Archiv der Kategorie: Allgemein

Liedzeilen

Die Liedzeilen für Ihre Widmung

  1: Und küssen wollt‘ ich sie

  2: Ausgerechnet Bananen, Bananen verlangt sie von mir!

  3: … und sacht, wie nach einer Chopin Valse, meinst du mit mir hinzuschweben …

  4: Er liebt mich, zärtlich liebt er mich!

  5: Der Inbegriff von seinen Freuden,
Sagt er mir öfters, sei nur ich

  6: Glückes genug

  7: Wenn ich an deinem Herzen lag
Und nicht mehr dachte an ein Morgen

  8: Ach Jammer! o Lust!

  9: Und bringt mich noch um!

  10: der Augen edle Zier

  11: Wie tugendsam, wie zart, wie schön
seid ihr, seid ihr, seid ihr!

  12: du hast mein Herz gerührt

  13: ich will alzeit dein eigen sein,

  14: so wahr ich leb‘, ich mach kein‘ Schritt
jetz‘ und mehr ab von dir.

  15: Mein Herz ist dein

  16: Sie sangen sich scherzende Lieder,

  17: Sie neckte ihn, er neckte sie

  18: Als ich zum erstenmal ihn sah,
Da fühlt‘ ich, so was fühlt‘ ich nie,

  19: Mir ward, mir ward, ich weiß nicht wie

  20: Glaubt mir, er muß ein Zaub’rer sein.

  21: Sah ich ihn an, so ward mir heiß,
Bald ward ich rot, bald ward ich wei

  22: träumerisch verwirrt

  23: Nun fluten die Küsse ohne Zahl
hinum und ohne Wahl

  24: In den Augen lauter Glück!

  25: Meine Freundin gehört zu den üppigen Frauen,
Sie liegt auf dem Divan das ganze Jahr

  26: Mädchen, gib mir einen Kuss!

  27: Mein Zuckerschnuckelputzelkindchen

  28: Schmachteschmollerosenmündchen

  29: Sommersonnenrauschverwirrungsrasetoll!

  30: Küßte wirklich wetterbombenexquisit!!

Michael Gees – Wie klingt die Welt?

Michael Gees – Wie klingt die Welt?

Herr Gees, Sie beschäftigen sich viel mit extemporierter Musik. Damit sind Sie in der Klassik-Welt einer unter Wenigen. Weshalb ist das so? Warum scheuen sich die Leute vor Improvisation, und warum ist die klassische Musik so streng strukturiert?

Ich glaube, wir haben uns angewöhnt, unserer menschlichen Evolution zu misstrauen. Wir können uns unsere positive Wirksamkeit nicht vorstellen. Dabei erzeugt alles, was wir denken und tun, Resonanz, Zweckmäßiges und natürlich auch Unnützes. Es wirkt sich vielleicht nur homöopathisch aus, wenn ich meinen kleinen Finger krümme, aber es wirkt, auch in Bangladesch.

Wenn wir nun mit der Bequemlichkeit brechen, nichts bewirken zu können, dann sind wir auf einer Mission. Dann sind wir es, die – was auch immer – veranlasst haben und verantworten müssen. Stellten wir uns beispielsweise der ‚klassischen‘ Musik auch als einer Herausforderung an unsere Phantasie, stünden wir plötzlich in schöpferischer Verantwortung, gleich den bewunderten Heroen der Klassik. Und das macht uns Angst. Es ist eigenartig, dass wir uns die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen zutrauen, aber skeptisch bleiben in Bezug auf die Frage, ob wir die geistige Höhe Beethovens erreichen geschweige denn übertreffen könnten.

Wie funktioniert Improvisation bei Ihnen? Haben Sie ein gewisses Konzept, nach dem Sie improvisieren, oder ist es ein völlig freier Prozess?

Hätte ich ein Konzept, wär’s keine Improvisation. Andererseits gibt es für die gewissermaßen gebundenen Improvisationen meiner auf CD erschienenen Soloprogramme Vorbilder, wie etwa das ‚Cantare supra librum‘, eine in der Renaissance gebräuchliche Praxis des ‚Singens über dem Buch‘. Dabei wurden die Nebenstimmen zu einem gegebenen Cantus firmus spontan hinzuerfunden. Die Sänger verwandelten auf diese Weise das, was sie sangen, sie machten es zu ihrer eigenen Sache. Und darum geht es mir ja auch: zu werden wie das, was ich spiele.

Da ist zunächst einmal nichts.

Völlig frei, zumindest zu Beginn, ist Improvisation, wenn niemand im Saal weiß, was jetzt klingen will. Und wenn wir zum wissenden Feld werden, eben weil wir nichts wissen. Wenn ich wähle, was ich hören will. Und die Mitwirkenden, die wir ganz fälschlich „Publikum“ nennen, fassen das Gehörte individuell auf. Wenn wir also die Improvisation gemeinsam entwickeln, aus Gegenseitigkeit und Verständnis. Wenn etwas entsteht, worauf niemand von uns allein gekommen wäre, was zuvor niemand hätte wissen können: das ist freie Improvisation.

