Archiv der Kategorie: Aktuelles

Domforum

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Das Domforum ist Informations- und Begegnungszentrum der Katholischen Kirche Köln und das Besucherzentrum des Kölner Domes. Aufgrund seiner zentralen Lage ist das Haus ein vielgefragter Veranstaltungsort mit Podiumsdiskussionen und Lesungen, Vorträgen zu gesellschaftsrelevanten Fragen, religiösen Impulsen, Konzerten, Kino- und Theater-Veranstaltungen.

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Konzert am 8.5.2019
Konzert am 11.4.2018

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Esther Valentin

Esther Valentin

„Große Worte intim erzählt. Es duftet, strahlt, es streichelt und erschüttert uns… wir hören ein Lied.“

Neben der Opern- und Konzerttätigkeit als freiberufliche Sängerin widmet sich Esther Valentin seit vielen Jahren mit besonderer Leidenschaft dem Kunstlied und gibt regelmäßig Liederabende. Im April 2014 war sie Stipendiatin der Liedakademie des Heidelberger Frühlings.

2015 gewann sie mit der Pianistin Rie Akamatsu den ersten Preis des hochschulinternen Liedwettbewerbs der HfMT Köln sowie den Festival Vocallis Preis im November 2016. Im Mai 2017 folgte die Produktion einer CD, auf der sie Lieder von Schubert und Eisler gemeinsam mit Rie Akamatsu am Hammerklavier und modernen Flügel interpretierte.

Den ersten Preis, sowie den Publikumspreis des Internationalen Schubert-Wettbewerbs Dortmund gewann sie im September 2018 mit der Pianistin Anastasia Grishutina. 2019 werden zahlreiche Liederabende der beiden Künstlerinnen sowie eine CD Produktion bei dem Label GWK Records als Co-Produktion mit dem SWR Baden-Baden folgen. Im Oktober 2018 gab sie ihr Debüt in der Kölner Philharmonie mit einem ausgewählten Liederprogramm.

Ebenfalls mit Anastasia Grishutina wurde sie nach der Teilnahme an einem Meisterkurs der Landesakademie Ochsenhausen im Sommer 2018 von der Bruno-Frey-Stiftung ausgewählt und mit dem Bruno-Frey-Preis in Höhe von 6.000 € ausgezeichnet. Das Liedduo war im November 2018 für eine Rundfunkaufnahme mit deutschen und französischen Liedern beim SWR Baden-Baden zu Gast.

Die junge Mezzosopranistin Esther Valentin studierte an der Hochschule für Musik und Tanz Köln in der Gesangsklasse von Prof. Mario Hoff. In einer Musikerfamilie aufgewachsen tritt sie seit ihrer Kindheit regelmäßig auf. Großen Einfluss auf ihren stimmlichen Werdegang hatte der Unterricht zunächst bei ihrem Vater Michael Valentin und später bei der Sopranistin Monica Pick-Hieronimi. Neben der studentischen Ausbildung erhält sie wertvolle Impulse vor allem spezialisiert auf den Liedbereich unter anderem von Brigitte Fassbaender, Thomas Quasthoff, Wolfram Rieger, Michael Gees, Axel Bauni, Ruth Ziesack, Stefan Irmer, Birgit Remmert, Klesie Kelly-Moog, Anne Le Bozec sowie Ulrich Eisenlohr. Zuletzt wurde Esther Valentin stimmlich von der Sopranistin Christiane Oelze betreut.

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Es gibt derzeit keine bevorstehenden Veranstaltungen.

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Photo © Esther Valentin | Janine Kühn

Anastasia Grishutina

Anastasia Grishutina

Wir begrüßen Anastasia Grishutina in der Liedwelt Rheinland und freuen uns auf die Zusammenarbeit!

Hier entsteht in Kürze eine Liedwelt-Biographie. Untenstehend finden Sie weiterführende Informationen.

