhielt er dort durch den Bariton Roland Hermann. Meisterkurse bei Charles Spencer, Michael Volle und Barbara Schlick vervollständigten ebenso seinen künstlerischen Werdegang, wie die Zusammenarbeit mit Konrad Jarnot und Carol Meyer-Bruetting.

Beim Landesgesangswettbewerb Nordrhein-Westfalen wurde er mit dem ersten Preis ausgezeichnet. 2013 wurde ihm der Liedpreis des Kultusministeriums Schleswig-Holstein sowie der Nikolaus Bruhns-Sängerpreis verliehen.

Engagements führten in ans Opernhaus Zürich die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf, die Wuppertaler Bühnen und das Theater Koblenz.

Vor allem ist Thilo Dahlmann jedoch als Konzert- und Liedsänger tätig. Sein Repertoire reicht von frühbarocker Vokalmusik bis zu zahlreichen Uraufführungen,

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Es gibt derzeit keine bevorstehenden Veranstaltungen.

Konzert am 21.10.2018
Konzert am 10. 9.2017

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Photo © Thilo Dahlmann | Marco Borggreve

Bahnhof Belvedere

Bahnhof Belvedere – Feierliche Übergabe des Bahnhofs an die Öffentlichkeit

Gemeinsam mit unserem Kooperationspartner, dem Förderkreis des Bahnhof Belvedere haben wir mit zwei Konzerten am 10. und 11.8.2017 den Ort der Öffentlichkeit übergeben.

Er ist das älteste Stationsgebäude Deutschlands, der Bahnhof Belvedere in Köln-Müngersdorf. Das denkmalgeschützte Gebäude wurde von Architekten der Schinkel-Schule gebaut und ist bis heute noch weitgehend im Originalzustand von 1839 erhalten. Eine Besonderheit ist sicher die Verbindung von schönem Empfangsgebäude und der Lage im weitläufigen Park.

2010 gründete sich der Förderkreis Bahnhof Belvedere auf Betreiben von Sebastian Engelhardt, um das historisch so bedeutsame Bahnhofsgebäude zu erhalten, zu renovieren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dass letzteres Anliegen eventuell auch mit Musik verbunden sein würde, liegt bei Engelhardts Beruf nahe: Er ist Cellist beim WDR Sinfonieorchester Köln.

Ein Ort mit verzauberndem Flair

Am 10. und 11. August 2017 wurde der Bahnhof Belvedere nun in einem gemeinsamen Projekt mit der Liedwelt Rheinland zum ersten Mal bespielt. Das synästhetische Projekt „Lieder in Bildern“ mit den Bildern von Ernst Martin Heel und Texten und Musik von Markus Schönewolf fügte sich nahezu perfekt in die ungewöhnlichen Räumlichkeiten ein. Im ganzen Bahnhofsgebäude verteilten sich die großflächigen Bilder Heels und ließen das Enterieur zu einer Galerie werden.

Ein kleiner Konzertsaal in der Bel Etage

Im oberen Bereich dann der kleine Konzertsaal, in dem an diesen beiden Abenden Anna Herbst (Sopran) und die Harfenistin Jie Zhou zu hören waren. Für die beiden Musikerinnen war dies die erste Zusammenarbeit, für die Anna Herbst das anspruchsvolle Werk binnen weniger Wochen einstudierte. Diese kurzfristigen Umstände waren den beiden Musikerinnen aber keineswegs anzuhören: In wunderbarem Zusammenspiel setzten sie die Naturoden um. Jie Zhou erwies sich hierbei nicht nur als souveräne Begleiterin, sondern wusste auch ungewöhnliche Klangeffekte auf ihrer Harfe umzusetzen, die dem Werk Schönewolfs eine weitere lautmalerische Ebene verliehen.

Anna Herbst brillierte nicht nur gesanglich

Besonders beeindruckend gelang der Part von Anna Herbst, die nicht nur gesanglich brillierte, sondern dem Werk in ihrer Interpretation sowohl der gesungenen als auch der gesprochenen Texte eine weitere Ebene gab. Besonders reizvoll gestaltete sich am ersten Abend auch das Geräusch des Regens von draußen – welch wunderbare Ergänzung zu eh schon synästhetisch angelegten Naturoden! Auch das Angebot eines anschließenden Beisammenseins wurde von den begeisterten Besuchern dankbar angenommen.