In vielerlei Hinsicht ist kein Unterschied zum Komponieren: da ist zunächst einmal nichts. Und dann die Wahrnehmung, dass das Nichts nicht nichts ist. Sondern belebt ist, voller Tongestalten. Und, kaum, dass eine Idee über die Schwelle tritt, Gestalt annimmt und hörbar wird, es gleich wieder aus ist mit der „völligen“, ungebundenen Freiheit. Es ist sehr erstaunlich, was alles nicht mehr geht, nachdem die ersten Töne aufgeklungen sind. Wie die Idee zur Spielregel wird, nach der sich alles Weitere richtet. Wie beispielsweise ein Text so etwas wie eine Wegweisung ist. Wie durchaus nicht alles geht, wenn ich gemeinsam mit Kollegen einen Text vertone, ein Lied erfinde.

Wie kann man sich diese Weisung vorstellen, die ein Text Ihnen vorgibt?

Der Text weiß, wie er vorgetragen werden will. Jedes Gedicht hat seine Melodie, wie überhaupt alles Lebendige eine Musik hat. Gedanken pulsieren in die physische Welt hinein und resonieren als Musik. Umgekehrt resoniert Musik in der geistigen Welt als Gedanke. So können Wort und Musik synästhetisch wechselwirken. Liedkomponisten resonieren natürlich auf ihre eigene Art mit dem Text. Sonst wären ja alle Vertonungen einander gleich oder ähnlich. Aber völlig verschieden sind sie eben auch nicht. An textgleichen Vertonungen lässt sich gut studieren, wie die Musiken verschiedener Komponisten gewissermaßen im gleichen Zimmer, im gleichen geistigen Raum erklingen.

Nicht viele Pianisten setzen einen so großen Fokus in ihrem Schaffen auf das Lied, wie Sie es tun. Wie sind Sie zum Lied gekommen? Und was begeistert Sie an dieser musikalischen Gattung?

Meine beiden Eltern waren Sänger und meine große Liebe zu Studienzeiten war eine Sängerin. Fast alle meine Lieder sind ihr gewidmet. Zum Liedpianisten habe ich also viel natürliche Neigung. Das Geschick dazu, Sänger zu begleiten und sie so gut wie möglich aussehen zu lassen habe ich mir im Laufe der Jahre angeeignet. Aber vor allem bedeutet Lieder begleiten, in Musik denken, tönen und sprechen zu dürfen, das Wort geleiten auf seinem Weg zum Verständnis. Das fließt im Lied wunderbar zusammen. In der Oper wird die Textdichte eines Liedes ja nur ganz selten erreicht. Das Lied denkt. Und das gefällt mir. Dazu habe ich beizutragen.

Herr Gees, warum brauchen wir in dieser technologisierten und digitalisierten Welt heutzutage überhaupt noch Musik? Welchen gesellschaftlichen Beitrag leistet Musik?

Vor allen Dingen leistet sie den, dass sie es ist, die – neben anderen Künsten – einen gesellschaftsbildenden Beitrag leistet; die Digitalisierung tut das ja eben gerade nicht. Musik ist nach meinem Verständnis geradezu ein Hörbild der Gemeinschaft, die Idee des Miteinanders schlechthin. Unisono, Heterophonie, Kontrapunkt, Harmonie und Dissonanz bis zu ihrer Auflösung ins weiße Rauschen: Musik ist die Harmonia Mundi, die Integration des Tönenden. Und Musik kann etwas Einzigartiges: Gleichzeitigkeit. Wenn wir gleichzeitig reden, verstehen wir einander nicht. Wenn wir gleichzeitig musizieren, können wir uns und andere als unterschiedlich beitragend erkennen und wahrnehmen, einander begegnen und in Beziehung gehen. Die Parallelität unseres Tuns stört uns nicht nur nicht sondern ist uns im Gegenteil geradezu ein Erkenntnisinstrument.

Musik wirkt in einem gemeinschaftsbildenden Konzert

Musik ist hörbares Miteinander. Musiker bilden zusammen mit dem „Publikum“ ein Stellvertreterfeld für das, was sie mit in den Raum nehmen und in Musik erleben. In der Fülle ihrer Beziehungen zueinander und zum Weltgeschehen sind sie Repräsentanten der Menschengemeinschaft. So wirkt ein in diesem Sinne gelungenes, nämlich gemeinschaftsbildendes Konzert weit über den Saal hinaus, in dem es stattfindet. Und wem das unbescheiden vorkommt: Anspruch und Wirkmächtigkeit der künstlichen Intelligenz sind kaum geringer. Allzu klein dürfen wir von uns nicht denken, wenn wir’s mit ihr aufnehmen wollen.

Das Interview führte Alice Lackner.

© Foto: Hermann und Clärchen Baus, Köln

Zum Konzert „Permamusik – Composing Voices“ am 16.11.2017

Schäferstündchen

Schäferstündchen

  Eine musikalische Liebeserklärung als Weihnachtsgeschenk 

Weihnachten — eine schöne Zeit, um dem Partner, Gefährten, Freunden oder Verwandten eine Freude zu machen. Dieses Jahr haben wir uns für die Menschen, die Ihnen lieb und teuer sind, ein ganz persönliches Geschenk überlegt:

  Schenken Sie sich ein gemeinsames Schäferstündchen! 