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Konstantin Paganetti

Konstantin Paganetti

Wir begrüßen Konstantin Paganetti in der Liedwelt Rheinland und freuen uns auf die Zusammenarbeit!

Hier entsteht in Kürze eine Liedwelt-Biographie. Untenstehend finden Sie weiterführende Informationen.

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Interview mit Peter Bortfeldt

„Mich fasziniert die einzigartige Verbindung von Text und Musik“ – Interview mit Peter Bortfeldt

Wie sind Sie zum Klavier gekommen?

Das hat sich bei mir eigentlich durch die Familie ergeben – ich hatte sehr viele Musiker in der Familie, auch den ersten Klavierlehrer von Robert Schumann, Johann Gottfried Kuntsch. Insofern lag das Klavierspiel also in der Familie. Mein Vater hat mich wiederum sehr an die Literatur herangeführt. Ich bin also mit Musik und Literatur aufgewachsen, so dass sich der Weg für mich ganz natürlich ergab. Bereits vor Beginn des Studiums habe ich mich sehr für Kammermusik und das Lied interessiert, so dass sich dort schnell ein inhaltlicher Schwerpunkt herauskristallisiert hat.

Wie sind Sie dann letzten Endes zum Lied gekommen?

Ich war sehr viel als Korrepetitor bei Meisterkursen dabei, so dass sich zunehmend Kontakte zu tollen Sängern ergeben haben. Auf diesem Wege habe ich letzten Endes sogar meine Frau kennengelernt, die Sängerin ist und die ich bei einem Opern-Workshop in San Francisco kennengelernt habe. Die Entscheidung, dass sie nach Deutschland zieht, hatte auch mit der hiesigen Kulturszene zu tun.

Was macht für Sie als Pianisten die besondere Faszination der Gattung Lied aus?

Mich fasziniert am Lied die Mischung der Inhalte und die einzigartige Verbindung von Text und Musik. Ich finde mich im romantischen Lied mit der Naturverbundenheit und seiner spezifischen Dichtungswelt selber wieder: Für mich wird die romantische Dichtungswelt im Lied zur Realität und ich war auch immer schon gerne und viel draußen, gehe viel spazieren und wandern.

Der Blick vom Drachenfels bietet die Realisierung von Robert Schumanns Lied-Ästhetik

Ich sehe auch durch meine Frau, die ja Amerikanerin ist, wie sehr wir als Musiker in Deutschland in das Lied reingeboren und reingewachsen sind. Man merkt immer wieder, wie sehr wir in dieser Liedtradition verankert sind, vor allem auch im Rheinland, das ja viele Dichter und Komponisten in ihren Werken beschrieben haben. Als meine Frau beispielsweise zum ersten Mal auf dem Drachenfels war und die Aussicht von dort oben runter auf den Rhein sah, sagte sie bloß: „Das ist Schumann.“ Und in der Tat fühle ich mich sehr den Liedern Robert Schumanns und Franz Schuberts verbunden.

Sie sind als Lehrbeauftragter sowohl in Köln als auch in Frankfurt tätig. Wie vermitteln Sie jungen Pianisten, wie man Lied gestaltet?

Wichtig ist vor allem, zu verstehen, was beim Sänger passiert und was dieser braucht, was natürlich eine große Herausforderung ist und weit über das rein technische Können hinausgeht. Man muss technisch mindestens genauso fit sein wie ein Pianist, der solistisch auftritt, um seine ganze Energie auf das Zuhören verwenden zu können. Ein Liedpianist muss ein wahrer Kammermusiker sein und in den musikalischen Partner, in dem Fall eben kein Instrumentalist, sondern ein Sänger, hineinhorchen und vorausschauend agieren.