So klang der Abend aus mit einer Besichtigung der Räumlichkeiten, Betrachtung der Bilder, Künstlergesprächen und – einem Interview mit der wunderbaren Sopranistin Anna Herbst!

Ein Bericht von Verena Düren
Photos © Liedwelt Rheinland | Sabine Krasemann

 

Franziska Heinzen

Franziska Heinzen

“Das Kunstlied ist für mich die einfachste und gleichzeitig komplexeste Musikform überhaupt: In meist knapp drei Minuten wird ein gesamtes Universum, eine Geschichte durch Musik und Poesie auf das Prägnanteste verdichtet:

Die Stimme als ureigenstes Ausdrucksinstrument entführt das Publikum zusammen mit den unendlichen Klangmöglichkeiten des Klaviers auf tausend kleine Gefühlsreisen, die sich im Ganzen eines Liederabends vereinen.”

Die Schweizer Sopranistin Franziska Heinzen studierte Gesang an den Musikhochschulen von Zürich und Düsseldorf. Ihre Ausbildung schloss sie im Frühjahr 2016 mit dem Konzertexamen bzw. dem Solistendiplom mit Auszeichnung in der Klasse von Jeanne Piland ab. Meisterkurse bei Krisztina Laki, Rudolf Piernay, Renée Morloc, Hedwig Fassbender, Christiane Iven sowie Liedspezifische Meisterkurse bei Wolfram Rieger, Ulrich Eisenlohr und Hartmut Höll vervollständigen ihre Ausbildung.

Franziska Heinzens künstlerisches Profil ist äußerst facettenreich: Ihr Repertoire umfasst Werke Alter bis Zeitgenössischer Musik, von Monteverdis Marinevesper über Mozart und die französische Romantik bis hin zu Uraufführungen zeitgenössischer Werke. Neben zahlreichen freien Opernproduktionen erhielt sie Gastengagements am Theater Trier und Ulm. Eine besondere Affinität hegt sie für die Liedkunst.

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Veranstaltungen

Konzert am 18.11.2018
Konzert am 14.10.2018
Liederabend am 8.10.2018
Konzert am 15.9.2017
Ausstrahlung von “Traumgekrönt – Hommage à Rilke”
Konzert am 9.5.2018
Konzert am 29.7.2018

 

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Photo © Franziska Heinzenn | Maren Schäfer

“Im Volkston” – Anno 1903 – Kunstlied-Wettbewerb!

“Im Volkston”
Anno 1903 – Kunstlied-Wettbewerb!

Berlin+++1903+++Berlin+++1903+++Berlin+++1903+++

Die Wochenzeitschrift “Die Woche” richtet einen Kunstlied-Wettbewerb aus. Zahlreiche teils berühmte Komponisten werden gebeten, “”Lieder im Volkston” zu komponieren: schlicht und leicht fasslich sollten sie sein, gedanklich in der Schubert-Nachfolge. 30 Lieder wurden ausgesucht und in einem Sonderheft der “Woche” herausgegeben.

Da manche Lieder nicht schlicht genug ausgefallen waren, entschloss sich der Verlag August Scherl nachzulegen: Es wurde ein zweites, nun offenes Preisausschreiben gestartet. Wieder sollten 30 Lieder im Druck erscheinen – doch der Verlag erhielt 9.000 Lieder und verdoppelte daraufhin sein Output und gab zwei weitere Hefte mit insgesamt 60 Liedern heraus.

Die Käufer erwartet eine spannende Aufgaben: Sie konnten mittels einer im Heft befindlichen Postkarte abstimmen, welche der insgesamt 90 Lieder die drei besten seien und somit ihrer Meinung nach einen Preis gewinnen sollten.

 

Was die nächsten gut 111 Jahre passierte ist noch nicht erforscht.