Wollten Sie einem sehr guten Freund, Ihren Eltern oder ihrem Lebenspartner schon länger einmal sagen, wie wertvoll er oder sie für Sie ist? Sagen Sie es mit einer Gedichtzeile und schenken Sie sich gemeinsam verbrachte Zeit in Form eines Konzertbesuchs!

Ganz im Zeichen von „Schäferstündchen“ steht das nächste Konzert bei Im Zentrum LIED. Gemeinsam besuchen Sie am Mittwoch, den 24. Januar 2018 das Konzert. Sie bekommen vorab per Post eine Geschenkkarte. Diese ist mit der von Ihnen ausgesuchten Zeile aus einem der Gedichte versehen, die dort gesungen werden. Widmen Sie also Ihrem Liebsten, Ihrer Liebsten eines der Lieder des Abends!

So wird aus dem Konzertbesuch eine gemeinsame, ganz persönlich verbrachte Zeit, die Sie zu Weihnachten schenken.

Bei allen Bestellungen, die bis zum 18.12.2017 eingehen, garantiert die Liedwelt Rheinland Zustellung noch bis 23.12.2017.

Wie funktioniert’s?

      Füllen Sie das Formular aus oder schicken Sie uns Ihre Bestellung formlos per Mail.

    Sie suchen eine Gedichtzeile aus, die zu Ihrer Liebsten / Ihrem Liebsten und Ihnen passt. Wählen Sie hier eine Liedzeile, die Sie verschenken wollen.

    Diese Widmung steht auf Ihrer Geschenkkarte, die zugleich für Sie beide die Eintrittskarte für das Konzert ist.

    Damit das Geschenk dauerhaft in Erinnerung bleibt, sind die Widmungen auf Wunsch im Programmheft abgedruckt.

    Sie bekommen Ihre Geschenkkarte (=Eintrittskarten für den 24.1.) per Post zugesendet. Sie ist mit Ihrem Zitat gestaltet.

    Auf Wunsch senden wir die Karte auch an den Beschenkten direkt. In dem Fall geben Sie uns bitte eine alternative Versandadresse an.

    Überweisen Sie 35 € mit dem Betreff „Schäferstündchen, Nachname, Vorname, Vers Nr.“ für Ihre Geschenkkarte + 2 Eintrittskarten.

Hier finden Sie das Formular, das Sie uns bitte per Post oder Mail senden an:

Verena Düren, An der Kelter 13, 53177 Bonn oder verena.dueren@liedwelt-rheinland.de.

In Kooperation mit unserem Partner Im Zentrum LIED

„…und morgen wird die Sonne wieder scheinen“

„…und morgen wird die Sonne wieder scheinen“
Eva Trummer und Tobias Koltun mit ernsten und lustigen Liebesliedern

Gut besucht war der Konzertsaal des Rautenstrauch-Joest-Museums zur musikalischen Mittagspause – Voice & Lunch – mit Eva Trummer und Tobias Koltun. Ernste und lustige Liebeslieder standen in dieser halben Stunde auf dem Programm, wobei die beiden Musiker das Publikum zunächst in die Welt der Oper entführten. Sehnsüchtig erklang die Arie „Voi che sapete“ des verliebten Cherubino aus Mozarts „Le Nozze di Figaro“. Von anderer Farbe war die folgende Arie der Rosina („Una voce poco fa“) aus Rossinis „Der Barbier von Sevilla“. Das Stück einer durchaus selbstbewussten und auch etwas listigen Frau setzten Trummer und Koltun geschickt um, wobei Trummers szenisches Handeln dies noch verstärkte.

Zwischen Oper und spätromantischem Kunstlied

In eine ganz andere Epoche, ein ganz anderes Genre und in ganz andere Gefühlswelten entführten die beiden Musiker im weiteren Verlauf mit Liedern von Gustav Mahler und Richard Strauss. Wie bereits zu Beginn erläuterte Tobias Koltun vorab interessant und informativ die Lieder, ihre Bedeutung und ihre Entstehung. Herzergreifend setzten Eva Trummer und er das – in ihren Augen – traurigste Liebeslied um, Mahlers „Wo die schönen Trompeten blasen“. Anrührend gelang die Umsetzung des perfekt aufeinander eingespielten Duos, ein wenig Trost erfuhr man in Richard Strauss‘ „Allerseelen“. Nach dem schweren Abschied und dem Totengedenken wurde es recht heiter mit Mahlers „Wer hat dies Liedlein erdacht“, das – dramaturgisch geschickt – Musiker und Publikum ein wenig aufatmen ließ.