Drei wichtige zentrale Dinge der Liedgestaltung

Bei der Liedgestaltung kommen drei wichtige Dinge zusammen, die ich als Pianist berücksichtigen muss: den Fluss der Musik, den Atem des Sängers und natürlich auch den Text mit seinen Inhalten auf den verschiedenen Ebenen, den ich natürlich zunächst selbst intensiv lesen und verstehen muss. Heutzutage gibt es zunehmend Studierende, die den Text nicht mehr verstehen. Entweder weil sie internationale Studierende sind, die im Rahmen des Studiums gerade erst Deutsch lernen oder aber auch bei deutschen Studenten, die aus der Schule heraus andere Voraussetzungen haben als dies bei uns der Fall war.

Heute werden kaum noch Gedichte gelesen, geschweige denn interpretiert. Insofern ist die Beschäftigung mit den Texten fast der schwierigste Teil meiner Arbeit an der Hochschule. In den letzten Jahren hat die Tendenz, sich auf das Technische in der Musikerausbildung zu konzentrieren, leider stark zugenommen. Aber die Texte im Kunstlied sind in der Regel sehr poetisch und oft auch sehr verschlüsselt. Damit können die Studierenden zunächst kaum etwas anfangen.

Für mich ist das Textverständnis von zentraler Bedeutung

Ein Beispiel: In der romantischen Dichtung galt der Zypressenzweig als Symbol für Ewigkeit und wurde oft bei Beerdigungen verwendet. Dieses Wissen bringen heutige Studierende nicht mehr mit, wenn sie mit dem Studium beginnen. Hierfür gibt es auch kein Extrafach an der Hochschule, obwohl das eine sinnvolle Überlegung wäre. Ein solches Textverständnis zu vermitteln zählt daher meiner Meinung nach daher zu einem guten Lehrer.

Die Realität an der Hochschule sieht heute auch so aus, dass die Vielzahl internationaler Studierender außer der Problematik Sprachverständnis und Aussprache auch noch deren ganz andere Mentalitäten, die Studierende aus völlig anderen Kulturkreisen mitbringen. Da merkt man sehr, dass das Lied bis heute eine sehr deutsch geprägte Gattung ist.

In Amerika ist die Lied-Szene inzwischen wesentlich aktiver als noch vor einigen Jahren habe ich beobachtet. Dort gibt es auch immer mehr Komponisten, die sich der Gattung zuwenden.

Wir haben im letzten Jahr bereits über die Idee gesprochen, auch Laienpianisten für die Liedgestaltung zu gewinnen. Welche Situationen, welche Chancen sehen Sie hier?

Ich denke, dass sich sehr viele Pianisten sehr schnell auch einsam fühlen und mit großer Freude mit anderen gemeinsam musizieren würden. Es ist jedoch schwierig, mit Sängern ein gleiches Level zu finden. Ein Sänger hat – rein vom Notentext her – ein einfaches Strophenlied schneller drauf als ein Pianist. Die große Herausforderung gerade für den Laienpianisten liegt eben darin, den Notentext zu kennen, das aber so gut, dass er sich ganz auf das Zuhören konzentrieren kann. Es braucht also sehr viel Geduld und in der Konstellation wird der Pianist immer mehr üben müssen als der Sänger.

Ich würde mit einer kleinen Keimzelle beim Hobby-Pianisten anfangen, maximal acht Takte

Wenn wir einen Wochenendworkshop „Liedgestaltung für Laienpianisten“ planen würden, dann würden wir vermutlich mit einem kleinen Ausschnitt eines Lieds beginnen. Acht Takte, die technisch nicht schwierig sind und die man recht schnell in den Fingern haben kann. Daran könnte vermittelt werden, wie der Prozess des Zusammenarbeitens zwischen Sänger und Pianist dann aussieht, denn dieser Austausch ist ja der eigentlich spannende Teil beim Lied. Ein solcher Workshop könnte vielleicht eine Initialzündung für den ein oder anderen Hobby-Pianisten sein, sich nicht mit einem befreundeten Geiger zur Hausmusik zusammenzutun, sondern auch einmal mit einem Sänger.

