Archiv der Kategorie: Aktuelles

„11 Fragen an…“ – Katharina Diegritz

„11 Fragen an…“ – Katharina Diegritz

Was machen Sie tagsüber?
Ich koche und backe gerne und viel, gehe wandern und unterrichte, wenn ich nicht übe oder irgendwohin fahre.

Ihr heißer Literatur-Tipp?
Hanns-Josef Ortheil: Die Erfindung des Lebens.

Ihr liebstes Kinderlied?
Wir haben immer sehr viel gesungen. „Es klappert die Mühle am rauschenden Bach“, obwohl es kein Kinderlied ist…

Mein persönliches Lied-Steckenpferd
Richard Wagner, Wesendoncklieder und davon „Schmerzen und Träume“

Was ich der Welt mit dem Lied sagen möchte…
Dass alles viel feingliedriger ist als man denkt und dass es sich lohnt, stets hinter die Dinge zu blicken.

Gehen Sie gerne wandern? Wo? Warum?
Ja ich liebe es, besonders in den Bergen.
Wenn ich auf einem Berg stehe, den ich durch meine eigene Kraft bezwungen habe, dann fühle ich mich größer als zuvor. Ich kann über allen kleinlichen Problemen des Menschseins stehen und diese als nichtig betrachten.

Ihre größte Freude beim Lied-Musizieren?
Mit einem Duopartner die Feinheit eines Liedes zu erarbeiten, der Versuch, zu einer musizierenden Einheit zu werden und sich selbst für den anderen und das Gesamtkunstwerk zurückzunehmen.

Graben Sie gerne in Archiven?
Ganz ehrlich? Nein (lachend)!

Ein Bild oder eine Skulptur die bzw. das ein Lied verdient?
Der Wanderer über dem Nebelmeer von Caspar David Friedrich

Ihr Lieblingsort für einen Liederabend?
Ein kleiner Saal, in den nicht mehr als 50 Leute passen, alles ebenerdig ohne Erhebung der Musizierenden über das Publikum, ein wenig Hall sollte er haben.

Thrilling Story behind – Ihr spannendstes Lied-Fundstück?
Ich liebe die Musik von Leonard Bernstein. Seine „Two Love Songs“ zusammen mit meinem Pianisten zu entdecken, war für mich sehr spannend, zumal es mir scheint, dass besonders diese Stücke niemals fertig werden.

Ihr Ritual vor jedem Auftritt?
Ich schminke mich und bitte Gott, dass er uns die Möglichkeit geben möge, die Musik durch uns fließen zu lassen und damit Menschen zu berühren.

Ein unvergessliches Konzerterlebnis?
Ein Triifonov-Klavierkonzert in der Kölner Philharmonie. Ich bewundere ihn wegen seines Alters und seiner gleichzeitigen künstlerischen Reife.

Ihre favorisierte Lied-Aufnahme?
Habe ich nicht. Ich finde gerade das breite Spektrum und die verschiedenen Herangehensweisen so interessant…

Was wollten Sie als Kind später einmal werden?
Bierbrauer, weil das der erste Beruf war, bei dem ich jemanden habe arbeiten sehen. Dann kurz Lehrerin und dann bis zum Vorsingen Pfarrerin.

Was würde uns in einer Zeit ohne das Lied verloren gehen?
Intimität und Nähe und das Einlassen auf die Tiefe.

Wie stellen sie sich das perfekte Liederabend-Publikum vor?
Einfach neugierig: Die Menschen müssen wach sein und gerne denken wollen.

Welchen Rat würden Sie jeder/jedem jungen Liedstudent/in mitgeben?
Bleib offen für alles und such dir einen ebenbürtigen Duopartner, mit dem du diskutieren kannst und der ebenso eigene Ideen hat wie du.

Was schätzen Sie an der Szene der Lied-Liebhaber?
Ganz einfach: sie sorgen dafür, dass es das Lied weiterhin gibt und für seine Verbreitung.