Richard Strauss‘ Lieder als Beispiel für Zusammenarbeit des Liedduos

Ein Paradebeispiel für die ganz besondere Zusammenarbeit zwischen Sänger und Liedpianist sind die Werke Richard Strauss, was laut Koltun in seinen Lebensumständen begründet war: Strauss‘ Frau war selber Sängerin und sie musizierten in der Regel gemeinsam. Ihr hatte er also seine Lieder auf den Leib geschrieben (was wiederum ein schöner Hinweis bei einem Liebeslieder-Konzert ist). Nach der Geburt der Kinder, nachdem sie also ihre Karriere beendet und sich auf Familie und Haushalt konzentriert hatte, schrieb der Komponist keine Lieder mehr. Mit „Nacht“ und „Morgen“ aus seiner Feder endete die wunderbare musikalische Mittagspause mit Eva Trummer und Tobias Koltun, die für eine Zeitlang den Alltag ausgeblendet hatte.

Ein Bericht von Verena Düren
Photos von Verena Düren

„Nun da Schatten niedergleiten“

„Nun da Schatten niedergleiten“

Lied-Matinee zum Tag des Offenen Denkmals

Der Tag des Offenen Denkmals am 10. September bot die nächste Gelegenheit für eine weitere Kooperation zwischen dem Förderverein Bahnhof Belvedere und der Liedwelt Rheinland, nachdem bereits im August mit den „Liedern in Bildern“ die ersten Konzerte dort stattgefunden hatten – mit so großem Erfolg, dass die Veranstalter sich recht kurzfristig zu einer weiteren zeitnahen Zusammenarbeit entschlossen. An dem sonnigen Vormittag begrüßte der Vorsitzende des Fördervereins, Sebastian Engelhardt, das interessierte Publikum zu einem ganz besonderen Hörgenuss, der perfekt in das Anliegen des Fördervereins passte, den Bahnhof in langwieriger Arbeit der Öffentlichkeit wieder zugänglich zu machen und nun auch für kulturelle Zwecke zu nutzen.

Salonmusik im besten Sinne

Das architektonische Kleinod wurde 1839 gebaut – was würde da musikalisch besser passen als eine Matinee mit Werken Franz Schuberts? Auch aus Sicht der Aufführungspraxis stimmte an dem Tag alles: Schuberts Lieder und Klavierwerke entstanden eher für private Räume und Gelegenheiten, womit der Bahnhof Belvedere an diesem Vormittag genau den richtigen Rahmen bot. Als Musiker hatte man den Bariton Thilo Dahlmann sowie den Pianisten Alexander Puliaev gewinnen können. Letzterer konnte zu diesem Anlass ein Hammerklavier nutzen – also auch hier stand alles im Zeichen des 19. Jahrhunderts.

Von Natur und Fabelwesen

Dahlmann und Puliaev erwiesen sich als ausgesprochen gut eingespieltes Duo in jeder Hinsicht. Ein besonderer Reiz war in der Tat der besondere Klang durch das Hammerklavier – ein wirklich rarer Genuss! Die beiden Musiker hatten zu diesem Anlass eine wunderbare Auswahl an Liedern zwischen Naturbeschreibungen, stimmungsvollen Liedern zur Nacht und Geschichten um mythische Gestalten zusammengestellt. Mal wunderbar lyrisch, dann wieder erzählerisch und gar dramatisch gelang Dahlmanns Umsetzung. Die Konzentration auf das Liedschaffen eines der wichtigsten Liedkomponisten war klug überlegt und Genuss pur. Ergänzt wurde der Blick in den Lied-Kosmos Franz Schuberts um drei Klavierstücke D 946, in denen Puliaev brillierte und man den vollen Klang des Hammerklaviers genießen konnte. Ein ausgesprochen schöner Einstieg in den Tag des Offenen Denkmals, an dem in bester Hausmusik-Manier zum Verweilen und Entdecken dieses besonderen Ortes eingeladen war.

Ein Bericht von Verena Düren.

Interview mit Elisabeth Menke

Wenn ich den Tag mit Musik beginne, fühle ich mich als klingende Person

Musik als Alltagsgegenstand – Gespräch mit Elisabeth Menke

Frau Menke, wie sind Sie zum Gesang und zum Lied gekommen?

Ich komme aus einer Musikerfamilie, in der quasi immer gesungen wurde. Wir haben alle umeinander ständig musiziert und dazu gehörten immer auch Lieder, sei es nun, dass ich selber sang oder begleitet habe. Für uns war Musik ein Alltagsgegenstand: wenn wir morgens aufstanden, wurde zuerst musiziert. Wir sind sieben Geschwister und wir haben die Instrumente im Prinzip unter uns aufgeteilt – wer zuerst am Klavier saß, spielte eben Klavier. (lacht)

War denn der Gesang Ihre erste Wahl?

Ich habe zwar durch das familiäre Umfeld und weil es sich von selbst ergeben hat, immer auch gesungen, aber geübt habe ich immer nur Violine und Klavier. Ich habe zunächst auch keinen Gesangsunterricht gehabt. Lieder gehörten für mich immer in den Bereich der Hausmusik und ich habe zunächst gar keinen Gedanken daran verschwendet, ausgerechnet den Gesang zum Beruf zu machen. Bei uns war es selbstverständlich, dass jedes Kind zwei Instrumente lernte. Das wurde auch nicht in Frage gestellt, weil wir es ja alle so machten.

Das klingt aber eher nach unheimlich viel Disziplin und nicht unbedingt nach einer freien Entscheidung.