Seit letztem Jahr haben Sie gemeinsam mit dem Bariton Aris Argiris und seiner Frau, Guadalupe Larzabal, Opernsängerin und Chorleiterin in Bonn ein neues Studio, das Agora Artists Studio in Bonn. Was ist das Besondere an diesem Ort?

Wir haben uns schon vorher ein Studio geteilt zum Üben und Unterrichten, hatten aber dann die Idee, das so auszubauen, dass sich der Raum auch für Veranstaltungen eignet, vor allem natürlich für Konzerte, aber auch Ausstellungen. Über Guadalupe Larzabal ist natürlich ein starker Bezug zu Südamerika vorhanden. Der Chor „Voces de las Américas“, den sie leitet, probt hier und gibt natürlich dann auch Konzerte hier, die Ausstellungen sind oft von südamerikanischen Künstlern und es finden Tangokurse statt. Mit den Veranstaltungen haben wir gerade erst angefangen, hoffen aber natürlich sehr, dass diese gut angenommen und auch mehr werden und sich eine Kontinuität entwickelt. Ideen sind auf jeden Fall reichlich vorhanden! Und da freuen wir uns natürlich sehr, wenn wir gemeinsam mit der Liedwelt Rheinland hier etwas bewegen können.

Das Interview führte Verena Düren. [April 2018]
© Photo: Peter Bortfeldt | privat

„11 Fragen an…“ – Martin Wistinghausen

„11 Fragen an…“ – Martin Wistinghausen

Was machen Sie tagsüber?

komponieren, üben, essen…

Ihr heißer Literatur-Tipp?

Thomas Bernhard: Die Berühmten

Mein persönliches Lied-Steckenpferd

Schubert und immer wieder Schubert – aber auch die Musik unserer Zeit in all ihrer Vielfältigkeit zu präsentieren ist mir ein großes Anliegen.

Gehen Sie gerne wandern? Wo? Warum?

Sehr gern – z. Bsp. im fränkischen Fichtelgebirge. Es tut einfach gut.

Graben Sie gerne in Archiven?

Ja

Das schönste Volkslied?

„Der Mond ist aufgegangen“

Gucken Sie Fußball?

Ab und zu

Ein unvergessliches Konzerterlebnis?

In meiner Schulzeit habe ich zeitweise sehr viele Konzerte besucht, eine ganze Reihe davon sind mir noch in guter Erinnerung.

Was wollten Sie als Kind später einmal werden?

Zunächst Mönch, später dann Sänger

Was würde uns in einer Zeit ohne das Lied verloren gehen?

Diese Zeit werde ich hoffentlich niemals erleben…

Wie stellen Sie sich das perfekte Liederabend-Publikum vor?

Offen und neugierig

Photo © Liedwelt Rheinland | Sebastian Herzog-Geddes

„11 Fragen an…“ – Markus Schönewolf

„11 Fragen an…“ – Markus Schönewolf

Was machen Sie tagsüber?

Komponieren, viel ‚administrative Arbeit‘, unterrichten.

Ihr heißer Literatur-Tipp?

Rüdiger Safranski, „Schopenhauer und Die wilden Jahre der Philosophie“.

Ihr liebstes Kinder- und Volkslied?

„Kein schöner Land in dieser Zeit“. Junge Forschungen zeigen, dass der Text das Bergische Land meint.

Mein persönliches Lied-Steckenpferd

Lied-Komposition.

Was ich der Welt mit dem Lied sagen möchte…

In einem Buch las ich jüngst den Satz, das Lied trage die Chance in sich, ein Sinnganzes zu spüren. Diese Chance sollten wir alle – Sänger, Liedbegleiter, Publikum, Komponisten – nutzen.

Gehen Sie gerne wandern? Wo? Warum?

Bei uns zu Hause im Bergischen Land. Nur beim Wandern finde ich neue Ideen für Kompositionen.

Ihre größte Freude beim Lied-Musizieren?

Menschen emotional und geistig in Tiefenschichten anrühren, wie es nur die Musik im Allgemeinen und das Lied im Besonderen vermögen.