Vervollständigen Sie: „Jeden Morgen ein Lied…“
Verbreitet mehr Intelligenz und das hält fit.

Anmerkung der Redaktion: Wer mitgezählt hat hat recht! Die Liedwelt hatte Katharina gebeten sich aus unserer Rubrik „11 Fragen an…“ elf auszusuchen. Wir freuen, uns dass sie aber offensichtlich zu viel mehr Fragen etwas zu sagen hatte und es so viel Spaß gemacht hat zu antworten.

Gottesmutter als Mensch – Hindemiths „Marienleben“ bei RheinVokal

Gottesmutter als Mensch –
Hindemiths „Marienleben“ bei RheinVokal

Zu einem Dreier-Gespräch waren einer der Programm-Macher von RheinVokal, Jörg Lengersdorf, Sängerin Christiane Oelze und Pianist Eric Schneider vor dem Konzert auf Schloss Engers versammelt.

Die beiden Musiker verbindet eine langjährige musikalische Partnerschaft – genau genommen sogar seit dem Studium! Mit dem „Italienischen Liederbuch“ von Hugo Wolf fing alles an, so erzählte Oelze. Doch an diesem Abend stand im Diana-Saal ein ganz anderes Werk auf dem Programm, nämlich Hindemiths „Marienleben“, ein Liedzyklus in 15 Teilen, basierend auf Texten von Rainer Maria Rilke.

Hindemiths „Marienleben“, gepaart mit Schubert-Liedern

Dieser Zyklus gehört erst seit wenigen Jahren zum festen Repertoire des Liedduos: „Für dieses Werk braucht man eine reifere Stimme“, so Oelze im Einführungsgespräch, „außerdem sind natürlich auch die Texte nicht ohne und erfordern großes Textverständnis“.

Rilke wirft in seinen Texten einen sehr menschlichen Blick aBeitrag bearbeitenuf die Figur der Maria und lässt sie als Menschen, als Frau und später als leidende Mutter erscheinen. Auch die Musik Paul Hindemiths beschreibt Maria als Mensch und weniger als Gottesmutter. Seine Musik ist anspruchsvoll, dramatisch und stellt höchste Ansprüche an Sängerin und Pianisten. Daher haben Oelze und Schneider ihr Programm für diesen Abend um Schubert-Lieder ergänzt, die den Hindemith immer wieder unterbrechen. „Sie dürfen auch mal träumen und sich zurücklehnen“, so Schneider im Gespräch. Ausgewiesene Marienlieder gibt es nur wenige von Schubert, aber diese erklingen.

Menschliche Darstellung der Gottesmutter

Wie sehr Christiane Oelze und Eric Schneider sich mit den Texten Rilkes und der Musik Hindemiths auseinandergesetzt haben, zeigte sich sehr schnell im anschließenden Konzert: Nach Schuberts „Ave Maria“ folgte ein Block HINDEMITH?? mit der Geburt Mariä, der Darstellung Mariä im Tempel, Mariä Verkündigung und Mariä Heimsuchung. Die komplexen Anforderungen an die Sängerin in Form von kniffligen Rhythmen und facettenreichem Ausdruck setzte Oelze klug um und begeisterte mit ihrem warmen Timbre und Feingefühl für Text und Musik. Eric Schneider am Klavier stand ihr in diesen Dingen in nichts nach. Die fast zärtliche Situation der Geburt, ebenso auch die gleichsam intime Begegnung zwischen Maria und dem Verkündigungsengel sowie die tatsächliche Schwangerschaft mit allen Beschwerden wurden für das Publikum anschaulich.

Oelze und Schneider gelang es in ihrer großartigen Interpretation, die Intention Rilkes und Hindemiths perfekt umzusetzen und ein menschliches und berührendes musikalisches Porträt Mariäs zu zeichnen. Ob es nun der wütende Argwohn Josephs angesichts der ungeklärten Schwangerschaft war, die Geburt Christi mit dem Wissen und der Ahnung, dass in dieser Nacht etwas Bedeutendes geschieht bis hin zum Mutterstolz, der sie Jesu zum Wunder in Kana drängen lässt – und damit vielleicht die Weichen stellt zu seiner späteren Verurteilung und seinem Tod.