München+++26.06.2017+++13:05+++

Am 30. Juni erscheint das erste der drei Sonderhefte “Lieder im Volkston” auf CD  beim Label “Oehms Classics”. BR Klassik gab zu der Produktion den Anstoß, nachdem Patrick Schönbach, IT-Spezialist, Musikwissenschaftler die Redaktion auf diese unglaubliche Geschichte aufmerksam machte.

BR Klassik berichtet im Rahmen der “Mittagsmusik” über die spektakuläre Trouvaille und ihre unglaubliche Wiederentdeckung durch Patrick Schönbach . Zu finden sind hier auch fünf Noten- und Klangbeispiele.

WDR 3 Klassikforum+++09.08.2017+++09:05-12:00+++

In der Sendung läuft ein Bericht, der ebenfalls von dem Sujet erzählt. Zuhörer sind unter anderem Sabine Hoeper von der RUB und unsere Mitarbeiterin Verena Düren. Die Liedwelt besorgt das Manuskript der Sendung.

ZVAB+++10.08.2017+++12:53+++

Auf der Jagd nach dem originalen Band 1 hat die Liedwelt knapp auf der Plattform ZVAB verloren, aber wir bedanken uns bei  dem Antiquariat Immanuel, David Lambrecht für die Weiterleitung an die Käuferin.

BOCHUM+++10.08.2017+++13:02+++

Frau Sabine Hoeper von der RUB hat das Exemplar gekauft, um es der Bibliothek an der RUB zuzuführen. Sie hatte am 9.8. auf WDR 3 Klassikforum die gleiche Sendung wie unsere Mitarbeiterin Verena Düren gehört und war gleich zur Tat geschritten. Wir bedanken uns ganz herzlich für die Zusendung des Bandes als pdf.

ZVAB+++10.08.2017+++13:07+++

Band 2 und 3 sind bestellt und liegen der Liedwelt im Original und digital vor.

Berlin+++16.08.2017+++21:17+++

In einem Gespräch im kundigen Netzwerk war zu erfahren: “Die Woche” wurde erst 1944 eingestellt. Da es sich um eine nicht unbedeutende Zeitschrift handelte könnte es durchaus sein, dass noch Archivmaterial zu finden ist: Die Liedwelt fragt sich, ob von den verbleibenden 8940 Liedern noch welche in einem Archiv, auf einem Dachboden oder in einem Keller zu finden sind oder ob vielleicht schon 1904 alle restlichen Lieder im Ofen verschwanden oder als Fischeinwickelpapier hergehalten haben. Das wird recherchiert werden.

Des Weiteren soll die Frage untersucht werden, was aus der erstaunlich hohen Einsendezahl gesellschaftlich abzulesen ist: Es hat also Anfang des 20. Jahrhunderts scheinbar noch sehr viel Hausmusik gegeben, wenn 9.000 Lieder für einen Wettbewerb eingesendet wurden. Auch was hier die nächsten 111 Jahre passierte soll untersucht und recherchiert werden.

Die Liedwelt Rheinland bleibt dran an dieser Geschichte und wird weiter berichten!

Die CD ist bei Oehms Classics erschienen und kann hier bestellt werden.

19.8.2017

Photos © Liedwelt Rheinland | Sabine Krasemann

 

RheinVokal

RheinVokal
Festival am Mittelrhein

2000 Jahre Kultur am Mittelrhein

Erleben Sie mit RheinVokal 2000 Jahre Kultur am Mittelrhein – romanische Kirchen, die bis zu den Wurzeln des Christentums zurückreichen, den Glanz der Gründerzeit in Kurorten an Ahr und Lahn, höfische Kultur in Schlössern und Villen.

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Konzert am 30.6.2017

Rezension und Bericht “Lied vom Glück”

“Marienleben” am 19.7.2018

Weblinks

Internetseite

Liedwelt unterwegs – “Lied vom Glück” bei RheinVokal

“Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt…”

“Lied vom Glück” bei RheinVokal

Jeden Sommer freut sich der Liebhaber der Gesangskunst auf ein Festival : Auch dieses Jahr findet seit dem 30. Juni das Festival „RheinVokal“ statt. Auf SWR-Hoheitsgebiet am Rhein beheimatet ist das Festival bekannt für ganz außergewöhnliche  Spielstätten und vielfältige Veranstaltungsformate.