Graben Sie gerne in Archiven?

Ja, ich liebe es, Handschriften im Original zu bestaunen, da sie die Aura des Komponisten und die Signatur ihrer Zeit in sich tragen. Von mehreren Komponisten stehen Handschriften (Noten, Briefe …) vollständig digital zur Verfügung.

Ein Bild oder eine Skulptur das ein Lied verdient?

Jedes Werk, das den Rilke’schen Imperativ „Du mußt dein Leben ändern“ in sich trägt.

Ihr Lieblingsort für einen Liederabend?

Kleine, intime Orte, in denen das Publikum tatsächlich Teil des Geschehens ist.

Ein unvergessliches Konzerterlebnis?

Bachs Hohe Messe in h-Moll mit John Eliot Gardiner.

 

© Photo: Markus Schönewolf | Franz Hamm

 

Interview Valentin / Grishutina

Die Farben der Musik – Interview mit Esther Valentin  (Mezzosopran, r) und Anastasia Grishutina (Klavier, l)

Es gibt Musiker, die sehen sich gegenseitig als Konkurrenz und es gibt solche, die mit der Begabung und Begeisterung des anderen weiter wachsen. Letzteres spürt man sofort, wenn die Mezzosopranistin Esther Valentin und Liedpianistin Anastasia Grishutina die Bühne betreten und so erklärt sich auch der erste Platz beim dritten Internationalen Schubert Wettbewerb Dortmund 2018.

Die beiden sitzen etwa zwei Monate nach dem erfolgreich absolvierten LiedDuo-Wettbewerb gemeinsam in einem Kölner Café und blicken zurück auf die spannende Zeit und ihre gemeinsame Vorbereitung. Außerdem erzählen sie von weiteren geplanten Projekten.

„Im Moment führen wir eine perfekte musikalische Fernbeziehung“, sagt die 25-jährige  Esther. „Das trifft es wohl am besten“, stimmt ihr Anastasia zu. Seit dem Sommer wohnt Esther in Weimar und ist als freischaffende Künstlerin tätig, Anastasia lebt in Wuppertal und studiert in Köln. Die beiden arbeiten seit zwei Jahren gemeinsam an musikalischen Projekten, aber es wirkt, als würden sie sich schon viel länger kennen.

Ein stark verbindendes Element ist natürlich die Musik und gemeinsame Affinität zum Kunstlied. „Wir kennen uns, seit wir in einer Meisterklasse zusammen eingeteilt wurden. Da haben wir direkt gemerkt, wie gut wir harmonieren“, sagt Esther Valentin. Sowohl ihr musikalischer Geschmack sei ähnlich, als auch die emotionale Herangehensweise. „Wir sind uns von Anfang an auf Augenhöhe begegnet und das ist uns weiterhin sehr wichtig. Eine ehrliche Art und dass wir direkt dem anderen sagen, wenn uns etwas nicht gefällt“, so Esther.

„Ganz genau, wir hören aufeinander. Wir sind halt wirklich ein Duo – nicht Gesang mit Begleitung, wie es oft praktiziert wird“, ergänzt Anastasia. Besonders wichtig war und ist für die 30-Jährige ihr Professor für Liedgestaltung Ulrich Eisenlohr: „Ich bin ihm wirklich dankbar für seinen spannenden und hochinteressanten Unterricht. Von ihm habe ich gelernt, wie wichtig Texte im Lied sind und wie man mit diesen musikalisch umgehen soll“, sagt sie.

Eins werden in der Musik

Als Duo spielen, aber dabei Eins werden, das sei ihr Anspruch. Jede von ihnen bringt ganz unterschiedliche Erfahrungen aus dem Liedbereich mit, von denen die andere wiederum profitiert. Esther hat an der Hochschule für Musik und Tanz Köln Gesang studiert und wuchs in einer Musikerfamilie auf. Die Affinität zur klassischen Musik entdeckte sie bereits mit 15 Jahren. „Ich hatte Gesangsunterricht bei meinem Vater und der meinte irgendwann, er wolle etwas ausprobieren und gab mir eine Arie, statt der eigentlichen Pop- und Musicalstücke. Und es war, als hätte meine Stimme da das erste Mal wirklich das gemacht, was sie will und wozu sie gemacht ist.“ Seit diesem Tag wollte Esther Valentin Gesang studieren und hat die Entscheidung bis heute nicht bereut.