Anrührende Interpretation

Ergreifend stellten die beiden Musiker das Leid Mariä nach dem Tod des Sohnes dar, in dem es weniger um die Bedeutung für die gesamte Menschheit geht, sondern vielmehr um Wut und Trauer einer Mutter, die ihr Kind zu Grabe tragen muss – „und jetzt verkehrst du plötzlich die Natur“.

Die eingebundenen Schubert-Lieder bildeten einen Rahmen für das Geschehen, waren zugleich auch immer auf aktuelle Stimmung in Hindemiths Zyklus abgestimmt, bildeten Spiegel oder Übergang zu dem nächsten Hindemith-Block. Euphorisch reagierte das Publikum am Ende des Abends mit langem Applaus und stehenden Ovationen für einen hochkarätigen und ganz besonderen Liederabend! Als Dank für den anhaltenden Applaus wurde das Publikum mit einem Schubert-Lied in den lauen Sommerabend entlassen.

Rheinischer Kultursommer 2018

Text: Verena Düren
Photo © Pixabay: WikiImages: Maria – die Immerwährende Hilfe

Konzert am 13. Juli im Rahmen des Bonner Liedsommer 2018
Interview mit Christiane Oelze

 

 

Ich glaube, dass die Deutschen eine engere Verbindung durch ihre Sprache zum Lied haben.

„Ich glaube, dass die Deutschen eine engere Verbindung durch ihre Sprache zum Lied haben.“

Interview mit Benjamin Hewat-Craw

Vielen Dank, dass Sie sich für dieses Interview Zeit nehmen, Herr Hewat-Craw. Ich möchte gleich mit einer zentralen Frage beginnen: Wie kamen Sie zum Gesang? Wurde in Ihrer Familie viel musiziert?

Mein Vater ist Hobby-Sänger mit Stimmfach Tenor. Einige meiner frühsten Kindheitserinnerungen sind Proben für Kirchenkonzerte, zu denen ich ihn begleitete. Ich selbst war in dem englischen Knabenchor einer Abtei in Dorset, dem Ort in Westengland, in dem ich aufgewachsen bin. Im Alter von 9-13 Jahren war ich dort im Sopran. Nach dem Stimmbruch wechselte ich in den Bass und begann, Gesangsunterricht zu nehmen. Mein Lehrer förderte meine Entwicklung und ermutigte mich in dem Entschluss, den Gesang professionell auszuüben.

Sie haben sich für ein Studium in Deutschland entschieden. Wo rührte diese Entscheidung her?

Mein Lehrer war Schotte und sang sehr häufig in Deutschland. Er lebte während dieser Perioden in Darmstadt und ich habe dort mit ihm gearbeitet. Er empfahl mir Deutschland als ein musikbegeistertes Land mit vielen Möglichkeiten für Konzerte, Engagements für junge Sänger. Am Anfang war es eine große Umstellung, in Deutschland zu leben, die Kultur ist sehr anders. Das war eine interessante Erfahrung, die mich auch verändert hat. Nach dem ersten Jahr war ich sehr glücklich in Deutschland und bin nach Köln gekommen, um bei meinem Professor Christoph Prégardien zu studieren.

Was war für Sie die größte Umstellung?

Ich möchte nicht sagen, dass die Deutschen unhöflicher sind, im Gegenteil, es sind sehr herzliche Menschen! Aber die Engländer sind vorsichtiger. Sie verpacken die Wahrheit oft in ihrer Höflichkeit, damit man sich ihre Kritik nicht zu sehr zu Herzen nimmt. Die Deutschen sind direkter in ihrer Kritik. Das war ein Kulturschock. Aber nur ein kleiner.

Sie begeistern sich für das Lied. Erleben Sie Unterschiede im Umgang mit dem Lied in England und in Deutschland?

