Archiv der Kategorie: 11an

„11 Fragen an…“ – Irene Kurka

„11 Fragen an…“ – Irene Kurka

Was machen Sie tagsüber?
Üben, Kontakte pflegen, Yoga, Spazierengehen, Freunde treffen und vieles mehr

Ihr heißer Literatur-Tipp?
Ich lese sehr viel und es gibt so viele tolle Bücher, z.B.: Peter Sporck: Der zweite Code, Will Bowen: Complainte Free World (gibt es auch auf deutsch), Gerhard Hüther: Etwas mehr Hirn, bitte

Ihr liebstes Kinderlied?
Schneeflöckchen, Weißröckchen

Mein persönliches Lied-Steckenpferd:
Auch das zeitgenössische Liedgut zu singen

Graben Sie gerne in Archiven?
Ja, obwohl es heutzutage eher im Internet ist.

Ihr Lieblingsort für einen Liederabend?
Carnegie Hall in New York.

Thrilling Story behind – Ihr spannendstes Lied-Fundstück?
Das Liederschaffen von Moritz Eggert, welches ich auf der CD „Ohrwurm“ mit dem Komponisten eingespielt habe.

Ihr Ritual vor jedem Auftritt?
Ausreichend schlafen.

Ein unvergessliches Konzerterlebnis?
Die 70-jährige junggebliebene Meredith Monk in der Kölner Philharmonie 2016.

Was wollten Sie als Kind später einmal werden?
Schauspielerin, Sängerin, Psychologin

Wie stellen Sie sich das perfekte Liederabend-Publikum vor?
Neugierig, zahlreich und begeistert

Photo © Liedwelt Rheinland | Sebastian Herzog-Geddes

„11 Fragen an …“ Karola Pavone

„11 Fragen an…“ – Karola Pavone

 

Ihr heißer Literatur-Tipp?

Robert Seethaler: „Ein ganzes Leben“; Agatha Christie.

Mein persönliches Lied- Steckenpferd?

Ironische, augenzwinkernde Lieder. Balladen. Und alles, was mit Sehnsucht zu tun hat.

Gehen Sie gerne wandern? Wo? Warum?

Ja, sehr. Im Wald, am Berg, am Wasser. Weil es mich „erdet“, den Kopf befreit; mich damit den Themen des Liedes näher bringt und meistens Platz für halbwegs gute Ideen schafft. Und es ist einfach schön.

Thrilling Story behind – Ihr spannendstes Lied- Fundstück?

Schubert/Mayrhofer: Atys. Ernest Chausson/Verlaine: Le chevalier malheur. August Bungert/Heine: Reinigung

Ihr Ritual vor jedem Auftritt?

Yoga, nicht zuviel, nicht zuwenig essen, etwas frische Luft. Dann kurz Panik schieben, dann ausatmen.

Ein unvergessliches Konzerterlebnis?

Mit Boris Radulovic live im serbischen Fernsehen. Schräg und schön.

Als Zuhörer: Frans Helmersson und Pavel Gililov mit Brahms und Rachmaninow, außerdem Claudio Abbado nach einem phantastischen Konzert in Wien kennengelernt zu haben.

Ihre favorisierte Lied- Aufnahme?

Dichterliebe mit Fritz Wunderlich und Hubert Giesen. Vier Letzte Lieder mit Jessye Norman und Kurt Masur.

Was wollten Sie als Kind einmal werden?

Meeresbiologin. Hat super funktioniert! Es bleibt eine große Vorliebe für Lieder, die im/am/unter/vom Wasser handeln, und das „Abtauchen“, wenn auch in andere Welten.

Was würde uns in einer Zeit ohne das Lied verloren gehen?

Schönheit. Empathie. Große und kleine Gefühle. Achtsamkeit. Alles!

Wie stellen Sie sich das perfekte Liederabend-Publikum vor?

Offen, interessiert, humorvoll, leidenschaftlich, selbstverständlich gutaussehend und stinkreich 🙂

Welchen Rat würden Sie jeder/jedem jungen Liedstudent/in mitgeben?

Sing soviel Du kannst; Einatmen, Ausatmen; Üben, Üben, Üben.

Wer mitgezählt hat, merkt es gleich: Karola Pavone hat sich als erste an die Zahl 11 gehalten 😀

Photo © Karola Pavone | Photograph: Roman Kuryliv

„11 Fragen an…“ – Anna Herbst

„11 Fragen an…“ – Anna Herbst

Was machen Sie tagsüber?
Arbeiten!

Was ich der Welt mit dem Lied sagen möchte…
ist genau das, was nur das Lied sagen kann!

Ihre größte Freude beim Lied-Musizieren?
Eine innige, intuitive und spontane Kommunikation zwischen Musikern und Publikum.

Ihr Lieblingsort für einen Liederabend?
Am Strand!

Thrilling Story behind – Ihr spannendstes Lied-Fundstück?
„Les Quatrains Valaisans“ von Jean-Philippe Dartois.

Ihr Ritual vor jedem Auftritt?
Pasta! e basta 🙂

Ein unvergessliches Konzerterlebnis?
Als Sängerin – mein Debut in der Kölner Philharmonie. Als Zuhörerin: Matthias Goerne mit der Winterreise.