In der Zeit, in der sich Esther und Anastasia nicht persönlich treffen können, halten sie trotzdem beinahe täglich Kontakt. „Wir schicken uns ständig Sprachnachrichten und zeigen dem anderen bestimmte Passagen und Stücke“, erzählt Esther. Wenn sie dann ein paar Tage in der selben Stadt verbringen, besprechen sie alles intensiv und proben stundenlang. Ihre Proben zeichnen sie auf, schauen und hören sich die Aufnahmen gemeinsam an und besprechen sie kritisch.

Aktuell bereiten sich die Zwei auf ein Vorsingen für einen weiteren Meisterkurs vor. Bei ihren Auftritten ist es ihnen besonders wichtig, nicht nur Lied für Lied zu präsentieren, sondern vielmehr, eine Geschichte zu erzählen. „Ich muss als Sängerin eine Botschaft haben, wenn ich die Bühne betrete, anders geht es nicht“, betont die 25-Jährige.

In ihrem Repertoire sind längst nicht mehr nur deutsche Lieder zu finden. Auch französische und sogar russische Lieder haben die beiden schon interpretiert. Das Wichtigste sei dabei immer das Authentische. „Man muss sich fragen, wie würde das Stück ein Franzose betonen oder eine Russin“, sagt Esther. Mit Hilfe von Anastasia Grishutina übte sie bereits russische Stücke ein. Gemeinsam übersetzten sie die Texte peu à peu, immer wieder übte die Mezzosopranistin die für sie völlig unbekannte Sprache. „Da ist das Wort Fremdsprache wirklich eine passende Beschreibung. Ich kann ja nicht einmal die Wörter lesen“, sagt sie und schmunzelt. „Ich habe ihr in Sprachnachrichten die Sätze ganz langsam vorgelesen, sodass sie schon einmal alleine üben konnte, bevor wir gemeinsam proben“, erzählt Anastasia.

Die Musik verstehen lernen

Das größte Anliegen der beiden ist nach wie vor, das Kunstlied weiter zu verbreiten und in all seinen Facetten zu präsentieren. „Viele denken, dass das Kunstlied im 19. Jahrhundert ausgestorben ist. Für mich stimmt das nicht. Es gibt auch moderne Stücke, die in diese Gattung fallen und auch solche wollen wir spielen“, sagt Anastasia Grishutina und führt weiter aus: „Die Musik geht erst dann ins Herz, wenn man sie versteht. Nicht einmal die Worte, die gesungen werden, sondern einfach die Botschaft der Stücke.“

Nach ihrem Studium in Russland hat sich die 30-Jährige während ihrer Zeit an der Hochschule für Musik und Tanz Köln auf Liedgestaltung spezialisiert. Aktuell absolviert sie als eine der ersten das zweijährige Konzertexamen an der Kölner Hochschule mit diesem Schwerpunkt. Anastasia spielt seit ihrem sechsten Lebensjahr Klavier. Auch sie wuchs, wie Esther Valentin, in einer Musikerfamilie auf. Anastasias Mutter ebenfalls selbst Pianistin. „Und nachdem ich das erste Mal ein Stück von Rachmaninow gespielt habe, war ich verloren und wusste, ich will auch Pianistin werden“, erzählt sie. Die Auftritte als Duo sagen ihr trotzdem am meisten zu: „Ich gehöre nicht in die Solowelt. Ich habe als Kind gerne im Chor gesungen und diese Zeit absolut genossen. Genau das vereint das Lied für mich. Ich habe den Gesang, den ich seit meiner Kindheit schätze und kann am Klavier dazu spielen.“