In Deutschland ist die Arbeit am Lied viel detaillierter. Es geht um ein sehr genaues Sprachverständnis. Es ist eine Kunst für sich. In England ist das anders. Man lernt Lieder, um sich auf die Opernliteratur vorzubereiten, aber sieht sie eher nicht als eigenständige Kunstgattung. Das Lied bleibt in den Musikhochschulen und es gibt kein großes begeistertes Publikum.

Es gibt wichtige Institutionen wie die Wigmore-Hall in London, aber auf das ganze Land gesehen gibt es relativ wenig Räume für das Lied. In Deutschland sieht das ganz anders aus, da gibt es viel mehr Möglichkeiten, in Liederabende zu gehen. Ich glaube, dass die Deutschen eine engere Verbindung durch ihre Sprache zum Lied haben. Es gibt so einen großen literarischen Reichtum und daher beschäftigt man sich als Musiker automatisch damit. Die Tradition in England reicht nicht so weit zurück.

Sie sprechen nahezu perfekt deutsch – liegt das auch an der Liebe zum Lied?

Sicherlich hat mir der Liedgesang geholfen, meine Sprachkenntnisse zu vertiefen. Ich strebe immer danach, mein Deutsch zu perfektionieren und der Umgang mit den Menschen ist für mich sehr wichtig. Für mich ist das Deutsche eine sehr schöne und ehrliche Sprache. Man kann sich in ihr sehr klar ausdrücken.

Eines Ihrer kommenden Projekte wird eine Winterreise sein…

Genau. Mein Begleiter und ich arbeiten intensiv mit Ulrich Eisenlohr und werden die „Winterreise“ in diesem Herbst aufführen. Der Zyklus ist so ein großes Werk, es ist einzigartig in der Musikgeschichte. 24 Lieder fokussieren sich auf eine Person. Es gibt keine weiteren Personen und das macht den Zyklus zu intim.

„Die schöne Müllerin“ ist da anders, da gibt es mehrere Akteure. Bei der Winterreise geht es in der Stimmung des Charakters von null auf minus hundert, immer weiter abwärts. Bis hin in unsere Zeit ist kaum je so ehrlich über Depression und die eigene Bipolarität gesprochen worden. Man kann sich davor nicht verstecken. Ich hoffe, wir können das ausdrücken.

Wie sähe für Sie der perfekte Ort, eine Winterreise aufzuführen, aus?

Ich finde, es muss ein schummriges Licht sein. Ich mag auch den Trubel der Stadt für so ein Werk nicht. Es ist zu lebendig. In einer Kirche am Rande einer Stadt hat man eher das Gefühl, mit dem Publikum allein zu sein. Nach dem letzten Lied kann man hinaus gehen und das Gefühl der Einsamkeit erleben. Ich finde, man muss einen Ort finden, an dem so ein Mensch wie der Protagonist der Winterreise leben könnte.

Es haben sehr viele Sänger die Winterreise aufgenommen. Gibt es eine Aufnahme, die Sie besonders berührt? Und haben Sie unabhängig von der Winterreise Vorbilder, an denen Sie sich orientieren?

Natürlich führt kein Weg an Fischer-Dieskau vorbei. Er hat so einen starken Charakter und im Umgang mit dem Text ist er eine zentrale Persönlichkeit. Besonders die frühen Aufnahmen der Winterreise schätze ich sehr. Man kann die Landschaft wirklich vor dem inneren Auge sehen. Auch die politischen Verhältnisse im Berlin der Nachkriegszeit kann man in der Kraft seiner Stimme hören.