Von außen betrachtet, mag das so wirken, allerdings haben wir es nicht so empfunden. Und ich denke auch heute, dass dieses Ritual, den Tag mit Musik zu beginnen, ein sehr guter und schöner Einstieg war und bis heute ist. Ich versuche auch heute noch, den Tag nach Möglichkeit so zu beginnen, am liebsten mit Improvisationen. Man kommt mit sich selbst in Kontakt, begibt sich gleich zu Beginn des Tages in Klangräume und erlebt sich selbst als klingende Person. Für mich fühlt sich ein solcher Tag völlig anders an.

Elisabeth Menke: Selbstporträt als Kind

Wie hat es sich dann ergeben, dass Sie letzten Endes auch Gesang studiert haben?

Meine Mutter ist Sängerin und ich wurde damals quasi ins kalte Wasser geworfen, indem ich ihren Platz in einem Meisterkurs bei der Akademie Wort und Musik einnahm. Daraus ergaben sich die ersten Gesangsstunden und auch schon sehr schnell die erste Teilnahme bei Jugend musiziert. Obwohl ich in damals schon von einem Juror als „ungeschliffener Diamant“ bezeichnet wurde, war der Weg zum Studium nicht ganz direkt. Ich denke, es war noch zu früh für mich, ich war noch nicht bereit dafür, mich solchen Dingen wie Liedtexten und Improvisation auszusetzen.

Ich habe sehr hart für mein Gesangsstudium arbeiten müssen

Ich versammelte dann zunächst alle meine Hobbys und habe dann Schulmusik mit Hauptfach Violine studiert. Nebenher machte ich weiterhin zahlreiche andere Dinge, viel Kammermusik, Klavier-Improvisation und sogar Popmusik. Der Weg zum Gesang war also alles andere als gradlinig – ich musste sehr hart dafür arbeiten, Gesang studieren zu können. Schließlich stellte Klesie Kelly-Moog, Professorin in Köln, die alles entscheidende Frage, nämlich was ich wirklich will.

Und was wollten Sie?

Ich wollte gerne eine intime Form der Professionalität, von Klang und hinsichtlich der Zusammenarbeit. Daraus ergab sich schnell als Antwort der Liedgesang. Außerdem liebe ich das Unterrichten, denn ich liebe es, wenn Klänge zusammenkommen, wenn etwas stimmig ist.

Was fasziniert Sie so am Lied – abgesehen von der Intimität der Gattung?

Ich interessiere mich sehr für Lebenswirklichkeiten und gerade bei der Gattung Lied fließen gleich mehrere Lebenswirklichkeiten ineinander: die des Dichters, des Komponisten und des Interpreten. Ich versuche, möglichst vorbehaltlos an die Musik heranzugehen. Die Musik bewirkt etwas: es tut gut, zu sehen, dass jeder mit Krisen zu kämpfen hat und wie die Menschen zu verschiedenen Zeiten damit umgegangen sind, welche Bewältigungsstrategien es also gibt und gab.

Dadurch entsteht auch im Konzert eine tiefe Verbundenheit, denn die Phänomene bleiben immer gleich. Gerade das Lied kann so viele verschiedene Dinge ausdrücken und oft findet man in einem Werk sowohl große Heiterkeit als auch Melancholie. Die Nuancen sind dabei sehr fein und nicht bloß schwarz-weiß. Vor allem sind viele Werke mit mir gemeinsam gewachsen, also auch die eigenen Erfahrungen und Lebenswirklichkeiten fließen ein. Das sind alles wichtige Gründe für mich, weshalb in meinen Augen die Kunstform Lied möglichst oft zu hören sein sollte und nicht verloren gehen darf.

Sie sind künstlerische Leiterin der Reihe „Voice & Lunch“ im Rautenstrauch-Joest-Museum. Was steckt hinter diesem Titel?

Ich habe gemeinsam mit meiner Kollegin Eva Trummer am Ende des Studiums Wirkungsmöglichkeiten für uns Sänger gesucht. Für uns war es besonders wichtig, eigene Ideen, eigene Werke einbringen zu können. Es sollte also nicht alles von außen, von einem Veranstalter vorgegeben werden.

„Voice & Lunch“

Das führte uns schnell zu der Idee einer eigenen Reihe, die wir gemeinsam mit der Volkshochschule im Rautenstrauch-Joest-Museum schließlich umsetzen konnten. Dabei haben wir uns immer gefragt, wen wir gut finden und wer beispielsweise am Ende des Studiums steht. Inzwischen können wir mit einem gewissen Stolz sagen, dass einige der Sängerinnen und Sänger, die bei uns aufgetreten sind, inzwischen renommierte Künstler sind.

Das Format von 30 Minuten in der Mittagszeit zieht ganz anderes Publikum als ein regulärer Liederabend. Es sind Menschen, die sich bewusst aus der Arbeit heraus für eine kurze Auszeit entscheiden und die auch das Erleben von Live-Musik schätzen. Inhaltlich versuchen wir, immer einen roten Faden vorzugeben, so hatten wir beispielsweise ein Konzert zu Schwellenmomenten im Leben, einen mit Totenmusik und ähnlichem. Für die Zukunft wünsche ich mir eine stärkere Verbindung zwischen den aktuellen Ausstellungen im Museum und der Musik. Ich hoffe sehr, dass sich das in der Zukunft so entwickeln kann.