Konzerte hoch über dem Westerwald

Der Liederabend von Sarah Wegener und Cornelis Witthoeft nun am 30. Juli fand bei traumhaftem Wetter auf Schloss Montabaur statt.

Das gelbe Schloss thront über der Kreisstadt Montabaur, deren hübsche Altstadt vor und nach dem Konzert zum Verweilen einlud.

Ein geschichtsträchtiger Ort

Schloss Montabaur ist ein geschichtsträchtiger Ort: sie geht bis ins 10. Jahrhundert zurück. Zwischen 1687 und 1709 entstand dann die Schlossanlage, wie sie sich heute noch präsentiert.

Noch bis zum Ende des 18. Jahrhunderts diente sie den Trierer Erzbischöfen als Residenz und wurde nach der Flucht vor den französischen Revolutionsheeren schließlich Jagdschloss der Herzöge von Nassau. Ab 1851 hatte das Schloss zunehmend institutionelle Bedeutung und war Landratamt und Verwaltungssitz des Regierungsbezirks Montabaur. Inzwischen wurde das Schloss von der Akademie Deutscher Genossenschaften gekauft und ist nun Tagungs- und Seminarzentrum.

Im Liederabend von Sarah Wegener und Cornelis Witthoeft ging es allerdings weniger um die ganz praktischen Dinge des Lebens, sondern ‚um’s Gefühl‘. „Lied vom Glück“ war der Titel des Konzerts, das im historischen Rittersaal mit seinen wunderbaren Deckenfresken von Lazarus Maria Sanguietti stattfand.

Waldseligkeit in vielen Varianten

Zeitlich beschränkten sich die Musiker auf das 19. und frühe 20. Jahrhundert, präsentierten in ihrem Programm jedoch die verschiedensten Aspekte und Stile der Zeit. Um das Glück und worin man dieses findet, ging es im ersten Block des Abends, der noch hochromantisch anklang.

Besonders spannend machte den Verlauf des Abends die Gegenüberstellung von Mehrfachvertonungen. So war beispielsweise Detlev von Lilliencrons Gedicht „Glückes genug“ in den Vertonungen von Richard Strauss und Max Reger zu hören, die „Waldseligkeit“ von Richard Dehmel gleich in vier Vertonungen von Alma Mahler, Max Reger, Richard Strauss und Joseph Marx.

Während in diesen Texten ganz fein mit den Parallelen der inneren Gefühlswelt zur Natur gespielt wird, so endete der erste Teil doch verschmitzt und ‚tierisch‘ mit Engelbert Humperdincks Liedern „Die Lerche“ und „Die Schwalbe“, was wohl auch die hauseigene Schlosskatze mitgehört hatte.

 

Von Sehnsucht, Feen und verfressenen Drachen

Sarah Wegener und Cornelis Witthoeft, die sich bereits im ersten Teil als eingeschworenes Team erwiesen hatten, bei dem jeder Ton und jede noch so feine Nuance ‚zwischen den Notenlinien‘ saß, begeisterten auch im weiteren Verlauf des Abends: Nach Skandinavien ging es mit Jean Sibelius und Edvard Grieg.

Von Sehnsucht und Melancholie waren die Lieder geprägt. Von englischem Humor, märchenhaften Feen und gierigen Drachen mit Kuchenunverträglichkeit war im folgenden Block zu hören, in dem auch das Glück abseits der Zweisamkeit besungen wurde.

Cheek to cheek

Wunderbar erzählerisch präsentierte Wegener diese Lieder. Mit viel Humor ging es weiter mit Paul Dessaus „Der Adler“ und „Die Kellerassel“, bevor der Abend mit Friedrich Hollaenders „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“ und Irving Berlins „Cheek to cheek“ zu Ende ging.

Bei letzterem durfte das begeisterte Publikum – trotz Rundfunkmitschnitts – in den Refrain einfallen. Obschon die besondere Landschaft und der laue Sommerabend nach draußen lockten, mussten Sarah Wegener und Cornelis Witthoeft und noch zweimal nachlegen, bevor das Publikum sie gehen ließ.

Text und Bilder: Verena Düren

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