Von den modernen Liedsängern: Christian Gerhaher. Er ist unglaublich präzise mit seiner Sprachgebung und mit den Konsonanten und führt zugleich wunderbare Linien. Ich finde seine Interpretation großartig. Meine Lieblings-Aufnahme ist eigentlich von Florian Boesch und Malcolm Martineau. Boesch singt den Zyklus nicht, er spricht ihn. Er ist so direkt mit seiner Tongebung als gäbe es nur ihn und dich als Zuhörer in einem Raum, das finde ich großartig. Er wählt etwas tiefere Tonarten als er es wahrscheinlich brauchen würde, aber so kann er ganz direkt mit den Menschen sprechen. Man glaubt ihm, dass er der Protagonist ist. Man kommt auf eine Art und Weise weg von der Schönheit der Lieder und das kann auch gut tun.

Wir haben jetzt so viel über die Winterreise gesprochen. Welche weiteren Projekte sind in Planung?

Ab September mache ich ein Projekt mit dem englischen Zyklus Songs of Travel von Vaughan-Williams. Robert Louis Stevenson hat die Texte geschrieben und Vaughan-Williams hat einige Texte ausgewählt. Es gibt aber unglaublich gute Texte zwischen den vertonten Gedichten und wir machen eine halbszenische Aufführung und zwischen jedem Lied wird es eine Improvisation über unvertonte Texte geben, die gut dazu passen.

Wir sind sehr gespannt darauf. Robert Louis Stevenson machte die Bekanntschaft mit einem Obdachlosen, dem er Bücher schenkte, damit er etwas lesen konnte. Es war ein gebildeter Mann, der keine Lust mehr dazu hatte, die Rolle als Teil der Gesellschaft zu spielen und sich von ihr abwendete. Er zog von Stadt zu Stadt für den Rest seines Lebens und Robert Louis Stevenson hat viel über ihn geschrieben, unter anderem einen Essay.

Es war für uns klar, dass wir diese Begegnung in unser Programm mit einfließen lassen mussten. Ich bin sehr gespannt, wie es wird. Die Aufführung wird in Mainz stattfinden und für Anfang 2019 sind auch Konzerte in Köln geplant.

Das wäre großartig, das Projekt klingt wirklich sehr spannend! Eine letzte – diesmal etwas private – Frage: Was tun Sie, wenn Sie nicht singen?

Ich lese viel. Im Moment beschäftige ich mich mit den großen Philosophen und ihren Werken. Es steckt voller Fragen, die sich auch im Kunstlied wiederfinden. Wilhelm Müller schreibt  in der Winterreise: „Will kein Gott auf Erden sein, sind wir selber Götter!“ so schließt sich der Kreis.

Und ich spiele Tennis. Naja, ein bisschen…

Ich danke Ihnen sehr für das Gespräch und wünsche Ihnen für alle Projekte viel Erfolg!

Das Interview führte Eva Nesselrath

Nico Heinrich

Nico Heinrich

Der Wachtberger Tenor Nico Heinrich hat bereits in zahlreichen Liederabenden seine fein differenzierte Ausdruckskraft in diesem Genre unter Beweis stellen können. Konzerte führten ihn auch in den Kammermusiksaal des Beethovenhauses Bonn, das Schumannhaus in Endenich oder nach Baden Baden. Auch Konzerte im Rahmen des Internationalen Beethovenfest Bonn fanden statt.

Nico Heinrich arbeitet mit Peter Bortfeldt, Hedayet Djeddikar, Tobias Krampen und Jamina Gerl zusammen.

Neben dem Liedgesang widmet sich Nico Heinrich auch dem Repertoire der sakralen Musik. In der Region Köln/Bonn ist er ein gern gefragter Solist und arbeitete mit dem Chur Cölnischen Chor unter Prof. Heribert Beissel, dem Orchester des Collegium Musicale Bad Honnef unter Rolf Beitzel, den Ensembles der Bonner Kreuzkirche unter Karin Freist-Wissing, Christoph Gießer, Martin Kahle, Christian Frommelt und Prof. Reiner Schuhenn zusammen.