Zum Konzert „Voice & Lunch“ am 19.9.2017

Zum Konzert „Nacht und Träume“ 15.10.2017

Zum Konzert „Come Again“ am 21.10.2017

Das Interview führte Verena Düren.
© Photos: Elisabeth Menke

Schuberts „Winterreise“ war der Auslöser – Gespräch mit Anna Herbst

Die Natur und das Leben in der Natur schenken Erfahrungen, die sich dann auf der Bühne wiederholen.

Schuberts „Winterreise“ war der Auslöser – Interview mit der Sopranistin Anna Herbst

Wir haben Sie gerade mit den „Liedern in Bildern“ von Markus Schönewolf hier im Bahnhof Belvedere gehört, einem Projekt, das für Sie völlig neu war. Wie kam es denn dazu, dass Sie sich auf das Wagnis eingelassen haben, eine Stunde Neue Musik in nicht einmal sechs Wochen einzustudieren?

Ich habe das eigentlich schon öfter gemacht. Ich bin mit Neuer Musik groß geworden, so dass sie mir auch recht vertraut ist. Ich arbeite sehr gerne mit Komponisten zusammen, die noch leben. Als Sabine Krasemann mich für dieses Projekt ansprach und mir die Noten zusandte, gefiel mir die Musik von Markus Schönewolf auf Anhieb sehr gut, sehr gesanglich und es schien mir für mich zwar anspruchsvoll, aber durchaus machbar zu sein. Andernfalls hätte ich das Projekt auch zugesagt, mir jedoch mehr Zeit erbeten.

Die „Lieder in Bildern“ sind aus dem Wandern heraus entstanden – welchen Bezug haben Sie zum Wandern?

Ich würde es zwar nicht richtig wandern nennen, aber ich gehe sehr gerne spazieren. Ich liebe den Kontakt zur Natur und beim Spazierengehen wird man zu einem Teil der Natur. Wahrscheinlich auf eine Art und Weise, wie man es sonst kaum erfahren kann.

Gerade das Kunstlied ist zumeist sehr stark von den Naturbildern geprägt, die wiederum für innere Vorgänge stehen – denken Sie, dass eine gewisse Naturverbundenheit Ihnen als Sängerin bei der Interpretation hilft?

Ja, unbedingt! Das Singen auf der Bühne ist eine Wiederholung des eigenen Lebens bzw. eigener Erfahrungen. Die Natur und das Leben in der Natur schenken Erfahrungen, die dann auf der Bühne noch einmal wiederholt werden. Was man nicht zumindest in der Vorstellung erlebt hat, kann man auch nicht überzeugend interpretieren. Natürlich muss man nicht jede Erfahrung selber gemacht haben, aber man muss zumindest in der Lage sein, sich bestimmte Dinge vorzustellen.

Was war Ihre erste Begegnung mit der Gattung Lied und wann?

Daran kann ich mich noch sehr gut erinnern! Es ist ungefähr 20 Jahre her und meine Mutter hatte mich in die Kölner Philharmonie mitgenommen, wo Matthias Goerne die „Winterreise“ sang.

Schuberts Musik traf genau meine Gedanken und Gefühle

Das war für mich der Grund, Sängerin zu werden: Dieses Konzert hat mich emotional völlig mitgenommen. Ich saß dort, heulte fast das ganze Konzert und dachte mir nur: „Was macht der Mann da auf der Bühne mit mir?“ Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, diese Gefühle, von denen Goerne da sang, genau zu kennen. Nur hatte ich es als Kind nie geschafft, dies in Worte oder Töne zu fassen. Ich fühlte mich so verstanden – Schuberts Musik traf genau meine Gedanken und Gefühle, nur war ich nicht in der Lage, es auszudrücken. Von dem Abend an war für mich klar, dass ich das auch machen würde.

Sie haben sich aber nicht nur für die Laufbahn als Sängerin entschieden, sondern auch für den Werdegang der freien Sängerin, was natürlich gewisse Risiken birgt. Wieso also diese bewusste Entscheidung?

Meine Stimme ist sehr vielseitig und ich mag das ganze Breitenspektrum, das sich mir durch meine Stimme bietet. Ich genieße es, diese Vielfalt und Flexibilität zu nutzen, die mir zu eigen sind. Natürlich birgt das auch gewisse Risiken – man hat natürlich kein festes Gehalt und muss physisch und psychisch sehr auf sich achtgeben.

Sie widmen sich gerne sowohl der Alten als auch der Neuen Musik – was fasziniert Sie an den beiden Zeitabschnitten, was verbindet und was unterscheidet sie?

Beide Zeitabschnitte faszinieren mich sehr. Die Zeitgenössische Musik kommt von Menschen, die dieselbe Welt erleben wie ich. Das macht die Musik so unmittelbar und authentisch.