In ihrer Freizeit hört Anastasia neben klassischer Musik gerne Rock-, Folk- oder Popmusik. „Auch einfach mal gerne Rammstein, Queen oder Simon and Garfunkel“, sagt die 30-Jährige und muss herzlich lachen. Das Schöne an dieser Art von Musik ist für sie die Verbindung von Publikum und Künstler. „Da ist keine Barriere, die Emotionen werden gemeinsam gelebt. Das möchte ich gerne ein Stück weit in der Liedkunst etablieren.“

So ergänzen sich die beiden jungen Frauen gegenseitig und interpretieren das Kunstlied stets auf ihre eigene Weise.

Das Interview führte Elena Sebening. [November 2018]

oberstes Photo © Schubert Wettbewerb | Florian Schmitz
zweites und drittes Photo von oben © Schubert Wettbewerb | Finn Löw

Marta Wryk

Marta Wryk

Die polnische Mezzosopranistin Marta Wryk ist eine international gefragte Opern- und Konzertsängerin, die seit einigen Jahren in Köln beheimatet ist. Ihre Engagements führten sie nicht nur nach Deutschland und ganz Europa, sondern auch nach USA, Kanada und Südafrika. Mit einem vielfältigen Lied- und Kammermusik-Repertoire war sie auch in der Kölner Philharmonie, der Tonhalle Düsseldorf, am Musiekzentrum de Biljoke Gent, an der Symphony Space in New York, an der Chopin Foundation in Miami und in Polen bei der Krzysztof Penderecki European Centre for Music in Luslawice und beim Internationalen Chopin Festival in Antonin zu hören. Sie ist 1. Preisträgerin des XVI. Internationalen Liedwettbewerbs in Gorizia, wo sie auch einen Sonderpreis für das interessanteste Programm erhielt.

Ihre besondere Leidenschaft für das Lied entwickelte sich aus ihrer engen Beziehung zur Poesie und Literatur. Marta Wryk ist selbst Dichterin und Autorin. Sie veröffentlicht regelmäßig in polnischen Zeitungen und Literatur-Magazinen und wurde für ihre Gedichte und Aufsätze oft ausgezeichnet.

Auf Opernbühnen in Köln, Wiesbaden, Bonn und Wuppertal, sowie in Polen und Frankreich hat sie Partien wie Cherubino, Dorabella, Annio, Zweite Dame, Wellgunde, Siegrune, Suzuki, Mercedes, Giannetta, Ascanio, Smeton und viele andere gesungen.

Wenn Marta Wryk nicht im Rahmen ihrer Konzert- und Opernengagements unterwegs ist, genießt sie es, in Köln mit dem Pianisten Tobias Koltun zusammenzuarbeiten. Der Fokus ihres Duos liegt auf französischer Musik (Duparc, Poulenc, Fauré) und den Liedern Robert Schumanns. Marta Wryk liegt auch der sängerische Nachwuchs am Herzen und vermittelt ihre Erfahrungen in Köln einer kleinen Gruppe Gesangschüler, mit denen sie an Stimmbildung und Interpretationsfragen arbeitet.

Marta Wryk studierte an der Frederic Chopin Musikuniversität in Warschau und an der Manhattan School of Music in New York. Weiteren Feinschliff holte sie sich in Meisterklassen unter anderem bei Tom Krause, Helena Łazarska, Ileana Cotrubas, Helen Donath, Stephanie Blythe, Elly Ameling, Roger Vignoles und Helmut  Deutsch. Sie war eine Stipendiatin des Franz Schubert Institut in Baden bei Wien und der Richard Wagner Stiftung.