Ihre favorisierte Lied-Aufnahme?
Ian Bostridge und Julius Drake „The English Songbook“

Was wollten Sie als Kind später einmal werden?
Lied-Sängerin!

Wie stellen sie sich das perfekte Liederabend-Publikum vor?
Zahlreich und begeistert!

Was schätzen Sie an der Szene der Lied-Liebhaber?
Den Mut zum Feinsinn.

Photo © O-Ton Michael Zerban

„11 Fragen an…“ – Patricia Radeck

„11 Fragen an…“ – Patricia Radeck


Was machen Sie tagsüber?

Arbeiten. Wenn ich zu Hause bin, singe ich, übe Texte, bereite Konzerte vor. Wenn dann noch Zeit ist, handarbeite ich. An freien Tagen fotografiere ich sehr gerne.

Literatur Tipp?
Ich liebe Gedichte von Erich Fried. Goethes „Die Leiden des jungen Werther“ und Hesse „Das Glasperlenspiel“ gehören auch zu meinen Liebsten.

Lieblingskinderlied?
Ich liebe die Oper „Hänsel und Gretel“ von Humperdinck, da sind neben der grandiosen Hexenpartie wundervolle Kinderlieder vertont, Reger hat  ebenfalls Kinderlieder komponiert, die nicht so oft zu hören, aber wunderschön sind.

Persönliches Lied-Steckenpferd?
Habe ich nicht wirklich. Ich höre, was mich berührt und das singe ich auch, sofern es zu meiner Stimme und Persönlichkeit passt.

Was will ich der Welt mit dem Lied sagen?
Vor allem mit dem Lied, aber grundsätzlich mit klassischer Musik, dass Musik und musizieren eben nicht bedeutet, Radio zu hören,  sich von U-Musik benebeln zu lassen und loszuträllern. Professionelles Singen bedeutet vor allem Disziplin, viel Arbeit, Empathie und Freude an dem, was man macht, dann kommt das, was man dem Zuhörer sagen möchte, auch an.

Gehen Sie Wandern? Wo? Warum?
Wandern, Spaziergänge, je nach Zeit und Muße, ich liebe alte Friedhöfe, Wälder, Berge, das Meer oder schöne Seen, aber ich entdecke gerne auch Städte, das ist ganz unterschiedlich, aber immer werden dabei Foto geschossen. 😁

Was ist Ihnen die größte Freude beim Liedmusizieren?
Lied, Oper oder Sakralkonzert, das Allerbeste ist das gemeinsame Aussuchen, Austesten, was passt, was geht, die Grenzen ein Stück weiter legen, zusammen mit meinen beiden Lehrern ein neues Programm erstellen und in den Wochen des Einstudierens fallen manche Stücke wieder weg und andere werden ins Programm aufgenommen. Spannend ist dann, wie es sich am Ende entwickelt hat.

Graben Sie gern in Archiven?
Auf jeden Fall, wenn auch eher im Web als in Bibliotheken.

Ein Bild, eine Skulptur, das / die  ein Lied verdient?
Viele und noch mehr Gedichte hätten es verdient, vertont zu werden. Eines meiner Lieblingsgemälde ist auf jeden Fall „Der erste Kuss“ von William Adolphe Bouguereau.

Ihr Lieblingsort für einen Liederabend?
Oh, ganz viele, natürlich die ganzen Konzerträume, in denen man so singt, wäre man berühmt. In Florenz, im Garten einer Villa habe ich mal ein Konzert gehört, das würde mir gefallen.

Spannendstes Liedfundstück
Alle Lieder, die ich für mich entdecke, sind spannend. Mein momentanes Lieblingslied ist von Schubert, Totengräbers Heimweh, das kann morgen schon wieder anders sein.

Ritual vor jedem Auftritt?
Einfach und sicher, ich bete.

Gucken Sie Fußball?
Ja, WM und EM wenn unsere Mannschaft spielt.

Favorisierte Liedaufnahme?
Natürlich die Mozart/ Mendelssohnlieder und Regerlieder, gesungen von Barbara Schlick, „Winterreise“ mit Ian Bostridge und alle Lieder, die Christian Gerhaher eingespielt hat.

Was wollten Sie als Kind später werden?
Sängerin, eigentlich Operettensängerin, weil meine Mutter nur Operette hörte. Alternativ dazu Krankenschwester oder Paramentenstickerin.

Was würde uns in einer Zeit ohne das Lied verlorengehen?
Beim deutschen Lied ganz klar unsere Geschichte, die es ja viel länger gibt als unsere traurige nationalsozialistische Geschichte, auf die wir leider immer wieder reduziert werden. Die ganzen wunderbaren Dichter, Komponisten und Maler gerieten noch mehr in Vergessenheit. Schöne Momente mit schöner Musik und schönen Stimmen gingen verloren, dem Zuhörer und Künstler, ein Stück der eigenen Fantasie.