Seelenverwandtschaft trotz zeitlichen Abstands

Ich empfinde es so, dass meine Wurzeln in der Alten Musik liegen. Hier geht es um Situationen und Emotionen von Menschen, die vor langer Zeit gelebt haben. Und trotz des Abstands fühle ich mich diesen Menschen, ihren Werten und ihrem Menschenbild sehr verbunden und empfinde es als eine Art Seelenverwandtschaft. Unser Blick auf die Welt ist ähnlich und ich freue mich sehr, dass es damals Menschen gab, die eine ähnliche Sichtweise hatten wie ich heute. Wenn ich Alte Musik interpretiere, hole ich diese Weltanschauung in die heutige Zeit.

Sie sind auf der Opernbühne und als Konzertsängerin zu erleben – was fasziniert Sie an der Gattung Lied?

Das Lied ist im positivsten Sinne relativ alltäglich. Das Lied ist für mich die menschlichste und direkteste Art des Gesangs, was man ja auch schon daran sieht, dass das Lied auch der Form nach recht einfach gestaltet ist. Hinzu kommt meine große Liebe zur Lyrik. Ich habe immer schon gerne Lyrik gelesen – für einen dicken Roman bin ich viel zu ungeduldig (lacht). Es ist die höchste Kunst, wenn man Wesentliches in einer kurzen Form wie zum Beispiel in einem Gedicht oder einem Lied ausdrücken kann. Und für mich ist das Lied eine besonders schöne Art, mit wunderbarer Lyrik umzugehen.

Sie sind in Bensberg geboren und haben in Köln und Lübeck studiert. Haben Sie für sich den Eindruck, dass es eine besondere Verbindung zwischen dem Lied und dem Rheinland gibt?

Die inhaltlichen Verbindungen sind ja ganz offensichtlich – denken Sie bloß an die zahlreichen Vertonungen von Rhein-Gedichten oder auch Texten von Heinrich Heine. Ich habe einmal ein ganzes Programm zum Thema Loreley konzipiert und durfte einen Liederabend im Beethovenhaus geben mit Liedern von Beethoven, begleitet auf seinem Hammerklavier. Grundsätzlich finde ich – gerade wenn ich das Rheinland zum Beispiel mit Lübeck vergleiche –, dass die Rheinländer schon eine besonders gesangliche Sprachmelodie haben. Vielleicht liegt ja bereits hierin eine Affinität der Rheinländer zum Singen und zum Lied.

Das Interview führte Verena Düren.
© Photos: Anna Herbst, Photograph: Chara Kyriasoglou

Zum Bericht über die Konzerte im Bahnhof Belvedere am 10. und 11.8.2017

Eva Trummer

Eva Trummer, Mezzosopran

Lieder zu singen macht mir besondere Freude, denn sie sind ganz unmittelbar – so pur. Ich bin emotional fast nackt und kann mich nicht verstecken. Das Lied ist das kleine und feine Kunstwerk in der Vokalmusik. Und in einem Lied sind oft die Emotionen einer ganzen Geschichte verborgen, die ich in diesem Moment versuche lebendig werden zu lassen.


Eva Trummer, Mezzosopran, war zu Gast in verschieden Rollen an den Städtischen Bühnen Münster, am Theater Hagen, Theater Dortmund und der Oper Köln engagiert. Mit Rossinis Cenerentola war sie in der Titelrolle bei zahlreichen Konzerten u. a. mit den Dortmunder Philharmonikern und den Bochumer Symphonikern zu erleben. Ihr Oratorienrepertoire umfasst Werke von Bach, Fauré, Haydn, Mozart und Rossini. Sie verfügt über ein breites Repertoire an Liedern verschiedenster Epochen.

LiedweltLinks

Konzert am 19.9.2017

Bahnhof Belvedere – Feierliche Übergabe des Bahnhofs an die Öffentlichkeit

Bahnhof Belvedere – Feierliche Übergabe des Bahnhofs an die Öffentlichkeit

Gemeinsam mit unserem Kooperationspartner, dem Förderkreis des Bahnhof Belvedere haben wir mit zwei Konzerten am 10. und 11.8.2017 den Ort der Öffentlichkeit übergeben.

Er ist das älteste Stationsgebäude Deutschlands, der Bahnhof Belvedere in Köln-Müngersdorf. Das denkmalgeschützte Gebäude wurde von Architekten der Schinkel-Schule gebaut und ist bis heute noch weitgehend im Originalzustand von 1839 erhalten. Eine Besonderheit ist sicher die Verbindung von schönem Empfangsgebäude und der Lage im weitläufigen Park.

2010 gründete sich der Förderkreis Bahnhof Belvedere auf Betreiben von Sebastian Engelhardt, um das historisch so bedeutsame Bahnhofsgebäude zu erhalten, zu renovieren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dass letzteres Anliegen eventuell auch mit Musik verbunden sein würde, liegt bei Engelhardts Beruf nahe: Er ist Cellist beim WDR Sinfonieorchester Köln.

Ein Ort mit verzauberndem Flair

Am 10. und 11. August 2017 wurde der Bahnhof Belvedere nun in einem gemeinsamen Projekt mit der Liedwelt Rheinland zum ersten Mal bespielt. Das synästhetische Projekt „Lieder in Bildern“ mit den Bildern von Ernst Martin Heel und Texten und Musik von Markus Schönewolf fügte sich nahezu perfekt in die ungewöhnlichen Räumlichkeiten ein. Im ganzen Bahnhofsgebäude verteilten sich die großflächigen Bilder Heels und ließen das Enterieur zu einer Galerie werden.