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Konzert am 22.7.2018

© Photo: Nico Heinrich | Romy Linden

„Tanzen und Springen“ beim Bonner Liedsommer

„Tanzen und Springen“ beim Bonner Liedsommer

Es war eine ganz und gar ungewöhnliche und besondere Atmosphäre beim vierten Konzert im Rahmen des Bonner Liedsommers am 1. Juli: Der Kammerchor Voci di Fuoco Bonn unter der Leitung von Fabian Hemmelmann lud bei sommerlichen Temperaturen zum Konzert ein, bei dem der Ausdruck von Naturempfindungen in der europäischen Vokalmusik zum Thema wurde.

Chorkonzert in besonderer Atmosphäre

Als ganz besonderen Konzertort für dieses naturbezogene Konzert hatten sich die Sänger das Naturkundemuseum Alexander Koenig in Bonn ausgesucht – und zwar nicht etwa den dort vorhandenen Veranstaltungsraum, sondern die Savannenlandschaft, die keinen Zweifel am Thema des Konzerts ließ.

Der Kammerchor Voci di Fuoco, der an diesem Nachmittag zu hören war, hat sich im Zuge der Arbeit des Baritons und Ensembleleiters Fabian Hemmelmann mit der Stimmschmiede Bonn als Projektchor zur Erarbeitung von A-cappella-Werken zusammengefunden und trat zum zweiten Mal in der Besetzung von ca. 20 engagierten Laien-Sängerinnen und -Sängern auf.

Den Rahmen des Programms bildeten zwei deutsche Blöcke, von denen der erste schwungvoll mit dem aus dem 16. Jahrhundert stammenden Volkslied „Tanzen und Springen“ von Hans Leo Haßler begann. Etwas kunstvoller, im wahrsten Sinne des Wortes „Von edler Art“, waren im Anschluss das gleichnamige Volkslied sowie das Abendständchen von Johannes Brahms zu hören. In Mendelssohns Jagdlied op. 59, 6, mit dem der erste Block endete, spielten Chor und Chorleiter gekonnt mit dem Raumklang des Museumsfoyers.

Der kunstvollere Charakter der Lieder setzte sich im „englischen Block“ fort: In Werken von Orlando Gibbons, Gerald Finzi und Benjamin Britten bewies der Kammerchor, dass er unter den Händen Hemmelmanns nicht nur dynamisch fein nuanciert gestalten kann, sondern auch die harmonischen Finessen eines Britten-Songs gekonnt umsetzte. Sprachlich weitaus anspruchsvoller waren die folgenden kurpischen Gesänge von Karol Szymanowski, in denen die beiden Chormitglieder Dagmar Brass (Sopran) und Frank Zickenheiner (Tenor) auch als Solisten zu hören waren.

Französische Träumereien und Naturidyllen

In das Reich der französischen Träumereien und Naturidyllen entführten die Voci di Fuoco Bonn und Hemmelmann mit Liedern von Francis Poulenc und Paul Hindemith, bevor atmosphärisch mit dem witzigen Tourdion von Pierre Attaignant an Haßlers „Tanzen und Springen“ angeschlossen wurde. Wenngleich an diesem Sommertag der Abend am Ende des Konzerts noch recht weit entfernt schien, so kam mit dem abschließenden deutschen Block eine Abendstimmung auf. Frauen- und Männerstimmen wechselten sich in dem Volkslied „Des Abends da kann ich nicht schlafen gehen“ ab.

Brahms‘ „Waldesnacht“ wurde zum krönenden Abschluss des gelungenen Chorkonzerts in außergewöhnlicher Atmosphäre. Mit dem „Abschied vom Wald“ von Felix Mendelssohn wurde das zahlreiche Publikum für den begeisterten Applaus belohnt.

