Kunde aus dem mittelalterlichen Europa – Konzert am 10.6.2018

Kunde aus dem mittelalterlichen Europa

Mit dem ältesten bekannten Musikstück der Welt, dem Hymnos Seikilos, bei dem Dörnemann von hinten durch die überschaubare Kapelle zog, begannen die beiden Musiker das Konzert nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden des Vereins Michaelskapelle, Dr. Norbert Schloßmacher.

Seit einigen Jahren ist die Michaelskapelle oberhalb des Bad Godesberger Burgfriedhofs restauriert und erstrahlt wieder in barockem Glanz. Viel ist hier dem Förderverein Michaelskapelle zu verdanken, der bei dem zweiten Konzert im Rahmen des Bonner Liedsommer 2018 mit der Brotfabrik Beuel als Veranstalter kooperierte.

Dörnemann zog das Publikum mit dem warmem Timbre in ihren Bann: Von geistlichen Liedern bis hin zur Liebeslyrik Oswald von Wolkensteins gelang ihr auch die Balance zwischen den verschiedenen Stücken, die sie häufig auch mit Schlagwerk oder auch Glocken unterstützte. Dabei erklangen Werke aus aus Griechenland, Spanien, Frankreich, Großbritannien, Deutschland, Italien und Schweden.

Matthias Höhn, der als Multiinstrumentalist in Bonn bekannt ist, hatte an diesem Nachmittag zahlreiche Instrumente dabei: Dudelsäcke in verschiedenen Größen und – folglich – Lautstärken, Blockflöten, die er durchaus auch zeitgleich spielte, Barockgitarre, Zither und die schwedische Nyckelharpa kamen an diesem Nachmittag zum Einsatz und wurden dem aufmerksamen Publikum fachmännisch erläutert. Ausgesprochen passend gelangen ihm die Begleitungen, die fast ausschließlich auf eigenen Arrangements beruhen.

So wurde mit ganz alter Weise immer wieder die Frage gestellt: Was ist Lied? Ist es nur das Kunstlied à la Schubert aus Klassik und Romantik oder gehört nicht auch der früheste begleitete Gesang dazu?

Das so bereicherte Publikum war an diesem Nachmittag zahlreich erschienen und reichte von jung bis alt – und zeigte sich höchst aufmerksam und zunehmend begeistert.

Text: Verena Düren
Photo © privat

Konzert am 10. Juni im Rahmen des Bonner Liedsommers 2018