Ein kleiner Konzertsaal in der Bel Etage

Im oberen Bereich dann der kleine Konzertsaal, in dem an diesen beiden Abenden Anna Herbst (Sopran) und die Harfenistin Jie Zhou zu hören waren. Für die beiden Musikerinnen war dies die erste Zusammenarbeit, für die Anna Herbst das anspruchsvolle Werk binnen weniger Wochen einstudierte. Diese kurzfristigen Umstände waren den beiden Musikerinnen aber keineswegs anzuhören: In wunderbarem Zusammenspiel setzten sie die Naturoden um. Jie Zhou erwies sich hierbei nicht nur als souveräne Begleiterin, sondern wusste auch ungewöhnliche Klangeffekte auf ihrer Harfe umzusetzen, die dem Werk Schönewolfs eine weitere lautmalerische Ebene verliehen.

Anna Herbst brillierte nicht nur gesanglich

Besonders beeindruckend gelang der Part von Anna Herbst, die nicht nur gesanglich brillierte, sondern dem Werk in ihrer Interpretation sowohl der gesungenen als auch der gesprochenen Texte eine weitere Ebene gab. Besonders reizvoll gestaltete sich am ersten Abend auch das Geräusch des Regens von draußen – welch wunderbare Ergänzung zu eh schon synästhetisch angelegten Naturoden! Auch das Angebot eines anschließenden Beisammenseins wurde von den begeisterten Besuchern dankbar angenommen.

So klang der Abend aus mit einer Besichtigung der Räumlichkeiten, Betrachtung der Bilder, Künstlergesprächen und – einem Interview mit der wunderbaren Sopranistin Anna Herbst!

Ein Bericht von Verena Düren.

 

Tobias Koltun

Tobias Koltun, 1986 in Köln geboren, ist Preisträger zahlreicher nationaler und internationaler Klavierwettbewerbe  wie dem „Köthener Bachwettbewerb“ oder dem „Internationalen Klavierpodium München“. Zwischen 2005 und 2010 studierte er in den Klavierklassen von Prof. Vassily Lobanov und Prof. Sheila Arnold an der Hochschule für Musik und Tanz Köln. Verschiedene Meisterkurse unter anderem bei Prof. Karl-Heinz Kämmerling und Prof. Vladimir Krainev gaben ihm für seine künstlerische Entwicklung wichtige Impulse.

Ausschlaggebend für seine berufliche Tätigkeit als Liedbegleiter wurden die Erfahrungen, die er in dieser Zeit als Korrepetitor zahlreicher Gesangsklassen sammeln konnte. Im Anschluss an sein Klavierstudium erweiterte er seine berufliche Qualifikation innerhalb eines Masterstudiums im Fach Liedbegleitung bei Prof. Jürgen Glauss, das er mit Auszeichnung abschloss. Seit Oktober 2013 ist Tobias Koltun Lehrbeauftragter an der Hochschule für Musik und Tanz Köln. Weitere Impulse für sein künstlerisches Schaffen bezieht aus dem Exellenzstudiengang Solistenexamen im Fach Liedbegleitung bei Prof. Hartmut Höll und Mitsuko Shirai an der Hochschule für Musik in Karlsruhe.

Gewinner zahlreicher Lied-Wettbewerbe

2012 gewann er den Preis für den besten Liedbegleiter beim internationalen Joseph-Suder-Wettbewerb in Nürnberg mit der Mezzosopranistin Sibylla Maria Löbbert. Im folgenden Jahr gewann er mit der Sopranistin Barbara Elisabeth von Stritzky den 1. Preis beim Liedduowettbewerb von Cantando-Parlando in St. Augustin und mit dem Bariton Sebastian Seitz neben dem 3. Preis, den Preis für die beste Aufführung des zeitgenössischen Pflichtstückes und den Preis der Studentenjury beim Internationalen Liedduowettbewerb in Enschede. Beim 2. Internationalen Schubert Wettbewerb in Dortmund erreichte er mit dem Bariton Sebastian Seitz das Finale. Mit Elisabeth von Stritzky gewann er anschließend den 2. Preis beim Müller-Heuser Liedwettbewerb in Köln und den Preis für die beste Klavierbegleitung. Mit ihr gewann er 2017 den 3. Preis beim „Internationalen Liedwettbewerb Karlsruhe für das Lied des 20. und 21. Jahrhundert“.

Ebenso entscheidend für seine künstlerische Entwicklung erwiesen sich Meisterkurse im Bereich Liedgestaltung bei Ulrich Eisenlohr und Prof. Graham Johnson sowie der Liedakadamie Trossingen. Seine rege Konzerttätigkeit führte ihn auf die Bühnen des europäischen Auslands und in große Konzertsäle wie die Philharmonie in Köln.

LiedweltLinks

Konzert bei „Voice & Lunch“ am 19.9.2017 „… und Morgen wird die Sonne wieder scheinen“