Rheinischer Kultursommer 2018

Text: Verena Düren
Photo © Liedwelt Rheinland | Sebastian Herzog-Geddes

Konzert am 1. Juli im Rahmen des Bonner Liedsommer 2018

 

 

Benjamin Malcom Mead

Benjamin Malcom Mead

Im Herbst 2014 gründete Benjamin Malcolm Mead zusammen mit der Sopranistin Franziska Andrea Heinzen ein Liedduo. 2017 gewannen sie den zweiten Preis am Sieghardt-Rometsch-Wettbewerb für Kammermusik sowie den ersten Preis am 2. Internationalen Lied-Wettbewerb Rhein-Ruhr in Ratingen. Dieser Preis ist mit einem Liederabend im Im Zentrum Lied in Köln in der Spielzeit 2018/2019 verbunden. Im März 2018 werden sie im neuen Schubert-Zyklus der Schubertìada a Vilabertran in Barcelona sowie in der Schweiz an der Schubertiade de Sion sowie auf Schloss Waldegg in Solothurn debütieren. Der 2016 von Juventudes de musica españa überreichte Sonderpreis beinhaltet eine Konzert-Tournee in Spanien im Februar 2018. Außerdem erhielten sie 2017 den Kulturförderpreis Musik der Landeshauptstadt Düsseldorf.

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Interview
Konzert am 15.9.2017
Konzert am 9.5.2018
Konzert am 29.7.2018
Rhonefestival für Liedkunst

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Homepage

Photo © Benjamin Mead, Photograph: Diesner

Lea Elisabeth Müller

Lea Elisabeth Müller

Wir begrüßen Lea Elisabeth Müller in der Liedwelt Rheinland und freuen uns auf die Zusammenarbeit! Hier entsteht in Kürze eine Liedwelt-Biographie. Untenstehend finden Sie weiterführende Informationen.

Lea Müller wurde 1992 in Bregenz geboren. Ihr Bachelor – Studium bei Prof. Clemens Morgenthaler am Vorarlberger Landeskonservatorium schloss sie im Juni 2015 mit Auszeichnung ab. Momentan studiert sie an der Hochschule für Musik und Tanz Köln bei Prof. Lioba Braun. Sie gwann im Fach Sologesang einen 1. Preis mit Auszeichnung und einen Sonderpreis für die höchste Bewertung in ihrer Kategorie. 2012 debütierte sie erfolgreich in der Rolle der Sorceress aus der Oper „Dido and Aeneas“ am Landestheater Bregenz. 2016 trat sie bei der Oper „Il Parnasso confuso“ bei den Internationalen Gluck-Opern-Festspielen in Berching/Nürnberg auf.

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Konzert am 1.5.2018
Konzert am 7.7.2018
Konzert am 10.7.2018

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folgen…

Photo © Theresa Pewal

Hier bin ich Mensch hier darf ich sein

Hier darf ich Mensch sein – ein Hintergrundbericht zum Bonner Liedsommer 2018 bei O-Ton

Zum ersten Mal wird in diesem Jahr der Bonner Liedsommer veranstaltet. Das Netzwerk Liedwelt Rheinland hat Konzerte seiner Mitglieder unter ein kommunikatives Dach gestellt, um ihnen mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen. So bekommen Besucher nicht nur die Vielfalt des Netzwerks, sondern auch der Kultur im Bonner Raum zu spüren. …=> weiterlesen (bis Mo, 2.7.2018 kostenfrei zu lesen)

Photo © Verena Düren

 

Dialograum Kreuzung an St. Helena

Dialograum Kreuzung an St. Helena

Der Dialograum der Kreuzung an Sankt Helena ist ein besonderer Veranstaltungsraum für ungewöhnliche Veranstaltungen: Ein Dialograum für christlichen Kult und zeitgenössische Kultur.

Brücken schlagen

Im Jahr 1999 wurde der bisherige Hauptraum im Obergeschoss des Kirchengebäudes für zeitgenössische Kunst und Kultur geöffnet. Als Dialogpartner sind uns Künstlerinnen und Künstler ohne Rücksicht auf Konfessions- oder Religionszugehörigkeit willkommen. Ihre Beiträge sollen ausschließlich für die Kreuzung an Sankt Helena entwickelt werden.

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Vernissage und Konzert am 12.9.2018 im Rahmen des Bonner Liedsommer 2018

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Dialograum Kreuzung an St. Helena

Photo © Dialograhum Kreuzung an St. Helena , Ayse Tasci