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© Photo: Marta Wryk | Kinga Karpati

Der Klang der Stimme

Der Klang der Stimme

Ein leidenschaftlich-dokumentarischer Film über das Faszinosum der menschlichen Stimme – ab 28.10.2018 im Kino

 

Entstanden ist ein 83minütiges schlüssiges Puzzle: Die Geschichten um die vier Haupt-Akteuere werden rund um die menschliche Stimme geschickt. Es entsteht eine sich fortlaufend ergänzende spannende Gesamt-Reportage.

Dabei lotet jeder mit Leidenschaft die Grenzen der menschlichen Stimme aus: Die Menschen und Schicksale um die Sopranistin Regula Mühlemann, die Stimmtherapeutin Miriam Helle, den Stimmforscher Matthias Echternach und den Klang-Experimentator Andreas Schaerer lassen einen nicht mehr los.

„Der Klang der Stimme“ bietet jedem Kinogänger seinen persönlichen Begeisterungs- und Faszinations-Cocktail rund um die Stimme. Nicht zuletzt ist der Film so packend durch das Authentische, aber auch Mut, Wissen, Natürlichkeit und Können aller beteiligten Persönlichkeiten am Set.

Dass der Film bei den 53. Solothurner Filmtagen den Publikumspreis gewann verwundert nicht: Es geht auch um sehr persönliche, ja auch intime Erfahrungen und Erlebnisse, durch die „Der Klang der Stimme“ jedem im Publikum beeindruckend nahe ist. Dass diese unaufgeregt und sehr natürlich zur Spache kommen  und somit ein hautnahes, spannendes Dokument entstand zeigt auch das großes Vertrauen in den Regisseur Bernard Weber von allen Beteiligten.

Regisseur Bernd Weber: Man taucht in eine Welt ein, die man nicht kennt, und versucht dann über den Dreh und die Montage sein Erleben so zu verdichten, dass die Essenz dessen, was man erfahren hat, im Film spürbar wird. 

Auf die Frage, woher die Idee zu dem Film kam sagt Bernard Weber: Im meinem letzten Film „Die Wiesenberger“ gibt es die Aussage eines Jodlers, die lautet: „Wenn mir alles zu viel wird, dann gehe ich uf den Berg und singe mir den Schmerz von der Seele.

Wir verlosen je 1 x 2 Karten für die Sondervorstellungen!

 

Köln, 28.10, Odeon Kino, 12 Uhr, Premiere in Kooperation mit dem Deutschen Bundesverband für Logopädie, mit anschließendem Filmgespräch. In Anwesenheit von Dagmar Karrasch, Präsidentin des DBL und Regisseur Bernard Weber

Aachen, 3.11, 16 Uhr, Apollo Kino, Sonderveranstaltung in Kooperation mit Stimmte?! Institut für Stimme und Persönlichkeit mit anschließendem Filmgespräch.

Düren, 4.11, Lumen Kino, 11 Uhr, Sondervorstellung in Kooperation mit Stimmste?! Institut für Stimme und Persönlichkeit und anschließendem Filmgespräch

Düsseldorf, 7.11, Bambi Kino, 19 Uhr, Sondervorführung mit Live Performance durch Florian Hartfiel, Baßbariton und anschließendem Filmgespräch.

Bonn, 11.11, 11 Uhr,  Rex-Lichtspieltheater, Sondervorführung in der Reihe „Schumann tritt Rex“ mit Live Performance durch Florian Hartfiel, Baßbariton und anschließendem Filmgespräch

Teilnahme:

Wer an der Verloseung teilnehmen möchte, schreibt bitte an sabine.krasemann@liedwelt-rhienland.de eine Mail mit dem Vorstellungsdatum und dem Ort bis 48 Stunden vor der jeweilgen Vorstellung. Die Gewinner werden benachrichtigt.

weitere Informationen

Hier sind die Kinos gelistet, die den Film zeigen.

Hier geht es zur Website des Films und zahlreichen Hintergrundinformationen, Pressestimmen, Interviews.

DER KLANG DER STIMME Trailer De UT from Artisan Films GmbH on Vimeo.
Ab 1. November 2018 | Schweiz 2018 | OmU