Wie stellen Sie sich das perfekte Liederabend-Publikum vor?
Neugierig, offen für Neues und empathisch . Schafft man es, einen Zuhörer zu begeistern, hat man viel erreicht.

Ihr Rat für junge Studenten?
Musizieren und Kunst machen zu dürfen, ist ein großes Privileg, es gibt viele große Talente auf der Welt, die niemand kennt, weil sie durch persönliche Umstände, im falschen Land geboren zu sein, kein Geld  vorhanden ist usw. nicht ihrer großen Leidenschaft nachgehen können. Umso wichtiger ist es, dass die, die Musik machen dürfen, professionell und respektvoll mit diesem großen Geschenk umgehen.

„11 Fragen an…“ – Katharina Diegritz

„11 Fragen an…“ – Katharina Diegritz

 

Was machen Sie tagsüber?
Ich koche und backe gerne und viel, gehe wandern und unterrichte, wenn ich nicht übe oder irgendwohin fahre.

Ihr heißer Literatur-Tipp?
Hanns-Josef Ortheil: Die Erfindung des Lebens.

Ihr liebstes Kinderlied?
Wir haben immer sehr viel gesungen. „Es klappert die Mühle am rauschenden Bach“, obwohl es kein Kinderlied ist…

Mein persönliches Lied-Steckenpferd
Richard Wagner, Wesendoncklieder und davon „Schmerzen und Träume“

Was ich der Welt mit dem Lied sagen möchte…
Dass alles viel feingliedriger ist als man denkt und dass es sich lohnt, stets hinter die Dinge zu blicken.

Gehen Sie gerne wandern? Wo? Warum?
Ja ich liebe es, besonders in den Bergen.
Wenn ich auf einem Berg stehe, den ich durch meine eigene Kraft bezwungen habe, dann fühle ich mich größer als zuvor. Ich kann über allen kleinlichen Problemen des Menschseins stehen und diese als nichtig betrachten.

Ihre größte Freude beim Lied-Musizieren?
Mit einem Duopartner die Feinheit eines Liedes zu erarbeiten, der Versuch, zu einer musizierenden Einheit zu werden und sich selbst für den anderen und das Gesamtkunstwerk zurückzunehmen.

Graben Sie gerne in Archiven?
Ganz ehrlich? Nein (lachend)!

Ein Bild oder eine Skulptur die bzw. das ein Lied verdient?
Der Wanderer über dem Nebelmeer von Caspar David Friedrich

Ihr Lieblingsort für einen Liederabend?
Ein kleiner Saal, in den nicht mehr als 50 Leute passen, alles ebenerdig ohne Erhebung der Musizierenden über das Publikum, ein wenig Hall sollte er haben.

Thrilling Story behind – Ihr spannendstes Lied-Fundstück?
Ich liebe die Musik von Leonard Bernstein. Seine „Two Love Songs“ zusammen mit meinem Pianisten zu entdecken, war für mich sehr spannend, zumal es mir scheint, dass besonders diese Stücke niemals fertig werden.

Ihr Ritual vor jedem Auftritt?
Ich schminke mich und bitte Gott, dass er uns die Möglichkeit geben möge, die Musik durch uns fließen zu lassen und damit Menschen zu berühren.

Ein unvergessliches Konzerterlebnis?
Ein Triifonov-Klavierkonzert in der Kölner Philharmonie. Ich bewundere ihn wegen seines Alters und seiner gleichzeitigen künstlerischen Reife.

Ihre favorisierte Lied-Aufnahme?
Habe ich nicht. Ich finde gerade das breite Spektrum und die verschiedenen Herangehensweisen so interessant…

Was wollten Sie als Kind später einmal werden?
Bierbrauer, weil das der erste Beruf war, bei dem ich jemanden habe arbeiten sehen. Dann kurz Lehrerin und dann bis zum Vorsingen Pfarrerin.

Was würde uns in einer Zeit ohne das Lied verloren gehen?
Intimität und Nähe und das Einlassen auf die Tiefe.

Wie stellen sie sich das perfekte Liederabend-Publikum vor?
Einfach neugierig: Die Menschen müssen wach sein und gerne denken wollen.

Welchen Rat würden Sie jeder/jedem jungen Liedstudent/in mitgeben?
Bleib offen für alles und such dir einen ebenbürtigen Duopartner, mit dem du diskutieren kannst und der ebenso eigene Ideen hat wie du.

Was schätzen Sie an der Szene der Lied-Liebhaber?
Ganz einfach: sie sorgen dafür, dass es das Lied weiterhin gibt und für seine Verbreitung.

Vervollständigen Sie: „Jeden Morgen ein Lied…“
Verbreitet mehr Intelligenz und das hält fit.

Anmerkung der Redaktion: Wer mitgezählt hat hat recht! Die Liedwelt hatte Katharina gebeten sich aus unserer Rubrik „11 Fragen an…“ elf auszusuchen. Wir freuen, uns dass sie aber offensichtlich zu viel mehr Fragen etwas zu sagen hatte und es so viel Spaß gemacht hat zu antworten.

Photo Katharina Diegritz © KLINK ART, Joachim Müller-Klink
Photo Caspar David Friedrich © Wikipedia