Michael Schwalb, Hans Pfitzner

Michael Schwalb, Hans Pfitzner

Hans Pfitzner
Hans Pfitzner komponiert 1944 in seinem Haus in Rodaun. Foto: Nach:Busch-Salmen/Weiß: HansPfitzner/Bayerische Staatsbibliothek/Bildarchiv

Pfitzner – zwischen himmlischer Vision und Abgrund

In der Reihe „Kleine bayerische Biographien“ ist im März eine gut 100-seitige Biographie über Hans Pfitzner erschienen. Der Autor Michael Schwalb ist nach Anstellungen als Orchestermusiker (Solocellist) nun Redakteur einer großen im Rheinland ansässigen Rundfunkanstalt. Er hat zahlreiche Radiofeatures produziert, Vorträge und Publikationen zu musikalischen und musikliterarischen Themen finden sich ebenso unter seinen Veröffentlichungen.

Sowohl das Bild Hans Pfitzners (1869 –1949) als auch die Rezeption seiner Werke leiden in der deutschen Musiklandschaft noch weitgehend unter einem Stigma durch seine Anbiederung an den Nationalsozialismus.

Dabei ist schon eine ausgewogene Beurteilung seiner vielgestaltigen Musik äußerst schwierig: Werke tiefster Herzensinnigkeit oder höchst komplexe Schöpfungen – wie sein »Palestrina« – stehen neben Kompositionen erschütternder Simplizität. Pfitzners Oeuvre zeigt zudem kaum lineare Entwicklung, und manche Bastion hart erarbeiteter Modernität wird zugunsten einer Selbststilisierung als »letzter Romantiker« aufgegeben.

≫… der Lenz, der nimmer endet≪, so ist in diesem gerade im Pustet-Verlag als Buch und als das Kapitel überschrieben, das Michael Schwalb dem Liedgesang widmet: „Das größte Werkkorpus innerhalb von Hans Pfitzners Oeuvre stellen die Liedvertonungen dar. Über 100 Lieder sind zu Lebzeiten veröffentlicht, einige auch posthum bekannt geworden, und alle gedruckten Lieder liegen in exzellenten Einspielungen vor. … Pfitzner war ein Liedkomponist par excellence; seine schöpferische Kraft, die sich dem musikalisch-poetischen Einfall verdankt, ist in der kleinen Liedform am angemessensten zu fassen.“

Einen ersten Blick in das Buch bietet dieser Link: http://bookview.libreka.de/preview/100409/9783791727462?session=a9759ae0d974ccc61fe3f99dc820ff3c3e230c18

Michael Schwalb: Hans Pfitzner. Verlag Friedrich Pustet, März 2016

Buch 12,95 Euro, E-Book 9,99 Euro über die Homepage des Verlags [] bestellbar.

Rezensionen

SWR Cluster Reinhard Ermen am 8.6.2016:
http://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/cluster/schwalb-pfitzner-komponist-zwischen-vision-und-abgrund/-/id=10748564/did=17559028/nid=10748564/ajkq3x/index.html

FONO FORUM am 10.5.2016
http://www.fonoforum.de/home/artikel/tx_news/zwischen-vision-und-abgrund/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=ed1ea24841f0af3ba61cd527efc62356

Mittelbayrische Zeitung am 19.5.2016, von Gerhard Diete
http://www.mittelbayerische.de/kultur-nachrichten/komponist-zwischen-vision-und-abgrund-21853-art1380920.html

Der Autor

Michael Schwalb: Thomas Mann und Hans Pfitzner – Musikalische Inspiration und literarische Bewältigung
http://www.rodoni.ch/PFITZNER/schwalb.pdf

weiterführende Links:

 Hans Pfitzner – Gesellschaft e.V.
http://www.pfitzner-gesellschaft.de/

Pfitzner-Lieder

  1. Grohe: Hans Pfitzner – Verzeichnis sämtlicher im Druck erschienenen Werke, Leukart 2003, 4,50 €
    https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Kompositionen_Hans_Pfitzners#Vokalkompositionen

Pfitzner und der Nationalsozialismus
http://www.muenster.de/stadt/strassennamen/pfitznerstrasse.html

Aufnahmen

Hans Pfitzner: Sämtliche Lieder, cpo 5 CDs, 24,99 €

„1999, also passend zum Pfitzner-Jahr, konnte das Ergebnis präsentiert werden: 5 CDs in chronologischer Reihenfolge und in den von Pfitzner gewollten originalen Stimmlagen.“

Eine Koproduktion mit dem WDR, Redakteur: Hans Winking
https://www.jpc.de/jpcng/cpo/detail/-/art/Hans-Pfitzner-1869-1949-S%E4mtliche-Lieder/hnum/3239676

Wissenswert

Straßen im Rheinland

In Köln-Lindenthal findet sich die Pfitznerstraße zwischen der Bruckner- und der Richard-Strauss-Straße, in Düsseldorf-Urdenbach in Gemeinschaft mit der Heinrich-Schütz-Straße und der Händelstraße.

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