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Heinrich Heine

Heinrich Heine

„Die Stadt Düsseldorf ist sehr schön, und wenn man in der Ferne an sie denkt und zufällig dort geboren ist, wird einem wunderlich zu Muthe. Ich bin dort geboren und es ist mir, als müsste ich gleich nach Hause gehn.“ – Heinrich Heine, 1827

Kindheit und Jugend

Der 1797 in Düsseldorf geborene Heinrich Heine (gebürtig Harry Heine) wuchs in einem assimilierten jüdischen Elternhaus auf. Nach dem Besuch des Gymnasiums verließ er seine Heimat zeitweise, um als Auszubildender in Frankfurt und Hamburg der kaufmännischen Familientradition zu folgen. In dieser Lebensphase publizierte die Zeitschrift Hamburgs Wächter erstmals Gedichte Heines. Als 22-Jährigen zog es ihn wieder zurück ins Rheinland, um in Bonn Rechtswissenschaften zu studieren.

Literarischer Beginn

Einen größeren Reiz als die Juristerei übten jedoch die Vorlesungen Schlegels, des Mitbegründers der Romantik, auf den jungen Heine aus. Hinzu kamen der Einfluss Ernst Moritz Arndts in Bonn und Hegels in Berlin, die den häufigen Besucher literarischer Salons veranlassten, 1821 erste Gedichte und Tragödien veröffentlichen zu lassen. Im Jahr 1825 beschloss Heine sich protestantisch taufen zu lassen, um seine Berufsaussichten als mittlerweile promovierter Jurist zu erhöhen und nahm zudem den Vornamen Heinrich an.

Pariser Exil

Zur Zeit Heines europaweiten Durchbruchs wendete sich das französische Bürgertum im Sommer 1830 gegen den Adel. Als bekannter Schriftsteller, der die revolutionäre Stimmung unterstütze, verließ er 1831 das reaktionäre Preußen und ließ sich in Paris nieder. Seine in den Folgejahren publizierten Schriften lösten Begeisterung bei der deutschen politischen Opposition aus, woraufhin 1835 Heines Werk Opfer der Zensur im gesamten Deutschen Bund wurde. Nach weiteren Publikationen von seinem Pariser Exil aus erkrankte Heine Ende der 1840er Jahre und diktierte vom Krankenbett aus sein literarisches Vermächtnis bevor er 1856 verstarb.

Heine auf der Konzertbühne

Heines lyrisches Werk wurde von zahlreichen Komponisten vertont, darunter Schubert, Clara und Robert Schumann, Brahms, Mendelssohn, Wagner und weitere. Neben dem Liederkreis oder der Dichterliebe dürfte Die Lorelei die größte Berühmtheit erlangt haben. Heine selbst spielte kein Instrument, fühlte sich der Musik jedoch nie fern, da er keine strikten Grenzen zwischen den unterschiedlichen Kunstformen sah. So thematisiert er die Musik in seinem Gedicht Zur Telelologie:

Ohren gab uns Gott die beiden,
Um von Mozart, Gluck und Hayden
Meisterstücke anzuhören –
Gäb es nur Tonkunst-Kolik
Und Hämorrhoidal-Musik
Von dem großen Meyerbeer,
Schon ein Ohr hinlänglich wär!

 

Text: Julian Hambitzer

 

Weblinks

ZeitOnline: Heines Loreley

Heine Institut: Wer war eigentlich Heinrich Heine?

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